Es gab Überraschungen auf dem Parteitag der Hessen-CDU - aber es wäre zu einfach, die Abstimmung eine Anti-Koch-Wahl zu nennen.
Ein paar Gegenkandidaturen hat es gegeben, und am Ende dieses Landesparteitags der Hessen-CDU sah deren Landesliste für die Europawahl ein wenig anders aus, als von der Parteispitze geplant. Die Basis hatte die Wahl, die Basis hat entschieden, so weit, so normal in demokratischen Parteien. So kann man das sehen, und so versuchte die CDU den Verlauf dieses Parteitags auch zu verkaufen.
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Roland Koch dürfte nicht alles geschmeckt haben, was er in Marburg hören musste. (© Foto: ddp)
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Man kann es allerdings auch so sehen: Wenn nicht nur der von der Parteiführung vorgesehene Spitzenkandidat geradezu vernichtend gegen seinen Herausforderer verliert, sondern das gleiche der für Platz drei erkorenen Kandidatin geschieht - dann ist bei der Vorbereitung irgendetwas schiefgelaufen. Was sich hier in Zahlen ausdrückte, war der Unmut einer Basis, die viel zu ertragen gehabt hat, seit ihr Vorsitzender Roland Koch sie Anfang 2008 in ein Wahldebakel führte.
Es wäre zu einfach, die Abstimmung über die Europaliste nun eine Anti-Koch-Wahl zu nennen. Selbstverständlich gilt der Unmut auch ihm, schließlich hat er zwei enttäuschende Wahlergebnisse in Folge zu verantworten sowie bei der Verteilung der Kabinettsposten einige bewährte Kräfte und damit deren Anhänger vergrätzt. Und doch spielte in Marburg noch ein ganzer Strauß weiterer Motivlagen mit, vom Auftritt der Kandidaten bis hin zu langjährigen persönlichen und politischen Bindungen.
Die sonst so monolithisch geschlossene Hessen-CDU hat sich in Marburg wie eine ganz normale demokratische Partei gegeben - und das hat wiederum eine ganze Menge mit Roland Koch zu tun, oder besser: mit seiner Zukunft. In solchen Parteien setzen nach einer Phase des Misserfolgs zwangsläufig Nachfolgediskussionen ein. Und die Spitzenkräfte solcher Parteien machen im Allgemeinen spätestens nach dem zweiten Dämpfer den Weg frei. Nach Marburg dürfte Roland Koch intensiver denn je darüber nachdenken, wie lang sein Platz noch in Hessen ist.
- Hessen-CDU Murren an der Basis 13.03.2009
- Autobauer in der Krise Koch packt Opel-Rettung an 14.03.2009
(sueddeutsche.de/vw)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Keine Informationen, keine belastbaren Daten, nur blankes Hassgekeife. Oh liebe SZ,
wo sind deine Edelfedern geblieben.
Ich vermisse Details dazu, wer wozu nominiert hat, wie das Abstimmungsergebnis war und warum das eine Schlappe für Koch war. Für die Europawahl wird er ja wohl kaum selber einen Listenplatz anstreben.
Und das Problem mit dem "Platz in Hessen" liegt leider nicht nur an der eigenen Partei.