Bei den Parlamentswahlen in Island hat sich am Samstag ein klarer Wahlsieg für den konservativen Ministerpräsidenten Geir H. Haarde (56) abgezeichnet.
Nach einer Umfrage des Gallup- Institutes für den Rundfunksender RUV und die Zeitung Morgunbladid unmittelbar vor der Neuwahl des Althings in Reykjavik wollten 38,4 Prozent der 220.000 Wahlberechtigten auf der Nordatlantikinsel für Haardes Unabhängigkeitspartei stimmen.
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Das entsprach einem Plus von knapp fünf Prozentpunkten im Vergleich zu den Wahlen im Jahr 2003.
Mit einem massiven Rückgang von 17,7 auf 10 Prozent musste dagegen die liberale Fortschrittspartei rechnen, die seit zwölf Jahren zusammen mit den Konservativen regiert.
Der Umfrage zufolge würden beide Parteien zusammen nur noch auf 31 der 63 Althings-Mandate kommen und damit ihre bisherige Mehrheit verlieren.
Populärer Regierungschef
Der als sehr populär geltende Haarde hatte erst vor einem Jahr das Amt des Regierungschefs vom damaligen Vorsitzenden der Fortschrittspartei, Halldór Ásgrímssón, übernommen. Dieser war zurückgetreten, nachdem seine Partei schon bei den letzten Kommunalwahlen massive Stimmenverluste erlitten hatte.
Im bisherigen Oppositionslager kamen die Sozialdemokraten auf 25,8 gegenüber zuletzt 31 Prozent. Für die Rotgrüne Volksallianz wollten 17,6 Prozent und damit doppelt so viele Wähler wie zuletzt 2003 mit 8,8 Prozent stimmen.
Die Partei galt im Wahlkampf ebenso als möglicher neuer Koalitionspartner für eine Regierung unter Führung Haardes wie die Sozialdemokraten. Im Mittelpunkt des Wahlkampfes standen die Folgen des massiven Wirtschaftsbooms der letzten Jahre in Island.
Mit dem Endergebnis wird erst am Sonntagmorgen gerechnet.
(sueddeutsche.de/dpa)