Die drei in der Türkei von der PKK entführten Bergsteiger sind wieder in ihrer Heimat Bayern. Das Auswärtige Amt in Berlin dankte den türkischen Behörden.

Die drei in der Türkei freigelassenen deutschen Bergsteiger sind wieder wohlbehalten in ihrer bayerischen Heimat. Sie trafen nach Angaben von Sicherheitskreisen am frühen Montagabend mit einer Lufthansa-Maschine aus Ankara am Münchner Flughafen ein. Das Auswärtige Amt in Berlin dankte den türkischen Behörden für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die türkischen Stellen hätten einen wichtigen Anteil am guten Ende der Geiselnahme, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Jens Plötner.

Die drei deutschen Geiseln auf dem Heimweg; AP

Auf dem Heimweg: die drei freigelassenen bayerischen Bergsteiger am Flughafen von Agri. (© Foto: AP)

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Die Bergsteiger sind von den Geiselnehmern relativ gut behandelt worden. Lars Holger R., einer der freigelassenen Männer, sagte nach der Landung auf dem Münchner Flughafen: "Es geht uns physisch ziemlich gut, psychisch bleibt sicherlich das eine oder andere zu verarbeiten."

Der Mann, der mit seinen beiden Kameraden zwölf Tage in der Gewalt der kurdischen Entführer war, bedankte sich bei den deutschen und türkischen Behörden, die dafür gesorgt hätten, dass es zu keinerlei militärischen Operationen gekommen sei. "Es war unsere größte Sorge, dass wir in Gefechte verwickelt würden", fügte er hinzu.

Lars Holger R. Bat um Verständnis, dass er zunächst keine weiteren Fragen zu der Geiselnahme beantworten wollte. "Wir sind froh, dass wir heil und gesund wieder angekommen sind", sagte der 33-jährige Bergsteiger. "Es war für uns eine schwierige Zeit, aber schlussendlich haben wir sie gut überstanden."

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) begab sich zum Münchner Airport, um die 33, 48 und 65 Jahre alten Männer persönlich zu empfangen. Angehörige von ihnen waren von der Polizei für ein erstes Wiedersehen an den Flughafen gebracht worden.

Herrmann dankte ebenfalls dem Auswärtigen Amt für die erfolgreichen Bemühungen um die Freilassung der drei Bergsteiger. Der Krisenstab in Berlin habe ganz ausgezeichnete Arbeit geleistet, sagte er. Die Arbeit des Krisenstabes sei nicht einfach gewesen angesichts des schwierigen Spannungsfeldes zwischen den türkischen Behörden und den kurdischen Rebellen, die die drei Männer entführt hatten.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) in München reagierte erleichtert nach der Ankunft der drei Freigelassenen. "Wir bedanken uns beim Auswärtigen Amt und allen beteiligten Behörden für den intensiven Einsatz, der zum glücklichen Ausgang beigetragen hat", sagte DAV-Hauptgeschäftsführer Thomas Urban. Die überfallene Reisegruppe gehört zur DAV-Sektion Kelheim.

Die Bergsteiger waren am 8. Juli von bewaffneten Rebellen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK auf dem Berg Ararat verschleppt worden. Erst am vergangenen Sonntag waren sie in felsigem Gelände wieder freigelassen worden. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes verbrachten die Männer die Nacht zum Montag in einem Gästehaus der türkischen Regierung in Agri, wo sie von der deutschen Botschaft betreut wurden. Der Provinzgouverneur von Agri, Mehmet Cetin, ließ die Bergsteiger per Bus zum nächstgelegenen Flughafen in der Stadt Erzurum bringen, von wo aus sie nach Ankara flogen. Am Flughafen in Ankara wurden sie vom deutschen Botschafter Eckart Cuntz begrüßt.

Fünf bewaffnete PKK-Angehörige hatten die Bergsteiger am 8. Juli aus einem Camp am Berg Ararat auf 3200 Metern Höhe verschleppt. Die insgesamt 13 Männer und Frauen der Gruppe wurden in der Nacht vor der Gipfelbesteigung des 5165 Meter hohen Berges überfallen. Nach Angaben der türkischen Zeitung Sabah mussten die drei Bayern mit ihren Entführern ständig das Versteck wechseln.

Die PKK-Kämpfer hätten ihre Geiseln - aus Angst, von Sicherheitskräften entdeckt zu werden - gezwungen, mit ihnen immer wieder durch das Gebirge zu marschieren. Freigelassen worden seien sie am Sonntag schließlich auf einer Höhe von 2200 Metern, inmitten von Felsen.

Die PKK hatte als Gegenleistung für eine Freilassung gefordert, dass Berlin seine "feindliche Politik" gegenüber der Bewegung und dem kurdischen Volk beenden müsse. Die Bundesregierung hatte erklärt, sie lasse sich nicht erpressen. Die PKK, die auch Militärlager im Nordirak unterhält, kämpft für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Gouverneur Cetin beschrieb die deutsch-türkische Zusammenarbeit während der Geiselkrise in der Zeitung Radikal als "sehr gut".

Die Zeitung Vatan mutmaßte, die Geiselnehmer hätten schließlich aufgegeben, weil die Armee das Gebiet erfolgreich umzingelt habe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatten sich hoch erfreut über die Freilassung der Bergsteiger geäußert. Auf die Frage, ob Lösegeld oder ein politischer Preis gezahlt worden sei, sagte die Kanzlerin in der ARD lediglich: "Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln frei zu bekommen." Weitere Details wollte sie nicht nennen. SPD-Chef Kurt Beck sagte, die unversehrte Heimkehr der Männer sei "die erlösende Botschaft, auf die wir alle gehofft und gewartet haben".

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(sueddeutsche.de/dpa/jja/cag)