Der ukrainische Boxer Vitali Klitschko ist in seinem Heimatland zum Chef einer Partei gewählt worden - und zeigt sich kampfbereit.
Man kann davon ausgehen, dass der neue Parteichef an der Auswahl des Parteinamens nicht ganz unbeteiligt war: Das russische Wort Uda, der Name der ukrainischen Partei, bedeutet Schlag oder auch Fausthieb. Ihr neuer Chef ist der ukranische Boxer und Schwergewichts-Weltmeister Vitali Klitschko.
"Ich bin bereit, die Mauer einzuschlagen, die die Gesellschaft und die Machthaber im Land heute trennt", sagte Klitschko in seiner ersten Rede als Parteichef. (© Foto: Getty)
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Die Delegierten des Parteitags wählten den Sportler am Samstag in Kiew einstimmig, wie Klitschkos Pressedienst mitteilte. "Ich bin bereit, die Mauer einzuschlagen, die die Gesellschaft und die Machthaber im Land heute trennt", sagte Klitschko in seiner Rede.
Er will als Parteichef der landesweiten demokratischen Allianz in seiner Heimat Reformen durchsetzen. Ziel der Partei sei es außerdem, junge, aktive und erfolgreiche Menschen zu vereinen, sagte der WBC-Champion. Außer für "Faustschlag" steht der Begriff Udar für Ukrainische Demokratische Allianz für Reformen.
"Die alten Politiker haben bewiesen, dass sie zu einer Führung des Landes nicht in der Lage sind", sagte Klitschko. Nur eine neue Generation könne echte Veränderungen in der Ex-Sowjetrepublik durchzusetzen. Es gebe heute viele junge Menschen in der Ukraine, die einen Weg nach Europa gehen wollten.
Diese Kräfte sollten in der Partei Udar eine Heimat finden. "Ich bin es gewohnt, meine Ziele zu erreichen", sagte Klitschko, der seit der pro-westlichen Orangenen Revolution 2004 politisch aktiv ist.
Bei der Bürgermeisterwahl in Kiew 2008 war Klitschko unter den mehr als 70 Kandidaten an die dritte Stelle gekommen. Der promovierte Sportwissenschaftler hat seit 2006 ein Abgeordnetenmandat im Stadtrat von Kiew. In der Ukraine sind mehr als 170 Parteien registriert.
Präsident ist der Nato-Gegner Viktor Janukowitsch, der seit seinem Machtantritt im Februar besonders die Beziehungen zum Nachbarn Russland erneuert, aber auch mit der EU zusammenarbeiten will.
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(sueddeutsche.de/dpa/pfau/wolf)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev