Unions-Fraktionschef Kauder ruft die CDU zum entschlossenen Auftreten gegenüber der SPD auf. Ziel: Richtungwahlkampf statt interner Debatten. Doch die CSU schießt quer.
Die CSU hat CDU-Chefin Angela Merkel trotz des Steuerstreits eine enge Zusammenarbeit im Superwahljahr 2009 zugesagt. "Nichts wünschen wir uns mehr, als mit ihr einem überzeugenden Wahlsieg im nächsten Jahr entgegenzugehen", sagte der CSU-Vize und Landesgruppenvorsitzende Peter Ramsauer beim CDU-Bundesparteitag in Stuttgart.
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Greift die SPD an: Unions-Fraktionschef Kauder (© Foto: ddp)
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"Ich verspreche Ihnen, liebe Freunde von der CDU, wir werden gemeinsam dafür kämpfen, dass wir einen solchen überzeugenden Wahlsieg im kommenden Jahr einfahren." Die CSU werde sich dafür mit ganzer Kraft einsetzen. Ramsauer nannte Merkel eine "exzellente Regierungschefin".
Nach der Kritik von CSU-Chef Seehofer an Merkels Entscheidung gegen rasche Steuersenkungen schlug Ramsauer damit moderatere Töne an. Auch er rief jedoch zu einer möglichst schnellen Steuersenkung auf. "Das ist ein Anliegen der kleinen Leute, dem wir uns annehmen müssen", sagte Ramsauer in seinem Gastbeitrag. Das Aufzehren von Lohnerhöhungen durch die Steuer müsse "so schnell es geht" ein Ende haben. "Wir müssen uns vornehmen, daraus im kommenden Jahr ganz konkrete Politik zu schmieden."
Motto: "Raus aus der großen Koalition!"
Der CDU-Parteitag hatte zuvor Merkels Linie bestätigt und rasche Steuersenkungen abgelehnt. Ramsauer sprach in Vertretung des CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der wegen der Turbulenzen bei der BayernLB abgesagt hatte.
Unions-Fraktionschef Volker Kauder rief in seiner Rede CDU und CSU für die Bundestagswahl zu einem klaren Richtungswahlkampf auf. Die Union müsse mit ganzer Leidenschaft für ein Ende der großen Koalition mit der SPD und für ein bürgerliches Bündnis mit der FDP kämpfen, sagte Kauder.
Das Motto für den Wahlkampf müsse lauten: "Raus aus der großen Koalition! Rein in die Stabilität in eine zweite Regierung Merkel mit der FDP", rief Kauder. Der Fraktionschef und Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel gab einen Vorgeschmack auf den Wahlkampf. Mit scharfen Angriffen auf die SPD und Aufrufen an die eigene Partei holte Kauder auch das nach, was viele Delegierte am Vortag von der CDU-Vorsitzenden vermisst hatten.
"Ein jämmerliches Bild"
Mit den Sozialdemokraten könne die CDU die grundlegende Steuerreform nicht erreichen, die am Vortag vom Parteitag beschlossen worden war, sagte der 59-Jährige. "Wir haben diesen Koalitionspartner, aber es ist ein jämmerliches Bild, das die SPD bietet", sagte Kauder.
Die Sozialdemokraten seien kein verlässlicher Partner. Die Führungsschwäche der SPD habe sich in den vergangenen Wochen mehrfach gezeigt, etwa als die Absprachen im Koalitionsausschuss über zusätzliche Befugnisse der Bundeswehr zur Terrorbekämpfung im Inland von der SPD-Fraktion wieder gekippt worden seien.
Ein ähnlicher Fall von Führungsversagen sei das Verhalten der SPD beim BKA-Gesetz zur Ausweitung der Kompetenzen des Bundeskriminalamtes. Mehrere SPD-geführte Länder hatten vorige Woche im Bundesrat das Gesetz unter anderem wegen der umstrittenen Möglichkeit zur Online-Durchsuchung nicht mitgetragen und damit zunächst gestoppt.
Kauder forderte die SPD-Führung in Berlin auf, für eine Mehrheit im Bundesrat zu sorgen. "Ihr habt kein Recht, euch zu verstecken", sagte der Unions-Fraktionschef. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier trete in diesen Führungsfragen derzeit kaum in Erscheinung. In den letzten Wochen sei der Eindruck entstanden, die entscheidende Figur der SPD sei Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, und nicht der Kanzlerkandidat, Vizekanzler und Außenminister, sagte Kauder.
Seehofer kritisiert Merkel
Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer war beim Stuttgarter Parteitag nicht persönlich anwesend - kritisierte jedoch die entschiedene Ablehnung einer baldigen Steuersenkung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Presse. "Ich halte die Festlegung, auf rasche Steuersenkungen zu verzichten, schlicht und einfach für falsch", sagte Seehofer der Zeitung Die Welt.
Die Steuersenkung sei überfällig. "Wir als CSU wollen sie noch vor der Bundestagswahl", forderte der Parteichef. Seehofer sollte ursprünglich am Dienstag auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart reden, sagte seine Teilnahme aber wegen der Krise der Bayern LB ab. Statt Seehofer wird nun CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer zu den Delegierten der Schwesterpartei reden.
Seehofer sagte, es gehe in dieser Frage nicht um Rechthaberei, sondern vielmehr darum, was für Wirtschaft und Bevölkerung jetzt notwendig sei. Es gehe hierbei auch um die Glaubwürdigkeit der Unionsparteien: "Die Steuersenkungen waren schon Bestandteil des Regierungsprogramms 2005", sagte Seehofer, der bis zu seinem Wechsel nach Bayern Ende Oktober Minister in Merkels Bundeskabinett war.
Auch CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg sagte der Leipziger Volkszeitung laut einem Vorabbericht: "Vertrauensrückgewinn erreicht man bei den Bürgern durch Handeln und nicht durch Anträge." Deshalb müsse es schon bald nach dem Jahreswechsel ein "deutliches Signal" auf der Steuerseite für die Bürger geben.
"Auch die Herzen erweichen"
Zu diesem Zweck baut Guttenberg darauf, dass CDU und CSU noch vor dem Konjunktur-Koalitionsgipfel am 5. Januar 2009 eine gemeinsame Situationsanalyse erstellten und daraus sich ergebende konkrete weitere politische Schritte ableiteten. Es gehe darum, "mit größeren Maßnahmen breitere Kreise der Bevölkerung zu erreichen".
Er gehe davon aus, dass dazu auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bereit sei, weil die CSU darauf baue, in dieser Frage "auch Herzen zu erweichen".
Merkel hatte in ihrer einstündigen Grundsatzrede auf dem Parteitag am Montag erwartungsgemäß einer vorgezogenen Steuerreform erneut eine klare Absage erteilt. Für ihren Kurs hatte sie bei der Wiederwahl zur CDU-Chefin mit dem zweitbesten Wahlergebnis Rückendeckung erhalten.
Dennoch bekam auch der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz starken Beifall, als er dafür warb, schon 2009 zumindest die Einkommenssteuertarife zu verändern.
(dpa/Reuters/ddp-bay/ihe)
Debatte um Militärintervention in Syrien
Die hohen Herrschaften von CDU und FDP sehen sich ja schon im "bürgberlichen" Himmelbett. Es ist zu hoffen, dass der Wähler dieses Spiel nicht mitspielt und den "bürgrerlichen" Damen und Herren einen dicken Strich durch ihre Rechnung macht.
"Die Führungsschwäche der SPD habe sich in den vergangenen Wochen mehrfach gezeigt, etwa als die Absprachen im Koalitionsausschuss über zusätzliche Befugnisse der Bundeswehr zur Terrorbekämpfung im Inland von der SPD-Fraktion wieder gekippt worden seien. Ein ähnlicher Fall von Führungsversagen sei das Verhalten der SPD beim BKA-Gesetz zur Ausweitung der Kompetenzen des Bundeskriminalamtes."
Die cdu spricht also von "Führungsversagen". Die aufgeführen Widerlichkeiten sind allesamt gegen den Bürgerwillen durchzudrücken. Das ist natürlich echte cdu-Denke. Die Meinungs- und Geweissenfreiheit der Abgeordneten spielt dabei natürlich keine Rolle - die "Führung" hätte die Abgeordneten auf stasi-2.0 Linie bringen müssen.
Die cdu demontiert den freiheitlichen Rechtsstaat und hat dabei bisher in der spd-Führungsspitze einen willigen Erfüllungsgehilfen gefunden.
Das Demokratieverständnis innerhalb der cdu gleicht immer mehr dem der sed: Die Führung weiß was richtig ist. Falls das Volk dies nicht einsieht ist nicht richtig "kommuniziert" worden. Falls die Abgeordenten die Befehle der Exekutive an die Legislative nicht umstandslos abnicken, handelt es sich um "Führungsschwäche".
Wo sind die unions-Politiker, die dem antidemokratischen Umtrieben der cdu-Regierung unter der fdj-Funktionärin Merkel ein Ende bereiten?
"Die Führungsschwäche der SPD habe sich in den vergangenen Wochen mehrfach gezeigt, etwa als die Absprachen im Koalitionsausschuss über zusätzliche Befugnisse der Bundeswehr zur Terrorbekämpfung im Inland von der SPD-Fraktion wieder gekippt worden seien. Ein ähnlicher Fall von Führungsversagen sei das Verhalten der SPD beim BKA-Gesetz zur Ausweitung der Kompetenzen des Bundeskriminalamtes. "
Ja glaubt denn der Kauder ernsthaft, das er diese Gesetze mit der FDP durchbekommen hätte? Seine Fähigkeit, die Realität einfach auszublenden, ist ja ja schon fast bewundernswert. Schliesslich haben aber auch die Länder mit dem Koalitionspartner FDP die Gesetzesvorlage abgelehnt.
Aber in einem Punkt hat Kauder recht. Die SPD sieht zur Zeit wirklich jämmerlich aus.
Natürlich hat Seehofer recht.
Der Staat greift rücksichtslos in die Taschen derjenigen die das Geld verdienen. Dieses ewige diskutiere, die bekommen zu wenig die bekommen zuviel usw. usf. führt absolut zu nichts.
Da die Bayern LB katastrophale Liquität braucht, kann ja wohl einem Seehofer nicht angerechnet werden.
Was hat die Merkel bis jetzt im Land wirklich geleistet??? Sie ist zu fast jeder Entscheidung nur getrieben wurden. Keine roter Faden nur Geeiere und hinhalten. Auf der Weltbühne eine große Nummer abgeben ist natürlich wesentlich leichter.
Die Dame denkt nur an sich und ihre Machterhaltung.
Das Herumgahacke auf der Wirtschaft bringt absolut überhaupt nichts. Die Mutter jeder Politik ist die Ökonomie. Wenn die nicht funktioniert ist die ganze Marktwirtschaft für die Katz. Wir können unseren Wirtschaftführerern, jetzt sagt man Manager und Unternehmern dankbar sein für ihre Arbeit. Die Stellung unserer Wirtschaft, bei allen Mängeln legt Zeugnis ab über deren Arbeit und unsere nochstellung in der Welt..
Unser Marktwirtschaftsystem und die arbeitenden Menschen, nicht die Verteilungsempfänger stehen im Vordergrund. Das ist bis jetzt immer mehr verletzt und beschädigt wurden.
In der Aufschwungsphase ist regelrecht nichts unternommen wurden um auf solche Zeiten vorbereitet zu sein. Die CDU hat sich von der SPD in die linke Ecke treiben lassen.
Jetzt fehlt ihr die wirtschaftspolitische Kompetenz.
Ein bisschen mehr Sachlichkeit und Nachdenken, auch in den Kommentaren, wäre sinnvoll.
...laßt eure Steuern stecken . Nur ihr könnt die Wirtschaft und das Land noch retten : fresst , sauft , konumiert bis zum Anschlag , haut eure Sparschweine auf den Kopf ! "
Ist der Horst S. ein Heuchler , oder ist er nur dumm , oder hat er nur Höheres im Sinn (...die CSU ?) .
Wer würde eine Wette darauf abgeben ,dass nicht schon im kommenden März die Steuerschätzungen des Bundes und der Länder nach unten korrigiert werden müssen (auch ohne sofortige Steuersenkungen ) ?
Wer würde eine Wette darauf abgeben , dass eine Senkung der Mehrwertsteuer von mehr als 10 % des Handels an die Verbraucher weitergegeben würde ?
Wer würde im Ernst behaupten , dass eine sofortige Änderung der Progression bei der Einkommensteuer einen nachhaltigen jährlichen Nachfragezuwachs von ca 20-25 Milliarden Euro bewirken würde (negative Nebenwirkungen auf Staatsseite einbezogen )?
Wer möchte behaupten , dass die genannten Maßnahmen die Ursachen der Krise auch nur ankratzen würden ?
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