Nächste Eskalationsstufe zwischen Kirche und Pius-Brüdern: Der Chef der Bischofskonferenz fordert den Vatikan auf, auf die geplante Priesterweihe der Ultras zu reagieren.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat die bei Regensburg geplante Priesterweihe der Pius-Bruderschaft als "Affront gegen die Einheit der Kirche" kritisiert.
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: Erzbischof Robert Zollitsch (© Foto:)
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Damit verstoße der traditionalistische Orden nicht nur gegen Kirchenrecht, sondern auch gegen die Rechte des Regensburger Bischofs. Am 27. Juni will die Bruderschaft in ihrem Priesterseminar Zaitzkofen drei Diakone und drei Priester weihen.
Die Exkommunikation der vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft sei zwar von Papst Benedikt XVI. aufgehoben worden, sie hätten aber "kein Amt und keine Funktion in der Kirche" und könnten deshalb auch keine Priester weihen, sagte Zollitsch.
Er hoffe, dass vom Vatikan auch auf diese Provokation eine klare Antwort komme, "denn diese Diskussion innerhalb der katholischen Kirche und über sie hinaus verunsichert ja viele Menschen". Im Vatikan hieß es am Dienstag auf Anfrage lediglich, man wolle sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern.
Die Pius-Bruderschaft vertritt die Auffassung, dass der Vatikan ihr Priesterweihen nach der Aufhebung der Exkommunikation nicht untersagt habe.
Am 3. Mai hatte der Generalobere der Pius-Brüder, Bischof Bernard Fellay, bereits im Benediktinerkloster in Bellaigue in Frankreich eine Priesterweihe vorgenommen. Mit den Weihen im Bistum Regensburg würde auch das Jubiläum 25 Jahre Priesterweihen der Bruderschaft gefeiert - 1984 hatte es die ersten Weihen gegeben.
Die Bistümer Fulda und Regensburg haben sich wegen des Verhaltens der Pius-Brüder an Rom gewandt. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen verwies in der Fuldaer Zeitung auf die nicht erlaubte Weihe einer Kapelle durch die Bruderschaft am Sonntag in Fulda. Damit seien Grenzen überschritten worden.
"Über das Vorgehen der Priester-Bruderschaft in Fulda und ihren Bruch des Kirchenrechts habe ich den Apostolischen Nuntius - den Vertreter des Papstes in Deutschland - und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz per Brief ausführlich informiert", sagte der Bischof.
Weiterer Konflikt wegen Donum Vitae
"Mir ist es sehr wichtig, dass der Heilige Vater sieht, wie die Bruderschaft auf sein großzügiges Entgegenkommen reagiert und was aus seinem barmherzigen Akt, die Exkommunikation gegen die vier verbotenerweise geweihten Bischöfe aufzuheben, geworden ist'', betonte Algermissen. "Die notwendigen Gespräche mit der Bruderschaft muss jetzt der Vatikan führen."
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hatte schon vor Monaten weitere Weihen in dem Priesterseminar der Bruderschaft verboten und Rom eingeschaltet. Dem Bayerischen Rundfunk sagte der Regensburger Oberhirte, dass er bislang aber keine Antwort erhalten habe.
Wie das Bistum nun mit den angekündigten Priesterweihen weiter umgehen wird, ist unklar. Die Pius-Bruderschaft war weltweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem ihr Bischof Richard Williamson in einem Interview behauptet hatte, es seien nicht sechs Millionen, sondern 200.000 bis 300.000 Juden von den Nazis ermordet worden, aber keiner in einer Gaskammer.
Ein weiterer Konflikt zwischen den deutschen Katholiken und dem Vatikan zeichnet sich erneut bei der Schwangerenkonfliktberatung Donum Vitae ab. Laut BR-Online hat der Beauftragte der Bischofskonferenz für das Landeskomitee der Katholiken in Bayern, Bertram Mayer, erklärt, ein Engagement bei Donum Vitae und in katholischen Gremien sei unvereinbar.
Das klare Bekenntnis der Kirche für den Schutz des ungeborenen Lebens dürfe nicht verdunkelt werden. Prominente Mitglieder von Donum Vitae sind der ehemalige CSU-Landtagspräsident Alois Glück und Landtagspräsidentin Barbara Stamm.
(SZ vom 10. Juni 2009/odg)
Ich kann an Benedikts Politik nichts finden, was hinter das Konzil zurückführen würde. Dieser Eindruck entsteht, weil sich bezüglich des Konzils, genauer der Inhalte desselben einige umittlerweile unausrottbaren Märchen entwickelt haben.
Ich zitiere mal aus Dei Verbum (II. Vatikanum): "Die Heilige Überlieferung aber
gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist den
Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie
es unter der erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer
Verkündigung treu bewahren, erklären und ausbreiten. So ergibt sich, daß die
Kirche ihre Gewißheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift
allein schöpft. Daher sollen beide mit gleicher Liebe und Achtung angenommen
und verehrt werden."
Aus dem letzten Satz ergibt sich, dass für die nachkonziliare Tabula rasa keine Rechtfertigung in den Konzilstexten findet.
Ich zitiere aus Ad Gentes (II. Vatikanum): "So ist es nötig, daß sich alle
zu ihm, der durch die Verkündigung der Kirche erkannt wird, bekehren sowie
ihm und seinem Leib, der Kirche, durch die Taufe eingegliedert werden.
Christus selbst hat nämlich 'mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des
Glaubens und der Taufe betont (vgl. Mk 16,16; Joh 3,5) und damit zugleich die
Notwendigkeit der Kirche, in die die Menschen durch die Taufe wie durch eine
Tür eintreten, bekräftigt. Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden,
die um die katholische Kirche und ihre von Gott durch Christus gestiftete
Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht
ausharren wollten."
Weitere überraschende Beispiele:
Das Dokument "Gaudium et spes" verbietet die künstliche Geburtenkontrolle. Dem widersetzen sich die Bischöfe Deutschlands. Wie wollen sie dann die Piusbrüder zur Befolgung des Konzils anhalten?
Das Dokument "Sacrosanctum Concilium" statuiert Latein als gewöhnlich in der Messe zu verwendende Sprache. Es empfiehlt nachdrücklich den Gregorianischen Choral, der nichts desto trotz aus den Kirchen fast verschwunden ist.
Das Dokument "Lumen Gentium" wiederholt und bekräftigt die Aussagen des I. Vatikanums zur Unfehlbarkeitslehre. Was soll man davon halten, wenn etwa Herr Küng, der diese Lehre ablehnt, zur Anerkennung des Konzils aufruft?
Man kommt sich direkt für dumm verkauft vor.
Ich finde die Botschaften von Benedikt XVI. eigentlich recht deutlich: Zurück in die Zeit vor dem Vatikanum II.
Die Piusbruderschaft wird begeistert sein und wahrscheinlich in absehbarer Zeit einen Papst stellen. Das ist zwar nicht wirklich nötig, denn um die Macht zu haben, reicht es ja wenn man Schlüsselstellungen in der Kurie und das Ohr des jeweiligen Papstes oder seines engsten Beraters besitzt.
Die Piusbruderschaft lebt nicht im Mittelalter, das hätte sie gerne. Es ist eher so, dass die Piusbruderschaft ein fixes Datum in der Kirchengeschichte zur immerwährenden "Tradition" erklärt hat. Dieses Datum ist aber nicht das Mittelalter, sondern irgendein Datum aus der Kindheit Lefebvres, also vielleicht der 1.1.1912. So wie die Kirche an diesem Datum bestanden hat, hat sie in der Ideologie die Piusbruderschaft immer bestanden und soll sie auch weiterhin. Dieser Traditionalismus ist lehramtlich zurückgewiesen (Paul VI. "Cum te"). Kümmert die Burschen natürlich nicht. Eine wirklich mittelalterliche Kirche würde der Piusbruderschaft dagegen gar nicht passen. Damals wurde die Theologie noch permanent fortentwickelt (man denke an Th. von Aquin).
Meinte natürlich, "Wer sich mit Hunden schlafen legt.."
Tja, PapaRatzi, so ist das. Wer sich mit Hunden schlafen geht, wacht mit Flöhen auf.
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