Von der nächsten Gesundheitsreform sollen vor allem die Patienten profitieren: Der CDU-Experte Jens Spahn sagte der SZ, Krankenhäuser und niedergelassene Mediziner müssten besseren Service liefern.
Die nächste Gesundheitsreform soll nach dem Willen der Union deutliche Verbesserungen für Patienten bringen. In Krankenhäusern soll es dann auch für gesetzlich Versicherte nur noch Zweibett-Zimmer geben, sagte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn der Süddeutschen Zeitung. Bei den niedergelassenen Medizinern müsse der Service deutlich besser werden. Fachärzte etwa sollten Termine innerhalb von drei Wochen vergeben und diese auch einhalten.
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Eine Szene aus einem deutschen Krankenhaus: Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn will sich dafür einsetzen, dass die nächste Gesundheitsreform deutliche Verbesserungen für die Patienten bringen. (© dpa)
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Kassenpatienten müssten häufig noch zu viert in einem Zimmer liegen, sagte Spahn. "Das wird den Bedürfnissen der Menschen einfach nicht mehr gerecht, das ist etwa für einen Krebskranken eine ziemliche Zumutung." Das für 2011 geplante Versorgungsgesetz der schwarz-gelben Koalition solle deshalb Anreize für die Kliniken bieten, die Zahl der Betten pro Zimmer zu reduzieren. "Wer noch Vierbett-Zimmer anbietet, bekommt dann weniger Geld."
Die Pläne dürften heftige Proteste unter den Krankenhausverbänden auslösen. Seit langem gibt es den Verdacht, die etwa 2000 Kliniken würden die Zahl der Zweibettzimmer künstlich niedrig halten, um sie bevorzugt Privatpatienten anzubieten. Nach Einschätzung von Experten nehmen sie damit bis zu 300 Millionen Euro im Jahr ein.
Spahn verwies auf den reichlich vorhandenen Platz. In den vergangenen zehn Jahren sei die Dauer des durchschnittlichen Klinik-Aufenthalts deutlich gesunken. Damit sei auch die Zahl der benötigten Betten zurückgegangen. "Die meisten Krankenhäuser könnten ohne Probleme auf Zweibett-Zimmer umstellen," schlussfolgerte er.
Krankenhäuser sollen Zahl der Infektionen veröffentlichen
Nach Spahns Aussagen wird die schwarz-gelbe Koalition zudem jede einzelne Klinik dazu verpflichten, die Zahl der Infektionen zu veröffentlichen, die durch Krankenhauskeime entstanden sind. In Deutschland sei die Zahl dieser Erkrankungen deutlich höher als beispielsweise in den Niederlanden. "Da müssen wir was tun. Wir brauchen einen Wettbewerb der Kliniken, bei dem es darum geht, die wenigsten Infekte zu haben." Notwendig sei eine Art Keimregister mit einem allseits verständlichen Benotungssystem. "Wer wenig Keime hat, kriegt fünf Sterne, wer viele hat, nur einen oder keinen." Der Patient solle sich selbst ein Bild machen können.
Die Versicherten müssten auch in anderen Bereichen vom geplanten Versorgungsgesetz profitieren, sagte Spahn. Kliniken und Ärzte hätten in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 8,5 Milliarden Euro zusätzlich bekommen. "Das ist eine Riesensumme, und die muss sich jetzt in einer besseren Versorgung bemerkbar machen."
So forderte er die niedergelassenen Ärzte auf, die Wartezeiten für ihre Kassenpatienten deutlich zu reduzieren. Es gehöre zu einer gut geführten Arztpraxis, dass für zehn Uhr bestellte Patienten nicht erst um halb eins drankämen, betonte er. Fachärzte müssten zudem auch für gesetzlich Versicherte Termine innerhalb von drei Wochen anbieten. Die Verbesserungen will er über die Krankenversicherer erreichen. "Die Kassen müssen hier aktiver werden und verbindliche Absprachen mit den Ärzten treffen."
Zu einer besseren Versorgung gehört nach Spahns Worten auch eine bessere Übersicht über die Leistungen, die der Arzt mit der Krankenkasse abrechnet. Es gebe ein Recht auf Kostentransparenz. Dies könne durch ein "Lieferschein-Prinzip" erreicht werden. "Der Arzt legt dem Patienten eine Übersicht über die erbrachten Leistungen vor, und erst wenn dieser sie ihm quittiert hat, kann der Arzt abrechnen."
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(SZ vom 27.12.2010)
Bundespräsident Gauck
In Offenbach wurde ein neues Bettenhaus gebaut mit Vierbettzimmern - die haben sich vermutlich nur "verplant". Bei dem momentanen Personalstand Zweibeettzimmer für Kassenpatienten, daß ich nicht lache!
Was für ein Unsinn profilierungssüchtigen Jungpolitikern so einfällt:
Forderung 1: Vierbettzimmer müssen abgeschafft werden!
Ich arbeite an einer großen süddeutschen Klinik- und hier gibt es meines Wissens nur zwei Standard-Vierbettzimmer, der Rest sind Zweibettzimmer, die ohne Unterscheidung mit gesetzlich und privat Versicherten belegt werden (z.T. landen auch Privatversicherte im Vierbettzimmer!). Die Unterstellung, Zweibettzimmer würden für Privatpatienten reserviert werden, ist nichts anderes, als tumbe Sozialpolemik ohne Hintergrund.
Forderung 2: Wenn Ärzten schon soviel mehr bezahlt wird, müsse man das auch am Service merken.
Wenn ich im ärztl. Hintergrunddienst um 2 Uhr nachts zu einem Herzinfarktpatienten in die Klinik gerufen werde, und um 5 Uhr wieder nach Hause fahren darf (nur, um 3 Stunden später wieder munter meinen faktischen 12-Stunden-Dienst zu tun), bekomme ich pro Stunde 25 EUR BRUTTO. Super Bezahlung? Eher Beleg eines politisch gewollten, verkommenen Wertesystems, in dem die Rettung eines Menschenleben mit weniger zu vergüten ist, als der Schlüsseldienst, der mir meine Wohnung für 130 EUR am frühen Abend aufsperrt. Die Spahnsche Forderung klingt vor diesem Hintergrund wie Häme.
Forderung 3: Ärzte müssen für ihre Leistungen Quittungen ausstellen.
Es gibt-wie überall, gerade auch in der vor Korruption nicht gefeiten Politik- schwarze Schafe. Aber einen ganzen Berufsstand mit einer derartigen Forderung unter den Generalverdacht des systematischen Abrechnungsbetrugs zu stellen, ist widerlich und abstoßend.
Forderung 4: Früher Termine für Kassenpatienten!
Wie soll das gehen- indem Ärzte 24 Stunden am Tag arbeiten? Es ist doch nicht so, dass Niedergelassene 2 Privatpatienten am Tag behandeln und dann die Füße auf den Tisch legen. Die Niederlassungsbeschränkung führt doch erst dazu, dass man teilweise Wochen oder Monate auf einen Termin warten muss...
Ich weiß nicht, ob es Ahnungslosigkeit, tumbe Prä-Wahlkampfpolemik oder nur ein auf der anbiedernden Verbrüderung mit den vermeintlich übervorteilten Kassenpatienten beruhendes Profilierungsgehabe ist, was Herrn Spahn zu derartigen Forderungen getrieben hat. Eins weiß ich aber wohl- unser Gesundheitssystem wird durch solche Akteure nicht besser.-
Ich erinnere an den sauberen Herrn Mißfelder, der Alten über 80 keine Hüftoperation mehr zugestehen wollte - sollten sie doch auf Krücken gehen. Der Mann ist außenpol. CDU-Sprecher.
Die CDU/CSU haben den Begriff Batman falsch interpretiert!
Jedem seine kleine FDP/CDU Welt.!
ja wo leben denn DIE eigentlich, hatten wir nicht gerade eine "Reform" vom Nullpunktpolitiker ROESLER oder wie der heisst ? zu "fordern" haben diese
Herrschaften ueberhaupt nichts, konkret LEISTEN muessen sie etwas und
den sanften Tritt in den gut gepolsterten Hintern bekommen Sie ab Maerz
2011 (hoffentlich) ! ICH goenne von denen keinen CENT von meiner "Wahl-
kopfpauschale" PROST NEUJAHR ihr lieben !
Paging