Aus Sarah Palin sprudelten wieder Sätze, die so gar keinen Sinn machen wollten - die zum Teil gar keine Sätze mehr waren. Etwa dieser: Couric wollte wissen, wie Palin ihr Ausweichmanöver bei einem früheren Interview gemeint hat. In dem meistzitierten Auszug ihres ABC-Interviews hatte Palin ihre außen- und sicherheitspolitische Kompetenz damit begründet, dass man Russland von Alaska aus sehen können. "Wirklich."
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Tina Fey feiert als Palin-Double Riesenerfolge. (© Foto: AP)
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"Was haben Sie damit gemeint?", fragte Couric. Ganz einfach. Und Palin hob zu einem Bandwurmsatz an: "Dass Alaska eine sehr enge Seegrenze zwischen einem fremden Land, Russland, hat und, auf unserer anderen Seite, die Landgrenze, die wir mit Kanada haben." Wie das nun ihre Erfahrung in Sachen Außenpolitik verbessert habe, hakte Couric nach. Und Palin antwortete: "Nun, das tut es sicher. Denn unsere, unsere Nachbarn nebenan sind fremde Länder, dort in dem Staat, von dem ich die Exekutive bin. Und da ..."
Das wollte sich Katie Couric nicht mehr anhören, unterbrach und fragte: "Waren Sie je an Verhandlungen beteiligt, zum Beispiel mit den Russen?" Sarah Palin antwortete - lang und weitgehend inhaltsfrei: "Wir haben Handelsmissionen hin und her ausgetauscht, das tun wir." Es sei sehr wichtig, wenn man sogar Fragen der nationalen Sicherheit mit Russland in Betracht zieht. "Wenn Putin aufmuckt und in den Luftraum der Vereinigten Staaten von Amerika kommt, wohin gehen sie? Alaska! Es ist gleich jenseits der Grenze. Es ist Alaska, von dem wir jene aussenden, um sicherzustellen, dass diese sehr mächtige Nation, Russland, im Auge behalten wird, denn sie sind gleich da, sie sind gleich neben unserem Staat."
"Gibberish", Kauderwelsch, nennt Zakaria das, was Palin da über die Lippen kam. Er selbst sei letztens über den Nordpol nach Tokio geflogen - ob ihn das zum Experten für Weihnachtsmänner mache? Wohl kaum.
Beispiele aus dem Interview gibt es zur Genüge - etwa auf Youtube, in leicht verständliche Häppchen zerlegt. Eine weitere Blamage kam zum Thema "Hilfspaket für die amerikanische Wirtschaft". Palin reihte ein paar Phrasen aneinander, die sie offenbar auswendig gelernt hatte - die aber zusammengebaut nicht so recht einen Sinn ergeben wollten.
Es gibt namhafte Kommentatoren in Amerika, die sich darüber echauffiert haben, dass die McCain-Kampagne Sarah Palin mehr oder weniger versteckt hält - wie eine zerbrechliche Blume, die unter dem harschen Zugriff der Medien welke. "Aber je mehr sie spricht, umso mehr sehen wir, dass es der gesunde Menschenverstand ist, der McCains Team dazu bringt, Palin zu behandeln wie eine Zeitbombe", so Zakaria.
Ob nun das Offensichtliche auch zugegeben werden könne, fragt der Kolumnist rhetorisch: "Sarah Palin ist total unqualifiziert für das Amt des Vizepräsidenten." Zwar habe sie in Alaska das eine oder andere bewirkt - sich aber bislang noch nie Gedanken über die Bundespolitik oder gar internationale Beziehungen gemacht.
Die Comedians im amerikanischen Fernsehen brauchen jedenfalls keine Angst zu haben, dass ihnen bis zum Wahltag in fünf Wochen die Themen ausgehen. Alter und neuer Star der Szene ist Tina Fey, die Palin äußerst ähnlich sieht und noch dazu die Peinlichkeiten der Sarah Palin auf die Spitze treiben kann.
In der bekannten Sendung Saturday Night Live traf sie den Nagel auf den Kopf: Im nachgestellten Interview von Feys Palin und Amy Poehler als Katie Couric fragte die vermeintliche Moderatorin danach, wie Palin die Demokratie in fernen Ländern vorantreiben wolle. Feys Palin schaute rehäugig und erwiderte: "Katie, ich würde gern einen meiner Joker nutzen ... ich möchte einen Freund anrufen."
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(sueddeutsche.de/cag)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
vielen Dank. Ihre Hinweise waren mir bekannt. Der letzte - sagen wir redaktionelle Beitrag stammt vom 27.9. - und das ist schade, denn eventuell trägt Herr O alsbald eine grosse Verantwortung und mir fehlt bei SZ dazu die deutsche Sicht, die deutsche Berichterstattung. Hoffe, jetzt ist es klarer.
Man muss sich halt umfassend umhören, bevor man sich eine umfassende Meinung bilden kann ;).
Und man muss immer kritisch zu seiner eigenen Meinung stehen, die wird nämlich praktisch nie perfekt sein.
Ich kenne ja nur die Online-Ausgabe der SZ, wie vielfältig ist denn die Berichterstattung zu diesem Thema in der gedruckten Fassung ?
Sie beanstanden:
"dass bei SZ nichts mehr zu Herrn Obama zu lesen ist, nichts mehr zu hören ist " ...
"Der Schwerpunkt den SZ setzt mit einer Dauer"bericht"erstattung zu Palin ist mir zu simpel".
Das scheint eine Fehleinschätzung zu sein: Gestern berichtete SZ-online über Obama unter "Wahlen in den USA - Obamas Vorsprung schrumpft".
Heute zu McCain " US-Präsidentschaftskandidat McCain - Stolpern über Palin"
(http://www.sueddeutsche.de/politik/657/312571/text/) und darunter findet sich in den Links heute folgende "Statistik" zur Nennung der beiden Kontarhenten in der Berichterstattung von SZ-online:
"
* Barack Obama (624)
...
* John McCain (439)
..."
Wird etwa im Gegenteil zu viel über Obama berichtet? Wohl nicht, denn er scheint der vielseitigere, weltoffenere und zukunftsfähigere Kandidat der beiden zu sein.
wenn ich auch sonst nicht unbedingt den beschützerinstinkt von donata gegenüber frau palin teile bin ich ebenfalls der meinung, dass es momentan in usa wichtigere themen als mrs. palin gibt. in der tat wurden in der sz die entscheidungen der senatoren, die vorschläge der beiden kandidaten zur lösung der krise und daraus resultierende folgen für die kandidatur bzw die zeit danach viel zu wenig behandelt. wäre eine chance für gute berichterstattung und erläuterung der hintergründe gewesen. in der financial times (uk) wurde dieses thema gestern über 4 seiten behandelt ! sowohl für frau palin als auch mr biden! gab es jeweils einen 3 spalter über die fehltritte und mögliche auswirkungen auf den wahlkampf sowie eine vorschau auf die tv debatte. diese zeitung machte jedenfalls einen wesentlich ausgewogeneren eindruck! was nicht heisst, dass frau palin dabei besser wegkam :-)
Please watch http://tinyurl.com/3vwak9
At the moment it´s fiction but it´ll be reality soon! The Maverick and the MILF are taking the West Wing!
Paging