Petraeus-Nachfolge Obama schlägt Brennan als CIA-Chef vor

John Brennan, bisher Anti-Terror-Berater des US-Präsidenten Obama, soll neuer Chef des US-Geheimdienstes CIA werden.

(Foto: AFP)

Der frühere CIA-Chef David Petraeus stolperte über eine außereheliche Affäre - jetzt steht sein Nachfolger fest: John Brennan, bisher Anti-Terror-Berater von US-Präsident Obama.

US-Präsident Barack Obama will seinen bisherigen Antiterrorberater John Brennan zum neuen Chef des Geheimdienstes CIA machen. Brennan, der einen Großteil seiner Karriere bei der CIA verbracht hatte, soll diesen Montag offiziell vorgeschlagen werden, hieß es aus Regierungskreisen in Washington.

"Brennan hat das volle Vertrauen des Präsidenten", sagte ein Regierungsvertreter. Der 57-Jährige blicke auf eine "außergewöhnliche" Laufbahn in den US-Sicherheitsbehörden zurück. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei er "an der Frontlinie im Kampf gegen Al-Qaida" tätig gewesen. Als Obamas Antiterrorberater habe er sich in den vergangenen vier Jahren mit allen wichtigen Fragen der nationalen Sicherheit befasst. Damit werde Brennan in der Lage sein, das Amt des CIA-Chefs ohne Anlaufschwierigkeiten zu übernehmen.

Der bisherige CIA-Chef David Petraeus war im November wegen einer außerehelichen Beziehung mit seiner Biografin zurückgetreten. Petraeus' Affäre mit seiner Biografin Paula Broadwell hatte wochenlang für Schlagzeilen gesorgt. Wegen der Beziehung leiteten die Bundespolizei FBI, das Verteidigungsministerium und die CIA Untersuchungen ein. Dabei ging es um die Frage, ob der einstige Vier-Sterne-General vertrauliche Informationen an Broadwell weitergegeben haben könnte. Beide wiesen dies zurück. Petraeus' Stellvertreter Michael Morell hatte in den vergangenen beiden Monaten übergangsweise den Geheimdienst geleitet.

Nahostexperte Brennan

Der designierte Nachfolger Brennan spricht Arabisch und gilt als Experte für den Nahen Osten. Einen Teil seiner rund 25 Jahre langen Dienstzeit bei der CIA verbrachte er in Saudi-Arabien, wo er in den 90er Jahren das Regionalbüro des Geheimdienstes leitete. Ab 1999 war Brennan Stabschef des damaligen CIA-Direktors George Tenet, 2001 stieg er zum stellvertretenden Geheimdienstchef auf. In den Jahren 2004 und 2005 leitete Brennan das Nationale Zentrum für Terrorabwehr, das die Informationen aus den verschiedenen US-Geheimdiensten und Sicherheitsbehörden zusammenführt. Anschließend wechselte er in die Privatwirtschaft und arbeitete für Beratungsfirmen im Sicherheitsbereich.

Bereits vor Obamas Amtsantritt Anfang 2009 war Brennan als neuer CIA-Chef im Gespräch gewesen. Wegen seiner Haltung zu den harschen Verhörmethoden der US-Geheimdienste machten Menschenrechtler aber gegen Brennan mobil, bis er seine Bewerbung schließlich zurückzog. In einem Interview hatte er einmal gesagt, für Verhöre müssten die US-Agenten ab und an die "Samthandschuhe" ausziehen. Der Präsident holte Brennan stattdessen als seinen Anti-Terror-Experten ins Weiße Haus. Dort kümmerte er sich auch maßgeblich um die umstrittenen Drohnenangriffe auf mutmaßliche Terroristen in den pakistanischen Stammesgebieten, im Jemen und anderen Ländern.

Brennans bevorstehende Beförderung an die Spitze der CIA ist Teil eines umfassenden Umbaus von Obamas außen- und sicherheitspolitischem Team. Ebenfalls am Montag wollte der Präsident den früheren republikanischen Senator Chuck Hagel als neuen Verteidigungsminister nominieren. Hagel soll auf Leon Panetta folgen, der in den Ruhestand geht. Als Nachfolger für Außenministerin Hillary Clinton präsentierte Obama bereits den Senator John Kerry. Alle drei Personalien müssen noch vom Senat bestätigt werden.