Als kleiner Kommissar Ehrlicher tritt Peter Sodann gern in der Pose eines harmlosen Schelms auf, der den Mächtigen hilflos ausgeliefert zu sein scheint - um am Ende seinen Coup zu landen. Wie der TV-Star zum Einsatz für die PDS kam.
Wenn Peter Sodann gefragt wird, wie oft er Regie geführt hat in seinem Leben, spitzt er den Mund und tut gleichgültig. Er habe, sagt der 69-Jährige dann, nie eine Strichliste geführt. Dabei gibt es für den Theater-Prinzipal aus Halle an der Saale wohl nur Weniges, was ihm mehr Freude bereitet, als alle Fäden zu halten.
Mit den bestehenden Parteien, sagte Peter Sodann gern, habe er nichts am Hut. Jetzt ist er Spitzenkandidat der PDS. (© Foto: dpa)
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Da ist ihm die Rolle des Leipziger Tatort-Kommissars Bruno Ehrlicher, die ihn bundesweit bekannt machte, absolut auf den Leib geschrieben. Ganz wie der kleine Kommissar tritt Sodann gern in der Pose eines harmlosen Schelms auf, der den Mächtigen hilflos ausgeliefert zu sein scheint. Um am Ende seinen Coup zu landen.
Ein solcher Coup ist ihm jetzt auch mit seinem plötzlichen Eintritt in die Politik gelungen. Noch am Samstag hat seine Heimatstadt ihm ein großes Abschiedsfest ausgerichtet. Es sollte auch ein Trost sein für einen Abschied, gegen den er sich vergebens gestemmt hatte. Nach fast 25 Jahren musste Sodann die Führung des städtischen "neuen theaters" in Halle abgeben, das er in Eigeninitiative aufgebaut hat.
Er wäre gern später gegangen, hätte einen anderen Nachfolger gewollt und hat jedem offen gesagt, dass er sich von der Stadt vor die Tür gesetzt fühlt. Dennoch hat die Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler ihm einen großen Abend gewidmet. Die Sozialdemokratin hat ihn als einen Unbeirrbaren gepriesen, der unermüdlich gegen die Dummheit kämpft und dabei die Realität nicht aus den Augen verliert.
Herz-Jesu-Marxist der neuen Länder
Und er hat ihr nichts verraten. Kein Wort davon gesagt, dass er sich gar nicht zurückziehen wird, sondern auf höherer Ebene weiterspielen will, bei der Konkurrenz - im Bundestagswahlkampf als Spitzenkandidat der PDS in Sachsen.
Am Montag ließ er sich in Berlin präsentieren. Die PDS freute sich so sehr, dass sie ihn noch vor Oskar Lafontaine auf die Bühne stellte. Und Sodann bekannte seine Freude darüber, helfen zu können, die Linke in den Bundestag zu bringen.
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