Nordkorea spricht nur von einem Satellitenstart, doch im Ausland fürchtet man um "Frieden und Sicherheit" in der Region: Pjöngjangs Pläne werden wohl Thema im UN-Sicherheitsrat.

Der von Nordkorea für Anfang April angekündigte Start eines Satelliten stößt international weiter auf heftige Kritik. Südkorea forderte "Beratungen und Gegenmaßnahmen" des UN-Sicherheitsrats, da Pjöngjang unter dem Deckmantel eines Satellitenprogramms eine Langstreckenrakete testen werde.

Parade zum 60. Gründungstag Nordkoreas 2008, dpa

Nordkoreas Führung zeigt gerne ihre militärische Stärke - wie hier am 60. Jahrestag der Staatsgründung im September 2008. (© Foto: dpa)

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Südkorea vermutet wie die USA und Japan, dass das kommunistische Land in Wirklichkeit eine Langstreckenrakete testen will, die theoretisch US-Gebiet erreichen könnte. Außenminister Yu Myung Hwan sagte, er glaube, dass sich der Sicherheitsrat dieses Themas annehmen werde. Japans Regierungschef Taro Aso kündigte ebenfalls einen Protest im Rahmen der Vereinten Nationen an.

Russland: "Lasst uns abwarten"

Bereits am Donnerstag hatte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon gesagt, das nordkoreanische Vorhaben gefährde "den Frieden und die Sicherheit in der Region". US-Präsident Barack Obama sprach von "Risiken" durch Pjöngjangs Raketenpläne. Russlands Chefunterhändler für Nordkorea, Alexej Borodawkin, wollte sich dagegen nicht festlegen, ob der Satellitenstart einen Verstoß gegen UN-Resolutionen darstelle. "Lasst uns abwarten, was die tatsächlichen technischen Parameter dieses Starts sind", sagte er.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao forderte Nordkorea zur Zurückhaltung auf. Es sollten aktiv Bemühungen unternommen werden, um die Verhandlungen über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms und den Friedensprozess voranzubringen, sagte Wen Jiabao auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. Alle Parteien sollten "von Aktionen absehen, die die Spannungen eskalieren lassen könnten". Nur durch Verhandlungen lasse sich Sicherheit und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in Nordostasien insgesamt schaffen, sagte der Ministerpräsident.

Verstoß gegen UN-Resolution 1718

China hoffe, dass alle Teilnehmer an den seit 2003 laufenden Sechs-Parteien-Gesprächen weitere Übereinstimmungen finden könnten. An den Gesprächen nehmen außer Nordkorea, den USA und China auch Südkorea, Japan und Russland teil. Nächste Woche wird Wen Jiabao in Peking den nordkoreanischen Ministerpräsidenten Kim Yong Il zu Gesprächen empfangen. Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem Machthaber Kim Jong Il. Es ist seine erste Visite in Peking seit seinem Amtsantritt im April 2007.

Nordkorea hatte in dieser Woche UN-Sonderorganisationen wie die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) darüber informiert, dass das Land zwischen dem 4. und 8. April einen Fernmeldesatelliten ins All schießen wolle. Die ICAO veröffentliche eine Karte mit zwei möglichen "Gefahrenzonen" für den Aufschlag von Raketenteilen. Davon liegt eine im Japanischen Meer vor der Nordwestküste Japans und die andere im Pazifik.

Mit seinem Vorhaben würde Nordkorea gegen die UN-Resolution 1718 vom Oktober 2006 verstoßen. Neben der Verhängung von Sanktionen hatten die UN Nordkorea damals aufgerufen, auf weitere Atomwaffen- und Raketentests zu verzichten. Die Resolution war die Reaktion des Weltsicherheitsrats auf einen Nukleartest des Landes.

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(dpa/AFP/ihe)