Der belgische Ministerpräsident Verhofstadt hat nach dem schlechten Abschneiden seiner liberalen Partei den Rücktritt eingereicht. Bis zur Bildung einer neuen Regierung bleibt er jedoch im Amt - und das kann noch länger dauern.
Der belgische Premierminister Guy Verhofstadt hat nach der Wahlniederlage seiner liberalen Partei VLD seinen Rücktritt angeboten. König Albert II. nahm das Angebot nach Angaben des Palastes an.
Bitter Niederlage für den belgischen Premier (© Foto: Reuters)
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Das Staatsoberhaupt habe Verhofstadt gebeten, die Regierungsgeschäfte bis zu Bildung eines neuen Kabinetts weiterzuführen, erklärte ein Sprecher des Königshauses. Der Liberale wird damit sein Land auch noch beim EU-Gipfeltreffen am 21. und 22. Juni vertreten.
Die Regierungsbildung kann sich über Monate hinziehen. Verhofstadts Nachfolger wird voraussichtlich der Christdemokrat Yves Leterme.
Klarer Wahlsieger in Flandern, dem größten Landesteil, sind die Christdemokraten (CD&V) des flämischen Ministerpräsidenten Leterme. Eine Zwei-Parteien-Koalition könnten der CD&V und seine kleine wallonische Schwesterpartei cdh nur mit den Liberalen bilden.
Beide Parteifamilien haben aber inhaltliche Differenzen. Der CD&V strebt eine Staatsreform an, die für mehr Eigenständigkeit in Flandern sorgen soll. Gegen eine weitere Aufspaltung Belgiens ist der liberale MR, der in der Wallonie und der Hauptstadtregion Brüssel zur stärksten Kraft vor den Sozialisten aufstieg.
Neben einer konservativ-liberalen Koalition wären rechnerisch auch verschiedene Dreier-Bündnisse unter Einschluss kleinerer Parteien und der Sozialisten möglich.
(dpa/Reuters)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev