Der bisherige Finanzminister soll in den nächsten Tagen auch das Amt des Regierungschefs von Tony Blair übernehmen.
Der designierte britische Premierminister Gordon Brown hat am Sonntag die Nachfolge von Tony Blair als Chef der Labour-Partei übernommen. Auf einer Parteiversammlung in Manchester kündigte er nach seiner Ernennung an, Gesundheit, Bildung und den Kampf gegen die Kinderarmut in den Mittelpunkt seiner Regierungszeit zu stellen.
Der bisherige Finanzminister Gordon Brown (© Foto: AP)
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Am Mittwoch löst er Blair, der zehn Jahre im Amt war, als Premierminister ab. Brown verkündete, noch diese Woche eine neue Regierung zu bilden. Einem schnellen Abzug der britischen Truppen aus dem Irak erteilte Brown eine Absage. "Wir werden unsere internationalen Verpflichtungen erfüllen und die Lektionen lernen, die gelernt werden müssen." Er kündigte jedoch an, in Sicherheitsfragen künftig einen starken multilateralen Ansatz zu pflegen.
Innerhalb der Labour-Partei waren zuletzt Stimmen laut geworden, die einen raschen Rückzug der britischen Soldaten forderten. Vor allem der Irak-Krieg war Blair und der Labour-Partei zuletzt zum Verhängnis geworden. Seit Oktober lagen in Umfragen die Konservativen mit ihrem Parteivorsitzenden David Cameron vorne.
In Großbritannien wird traditionell der Chef der stärksten Partei auch Premierminister. Neuwahlen sind nicht notwendig, wenn der Parteichef nach der Hälfte der Legislaturperiode wechselt.
Nach der Amtsübernahme am Mittwoch bleiben dem 56-jährigen Schotten wenige Jahre Zeit. Seine Hauptaufgabe dürfte es sein, für die Labour-Partei verlorenen Kredit bei den Wählern zurückzugewinnen. Bis 2010 muss die nächste Parlamentswahl stattfinden.
Nach der Bekanntgabe des Rücktrittstermins von Blair hat sich die Partei in Meinungsumfragen wieder etwas erholen können. Sie liegt jetzt zwei Prozentpunkte hinter der größten Oppositionspartei, den Konservativen. Im April betrug der Rückstand noch acht Punkte.
Blair trifft mit Papst Benedikt XVI. zusammen
Der scheidende britische Regierungschef Tony Blair traf in Rom unterdessen mit Papst Benedikt XVI. zusammen. Begleitet von Spekulationen über einen möglichen Wechsel zum Katholizismus hatte er eine halbstündige Audienz beim Papst.
Nach dem Gespräch stieß auch der Erzbischof von England und Wales, Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, für etwa zehn Minuten zu den beiden hinzu, wie Journalisten berichteten.
Die Anwesenheit des britischen Kardinals könnte ein Hinweis auf den mutmaßlich angestrebten Konfessionswechsel sein. Laut britischen Medien will Blair aus der anglikanischen Staatskirche austreten und zum katholischen Glauben seiner Frau Cherie und seiner vier Kinder übertreten.
In der Geschichte Großbritanniens gab es noch nie einen katholischen Regierungschef.
Der Times vom Samstag hatte Blair gesagt, er wolle über den möglichen Austritt aus der anglikanische Kirche nicht reden. Einige Dinge seien überhaupt nicht geklärt. Blair wurde bei dem Besuch in Vatikan von seiner ganz in Schwarz gekleideten Frau und einer Delegation begleitet.
(sueddeutsche.de/AP/AFP/rtr)
Staatsbesuch in Israel
Wie erfolgreich die Regierung Blair in dessen Zeit war, kann man an den Anstieg des NSP in dieser Zeit sehen, kann man an der Erhöhung der Staatsschulden, resp. der Staatquote sehen und daran, was der durchschnittliche Arbeitnehmer mehr an Kaufkraft nach den 10 Jahren Regierungszeit hat. Das sind die Kriterien des Erfolges
In der übliche gewordenen Hofberichterstattung wird hingegen über Schuhe, über gezeugte Kinder und über Religion geschwätzt. Das sind die Kriterien der Journalisten.