Im polnischen Marienburg sind mindestens 1800 Skelette von Männern, Frauen und Kindern entdeckt worden. Die Opfer, offenbar Deutsche, wurden Anfang 1945 getötet.

Ein Massengrab mit mindestens 1800 vermutlich deutschen Zivilisten ist in Marienburg (Malbork) im Norden Polens entdeckt worden. Das meldete die Polnische Presse-Agentur PAP unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft.

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Marienburg (Malbork) in Nordpolen wurde 1945 zerstört. Das Gebäude, das seit 1309 der ehemalige Hauptsitz des Deutschen Ordens war, wurde bis heute fast vollständig restauriert. (© Foto: dpa)

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Die ersten Skelette waren bereits im Oktober vergangenen Jahres bei Erdarbeiten für den Bau eines Hotels in der Innenstadt entdeckt worden.

"Es sind sterbliche Überreste von Frauen, Männern und Kinder. Ein Teil der Leichen weist Kugelspuren auf", sagte Staatsanwalt Waldemar Zduniak. Die Zahl der Leichen könne noch steigen, da die Exhumierungsarbeiten andauerten.

Ein Mitarbeiter des Marienburger Museums sagte PAP, bei den Toten könnte es sich um Deutsche handeln, die Anfang 1945 bei Kämpfen zwischen deutschen und sowjetischen Truppen getötet worden seien.

Zwar habe die deutsche Militärführung die Zivilbevölkerung bereits Ende 1944 zum Verlassen der Stadt aufgefordert, doch mehrere tausend Einwohner seien diesem Befehl nicht gefolgt. Ihr Schicksal sei bisher unbekannt.

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(sueddeutsche.de/dpa/jkr)