Sie hat geholfen, die CSU von Edmund Stoiber zu befreien, nun ist es ihr selbst zu eng geworden: Gabriele Pauli will über die Landkreisgrenze hinaus - und scheint sich darüber ein wenig verloren zu haben.
Der von ihr selbst so bezeichnete "Alleingang im Namen vieler" endet im gediegenen Marmorsaal des Nürnberger Presseclubs. Noch einmal spult sie ihr Programm der vergangenen Wochen ab. Sie räsoniert über die CSU, in der nur kleine, mächtige Zirkel entscheiden würden, nicht aber die breite Basis, für die sie stellvertretend spreche.
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Sie redet über Edmund Stoibers Sturz und kommt dabei über schon hundertmal wiederholte, oberflächliche Floskeln nicht hinaus. Sie beklagt sich über CSU-Generalsekretär Markus Söder, weil der beim politischen Aschermittwoch in Passau die Pfiffe und die Buh-Rufe gegen sie mitangeheizt habe. Bei all dem klingt Gabriele Pauli lustlos.
Gebrochens Versprechen
Die Frau, die seit Wochen kein Mikrofon auslässt und vor allem keine Kamera, wirkt im Nürnberger Presseclub resigniert und wie jemand, der nichts mehr zu vermelden hat. An diesem Abend, sagt sie vier Tage später, habe sie sich "erstmals so richtig gefragt, warum beiße ich mich so sehr am Landkreis fest, während doch vielleicht ganz andere Aufgaben auf mich warten?"
Und dann habe sie beschlossen, zur Kommunalwahl 2008 nicht wieder anzutreten, weil sie nämlich nicht bis zur Pensionsgrenze Landrätin von Fürth bleiben wolle, denn das sei "eigentlich nicht die Perspektive, die mich mit Freude erfüllt". Man kann aber auch sagen, Gabriele Pauli hat ihr Wort gebrochen.
"Ich bin tief verwurzelt und möchte weiterhin Landrätin von Fürth bleiben", hatte die 49-Jährige stereotyp geantwortet, wenn sie in den vergangenen Wochen nach ihren politischen Ambitionen gefragt wurde. Dabei hatte sie in Parteizirkeln schon vor Monaten keinen Zweifel daran gelassen, dass sie sich zu nahezu allem im Stande fühle.
Nun schwadroniert sie in der von einem unlängst erst engagierten persönlichen Pressesprecher verbreiteten Rückzugserklärung über angebliche "interessante politische und berufliche Perspektiven", "vielen Optionen", "neue Herausforderungen" und eine "Zukunft in der freien Wirtschaft oder auch in Form eines höheren politischen Amtes".
Bei Letzterem bremste der mutmaßlich nächste bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein sie postwendend aus: In Bayern brauche sie sich da keine Hoffnungen machen. Für die CSU ist Paulis Zukunft schon Vergangenheit.
Ihre innerparteilichen Gegner werten die Ambitionen auf "höhere politische Ämter" als Beleg für einen zunehmenden Realitätsverlust: "Als kleiner Bub habe ich auch geglaubt, ich werde Bundeskanzler", höhnt der Fürther CSU-Landtagsabgeordnete Günter Gabsteiger. Er hat Gabriele Pauli einst in der Partei als Landratskandidatin durchgeboxt; nun gehört er zu ihren härtesten Kritikern.
Motorradausflüge und Lederkluft
In den achtziger Jahren war die später von der Boulevardpresse "schöne Landrätin" titulierte Gabriele Pauli die etwas pummelige Ehefrau eines jungen CSU-Stadtrats, der Bürgermeister von Zirndorf werden wollte. Zum Zwecke der Stimmenwerbung setzte sich Gabriele Pauli ganz brav hinten auf das Fahrradtandem. Die Ehe ging in die Brüche, und Ex-Ehemann Siegfried Balleis wurde 1996 Oberbürgermeister von Erlangen.
Da stand Gabriele Pauli schon sechs Jahre als CSU-Vorzeigefrau an der Spitze des Landkreises Fürth. Der war bis dahin eine SPD-Hochburg, und die Politologin, die mit einer Arbeit über politische PR promoviert wurde, hatte diese 1990 sensationell geschliffen. Seither regiert sie Bayerns kleinsten Landkreis, der Fürth heißt, obwohl diese Stadt nicht einmal dazugehört, sondern das Kleinstädtchen Zirndorf die Kapitale ist.
Pauli ist beliebt, lädt zu Motorradausflügen ein und posiert in der engen Lederkluft genauso bereitwillig für die Fotografen, wie im kleinen Schwarzen. In 17 Landratsjahren erfuhr Gabriele Pauli allerdings nicht annähernd so viel öffentliche Aufmerksamkeit wie in den vergangenen drei Monaten. Seit bekannt wurde, dass der Büroleiter Edmund Stoibers ihr Privatleben nach etwaigen Alkoholproblemen und Männerbekanntschaften ausschnüffelte, ist sie ein Medienstar.
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Bildung in Europa
Zufaellig flimmert eine Werbeanzeige der 25% Partei SPD durch den online-Aether der SZ.
Waere eigentlich ein teurer Werbeplatz zum Thema.
Oder drueckt die Online-Redaktion und die Zeitgeistler beim Sueddeutschen Verlag mal ein linkes Auge zu.
Oh Herr sind Sie ein Seggel !
die profanen Medien _ die linken Zeitgeistler und den Buergern , die Preussen (fuer die Umfragen bundesweit) haben eine optische Ex-Junge Frau auf den Schild gehoben.
Jetzt muesste bei Ihr Substanz nachfolgen, und die gibst bei Ihr eben nicht.
Und mit kanpp 4 TSD Euro laesst es sich in Zukunft gut tingeln.
Abartig !
Andersdenkenden "das Begreifen politischer Zusammenhänge" abzusprechen.
Ich schäm' mich ja schon.
Mit elektronischen Grüßen
Einzelmeinung
Ihre Auslegung ist mir ein wenig zu "eng" gedacht.
Denn: Ein Streben nach einem "höheren politischen Amt" impliziert nicht zwingend ein Streben aus "niederen Motiven" (hier z.B. aus Machthunger/gier).
Selbstverständlich können Sie zu Recht aus meinem Kommentar entnehmen, daß ich Frau Pauli keinesfalls für eine machthungrige Person halte, was Sie gleichzeitig als spekulativ betrachten mögen. Das nennt man dann wohl "einen Standpunkt beziehen".
Wissen Sie, Herr/Frau Einzelmeinung, es gibt "Streben" und "Streben", die Motivation ist entscheidend.
Mit vollmundigen Sätzen wie den Ihren:
Zitat:"Wenn Lesen schon so schwer fällt, wie sieht es dann wohl mit dem Begreifen polit. Zusammenhänge aus... " Zitatende -
wäre ich demnach vorsichtig, denn, wie Sie sehen, hätte es Ihnen nicht geschadet, noch einmal etwas tiefer nachzudenken oder ggfls. nachzufragen, wie Sie meine Aussage verstehen dürfen.
Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Eindrücke von Frau Pauli, das ist ja ganz klar und wohl in der Individualität des Betrachters begründet. Unterschiedliche Auffassungen sollten m.E. allerdings nicht dazu führen, dem Andersdenkenden "das Begreifen politischer Zusammenhänge" abzusprechen. Wenn Sie denn nun Genugtuung daraus ziehen sollten und sich kurzweilig freuen, freut mich das auch für Sie, aber, was sagen Sie dadurch über sich selbst aus? Begreifen?
Drum noch einmal: Es kann nie schaden, tiefer nachzudenken, Einzelmeinung.
Mit freudlichem Gruß
J.P.W.
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