Parteitag Prominente CDU-Abgeordnete wollen politikfreien Sonntag durchsetzen

Die frühere Familienministerin Kristina Schröder möchte mit ihrer Initiative ein sichtbares Signal für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzen (Archivbild).

(Foto: dpa)
  • Die frühere Familienministerin Kristina Schröder will auf dem CDU-Bundesparteitag erreichen, dass der Sonntag politikfrei wird.
  • Ein entsprechender Initiativantrag hat prominente Unterstützer, darunter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.
  • Die Idee geht zurück auf eine von der Initiative "Eltern in der Politik" vorgeschlagene Selbstverpflichtung.
Von Robert Roßmann, Berlin

24 Bundestagsabgeordnete unterstützen den Antrag

Ursula von der Leyen und Kristina Schröder gelten nicht gerade als Freundinnen. Die beiden ehemaligen Familienministerinnen haben nicht nur im Streit um die Frauenquote auf verschiedenen Seiten gekämpft. Schon deshalb ist ihr gemeinsamer Vorstoß erstaunlich. Schröder will auf dem CDU-Bundesparteitag erreichen, dass der Sonntag politikfrei wird. Ihren Antrag dafür hat auch von der Leyen unterschrieben. Die beiden kämpfen diesmal also für dieselbe Sache.

Der Initiativantrag Schröders hat inzwischen die nötige Zahl an Unterstützern, um auf dem Parteitag behandelt werden zu müssen. Unter ihnen sind 24 Bundestagsabgeordnete. Zu den Unterzeichnern gehören auch CDU-Vize Thomas Strobl, Staatsminister Helge Braun, der Chef des Wirtschaftsflügels, Carsten Linnemann, Bundestagsvizepräsident Peter Hintze und der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels, Matthias Zimmer.

Schröder will erreichen, dass die CDU zusagt, sich an die von der Initiative "Eltern in der Politik" vorgeschlagene Selbstverpflichtung zu halten. Darin heißt es: "Der Sonntag sollte politikfrei sein, wir legen selbst grundsätzlich keine Sitzungen auf den Sonntag." Am Wochenende solle nur zu Veranstaltungen eingeladen werden, "bei denen die ganze Familie willkommen ist".

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Schröder hofft auf "ein starkes Signal"

Gründerinnen der Initiative "Eltern in der Politik" sind Abgeordnete mit kleinen Kindern aus allen Bundestagsfraktionen. Zu ihnen gehören neben der Christdemokratin Schröder auch mehrere Abgeordnete von SPD und Grünen sowie Linken-Chefin Katja Kipping.

Die Annahme der Selbstverpflichtung durch die CDU "wäre ein starkes Signal", sagt Schröder. Es würde zeigen, dass man nicht nur über Familienpolitik rede, sondern auch auf die Vereinbarkeit von Familie und Politik achte. Ziel sei es, "dass Menschen, die für unser Land und unsere Partei Verantwortung tragen, die Chance haben, auch für ihre Familien da zu sein". Außerdem könne die CDU auf diese Weise "jungen Eltern zeigen, dass ein Engagement in unserer Partei neben beruflichen und familiären Verpflichtungen möglich ist". Kristina Schröder war die erste Bundesministerin, die während ihrer Amtszeit ein Kind bekam.

Die Initiative "Eltern in der Politik" entstand Anfang dieses Jahres. Anlass waren auch spezielle Probleme von Müttern im Bundestag. Sie genießen zwar einige Privilegien, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern: Sie verdienen gut und können sich viele Termine frei einteilen. Andererseits haben Abgeordnete kein Recht auf Elternzeit, weibliche Abgeordnete müssen also nach Ende des Mutterschutzes, in der Regel acht Wochen nach der Geburt, wieder voll einsteigen. Außerdem müssen sie ein Familienleben mit vielen Abend- und Wochenend-Terminen sowie zwei Wohnsitzen - in Berlin und im Wahlkreis - organisieren.

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