Laut Pentagon haben zahlreiche Ex-Häftlinge den Kampf gegen die USA wieder aufgenommen. Dennoch will Barack Obama als US-Präsident das Lager schließen lassen.

Zahlreiche ehemalige Insassen des umstrittenen US-Gefangenenlagers Guantanamo haben nach Erkenntnissen des Pentagons ihren Kampf gegen die USA und deren Verbündete wieder aufgenommen. 18 dieser Ex-Gefangenen seien direkt in "terroristische Aktivitäten" verwickelt, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Geoff Morrell, am Dienstag.

Bild vergrößern

(© Foto: AP)

Anzeige

Bei 43 weiteren deuteten Geheimdienstinformationen darauf hin. Damit sei die vermutete Rückfallquote auf elf Prozent gestiegen. In einem Bericht vom März 2008 war die Quote mit sieben Prozent angegeben worden. Morrell wollte weder Namen nennen noch sagen, in welche Länder die ehemaligen Guantanamo-Insassen entlassen wurden.

Die Schätzung vom Dezember beruhe auf Erkenntnissen anhand von Fingerabdrücken, Abgleichen von DNA- und Fotomaterial sowie von "verlässlichen, bestätigten und fundierten" Geheimdienstberichten.

Es sei davon auszugehen, dass in Guantanamo auch weiterhin Häftlinge einsäßen, die Amerika und seinen Verbündeten schaden wollten, sagte Morrell. Die Behandlung dieser Gefangenen sei eines der schwierigen Themen, mit denen sich das Team des künftigen Präsidenten Barack Obama derzeit gründlich befasse.

Obama hat die Schließung des Lagers zu seinen vordringlichsten Aufgaben erklärt. Der künftige US-Präsident will einem Zeitungsbericht zufolge bereits an seinem ersten Tag im Amt die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantanamo anordnen. Es könne dann aber noch mehrere Monate dauern, bis das umstrittene Lager wirklich geschlossen werde, berichtete die New York Times am Dienstag unter Berufung auf das Übergangsteam Obamas.

Der gewählte Präsident, der sein Amt am 20. Januar antritt, hatte bereits am Sonntag eingeräumt, dass er Guantanamo nicht wie versprochen innerhalb seiner ersten hundert Tage schließen könne.

In dem Gefangenenlager, das nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eröffnet worden war, sind derzeit noch rund 250 Menschen inhaftiert. Probleme bereitet den USA derzeit die Frage, was mit den verbleibenden Insassen passieren soll. Guantanamo hat wegen der dort angewendeten Verhörpraktiken sowie wegen des Verwehrens ordentlicher Gerichtsverfahren gegen die Insassen heftige Kritik in aller Welt hervorgerufen.

Leser empfehlen 

(AFP /Reuters/bica)