Der Deutsche ist flexibel und wählt farbig, die Politik jedoch liebt es schwarz-weiß. Die Parteien sind dem Wähler nicht gewachsen.
Die Parteien haben die, wie man so sagt, heiße Wahlkampfphase eröffnet. Diese heiße Phase besteht vor allem in der steigenden Lautstärke und Wiederholungsdichte von bekannten Formeln und blassen Versprechungen.
Alles so schön bunt hier! Doch Problem damit haben nur die Parteien, die Wähler nicht. (© Foto: ddp; Montage: sueddeutsche.de)
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Die Politik bräuchte anderes, weniger Netto und mehr Brutto. Ihr Grundproblem verfestigt sich nämlich: Die deutschen Parteien sind ihren Wählern nicht gewachsen.
Die Wähler sind flexibel; die Parteien sind es nicht. Die Wähler haben ein Fünf-Parteien-System geschaffen; die Parteien reagieren, als habe man ihnen damit ein Leid angetan.
Die Wähler wählen farbig, aber die Politik liebt es schwarz-weiß. Die Wähler sind polyphon, ihre Wahlentscheidung ist polychrom; aber die Parteien bleiben monoton und monochrom.
Wie gesagt: Die deutschen Parteien sind ihren Wählern nicht gewachsen. Das Kennzeichen des Fünf-Parteien-Land System sind intensive Annäherungsvermeidungskonflikte.
Das deutsche Parteiensystem ist ein System der Beziehungsstörungen, auf Bundesebene sind sie besonders massiv. Westerwelles FDP kann nur mir der CDU/CSU, sie kann nicht mit den Grünen, nicht mit der SPD und schon gar nicht mit den Linken. Mit denen kann und mag gar keiner.
Die Grünen wollen nicht mit der CDU und schon gar nicht mit der FDP. Die CDU will nicht mit den Grünen, die SPD würde mit der FDP schon wollen, aber die schüttelt sich vor Entsetzen.
Und alle miteinander schütteln sich vor den Linken; viele Sozialdemokraten schüttelt es freilich auch deswegen, weil sie merken, dass sich für ihre Partei koalitionsmäßig ohne die Linken fast nichts mehr schüttelt.
Die Grünen und die Gelben, die Parteien also, von denen derzeit die Kraft für Koalitionswechsel ausgehen müßte, zeigen zähe Beharrungskraft im Alten; am stursten ist die FDP. Um die Beziehungsstörungen zu kurieren, müßte der Wähler Psychiater sein.
Aber diese Kompetenz hat ihm das Wahlgesetz nicht zugewiesen. Das neue deutsche Parteiensystem könnte ein buntes, ein tanzendes Mobile sein - aber: da tanzt leider sehr wenig.
Die Parteien hängen von der Decke wie mit Leim und Duftstoffen bestrichene Fliegenfänger. Die hat man früher in Kuhstall und Küche aufgehängt, daran pappten dann die Fliegen fest.
Daran erinnert der Wahlkampf 2009. Er ist ein antiquierter, ein klebriger Wahlkampf, der wohl darauf hinausläuft, dass die mit den meisten Fliegen nachher doch wieder gemeinsame Sache machen.
Vielleicht wäre es gut, den Wahlkampf durch eine Gruppentherapie zu ersetzen - nicht für die Wähler, sondern für die Parteien. Dort könnten die Parteien lernen, wie man Animositäten abbaut und wie man miteinander umgeht.
Womöglich ist aber vorläufig die große Koalition ein notdürftiger Ersatz für diese Gruppentherapie. Sie erhöht den Leidensdruck sowohl für die daran direkt Beteiligten, als auch für die nicht daran Beteiligten. Es wird Zeit, dass die Parteien so flexibel werden wie ihre Wähler.
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(SZ vom 7.9.2009/bavo)
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Absolut Unwählbar sind die Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen.
Keine dieser Parteien hat die geringste Interesse an einer ehrlichen gerechten Steuerpolitik.
Keine ehrlichen Ansätze einer gerechten Rentenpolitik.
Keine Absicht den kleinen Bürger zu entlasten oder besser zu stellen.
Diese Parteien geben dem Kleinen Mann die Schuld für die Umweltsünden und der soll dafür büsen.
Erst wenn sich wieder eine einzige Partei herauskristallisiert die sich auf das wesentliche konzentriert und das tut was sie bei Amtsübernahme schwört, dem Volk zu dienen kann von einer vernünftigen Regierung geredet werden.
Erst wenn sich das Volk die grenzenlosen Lügen und Verarschung nicht mehr ertragen muss kann von einem Neuanfang geredet werden.
Erst wenn die Arbeit der kleinen Leute respektiert wird und er einen Lohn erhält von dem man vernünftig leben kann, kann man von Ehrlichkeit sprechen.
Erst wenn das Gesundheitssytem den Finanzierern auch eine 100 % ige Leistung gegenüberstellt kann man von einem Gesundheitssystem gesprochen werden, alles andere ist Betrug in Vollendung.
Erst wenn denn Rentenbeitragzahlern die Rente zugestanden wird die er selbst erarbeitet hat kann von einem gerechten Rentensystem geredet werden, alles andere ist Diebstahl und Betrug.
Unser Land wird von arroganten Dilettanten regiert die nur sich selbst und ihr Einkommen kennen und sie werden dieses Land in die Knie zwingen.
Die Zeichen sind unübersehbar und nicht zu tolerieren.
Diese Politik kennt nur den Reichtum und Millionäre.
Leute steht auf und geht wählen. Wer nicht wählt wählt die falschen.
Leute geht wählen, wählt Die Linke oder Sonstige.
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solange die FDP außen vor bleibt.
Meine Wahl steht fest. Es sind die, mit denen niemand möchte.
Aber hey, unsere Zeit wird kommen, die Überholspur ist Links!
"Da dies leider eine Utopie ist, weil die Parteien ja die Gesetze selbst machen (oder von Kanzleien erstellen lassen), bleibt nur der folgende Vorschlag: Massenhaft zur Wahl gehen und die Stimmzettel ungültig machen!"
Das ist genau das Selbe wie gar nicht wählen zu gehen. Die Mär, dass Parteien keine Wahlkampfgelder für diese Stimmen bekommen hält sich leider beständig.
Eher sollte man andere, nicht etablierte Parteien wählen, die einem zusagen. In meinem Falle ist ja klar, welche das ist. :-) Aber es gibt durchaus auch alternative Möglichkeiten, die nicht gleich extrem sind und die kluge Köpfe und Inhalte haben.
"Die Parteien sind dem Wähler nicht gewachsen. "
Umgekehr, umgekehrt Herr Prantl. Die Wähler sind den Parteien nicht gewachsen. Wer ist es denn, der permanent Partreien wie SPD oder FDP aufgrund deren Versprechen wählt und genau das Gegenteil nach Wahlen erlebt und trotzdem diese Parteien immer wieder noch wählt?
Ein Beispiel. Seit Jahren wirbt die SPD mit der FDP und den Grünen um die Einführung der Direkten Demokratie auf Bundesebene. Daneben die LINKE auch.
Dafür wurden die gewählt!
Und was fällt der SPD nur ein, sie koaliert mit einer Partei, die sich gegen Volksentscheide auf Bundesebene ausgesprochen hat.
Und in den Ausschüssen stimmt die FDP anders ab, als wie vor der Wahl behauptet.
Die Wähler der CDU kann ich da noch eher verstehen, die Unionisten sagen hier zum Beispiel klipp und klar, daß es mit ihnen keine Volksentscheide gibt und dafür werden die ja auch wohl unter anderen von ihrer konservativen Klinentel gewählt.
Doch die SPD ist mit der FDP genau der Umfallerhaufen, der sich permanent korrumpiert zeigt.
Und die SPD geht mit der größten Lüge derzeit im Wahlkampf tingeln, daß man sie wählen muß um Schwarz-Gelb zu verhindern und lehnt weiterhin ein ROT-ROT ab.
Das ist ja zum wiehern, denn die SPD spielt längst die Rolle der FDP.
Es ist unglaublich, wie blöd der deutsche Wähler ist, wenn er weiterhin sowas wie SPD oder FDP wählt. Und sie werden es wieder tun. Es ist wie in einem Freddy-Kruger-Film.
Paging