Piratenpartei Julia Schramm soll Rücktritt planen

Piraten-Beisitzerin Julia Schramm tritt nach übereinstimmenden Medienberichten von ihrem Amt zurück. Wegen einer Buchveröffentlichung stand das Vorstandsmitglied wochenlang auch parteiintern in der Kritik.

Tritt Julia Schramm von ihrem Amt zurück?

(Foto: dapd)

Sie ist die umstrittenste Piratin - und soll jetzt angeblich ihren Rücktritt planen. Julia Schramm, Vorstandsmitglied der Piratenpartei, zieht sich nach übereinstimmenden Medienberichten von ihrem Amt zurück. Sie wolle ihre Entscheidung noch am Freitag bekanntgeben, berichtete stern.de unter Berufung auf Parteikreise. Auch Welt Online schreibt von einem bevorstehenden Rücktritt Schramms.

Eine Sprecherin der Partei wollte Süddeutsche.de den Rücktritt weder bestätigen noch dementieren. Die Piraten kündigen für den Nachmittag eine Erklärung an.

Schramm, im April als Beisitzerin in den Bundesvorstand gewählt, steht in der Kritik, weil sie ihr Buch mit dem Titel "Klick mich" nicht frei verfügbar ins Netz stellte. Für ihre innerparteilichen Gegner ist dies ein Widerspruch zum Programm der Piraten, das eine Reform des Urheberrechts vorsieht und sich intensiv mit alternativen Finanzierungsmodellen beschäftigt. Die Partei ist zuletzt in Umfragen stark zurückgefallen und liegt bei etwa fünf Prozent.

Zuletzt hatten vor allem Querelen innerhalb des Bundesvorstands für schlechte Stimmung bei den Piraten gesorgt. Neben Julia Schramm wurde auch der politische Geschäftsführer Johannes Ponader von seinen Vorstandskollegen öffentlich angegriffen. Im Sommer hatte er zuerst publikumswirksam mit einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung der Agentur für Arbeit den Rücken gekehrt und brachte schließlich zahlreiche Parteifreunde mit einer umstrittenen Spendenaktion gegen sich auf, die wohlwollende Unterstützer zu seinen Gunsten initiiert hatten.