Laut der italienischen Zeitung La Stampa herrscht wegen der Äußerungen Papst Benedikt XVI. Missstimmung in der Kurie.

Erstmals seit der Papstwahl im April 2005 wird im Vatikan Kritik an Benedikt XVI. laut. Die Turiner Zeitung "La Stampa" schreibt am Sonntag von "Missstimmung in der Kurie" wegen der umstrittenen Papstäußerungen zum Thema Islam und Gewalt. Das Blatt zitiert ein Kurienmitglied mit den Worten: "Mit Karol Wojtyla (Papst Johannes Paul II.) wäre das nicht passiert."

Bei großen Teilen der islamischen Welt führten die Papstäußerungen zu Protesten wie hier in Pakistan. (© Foto: dpa)

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Kritisch äußert sich zudem die römische Zeitung La Repubblica: "Wenige Tage nach seiner Rede in Regensburg musste Papst Benedikt XVI. den Islam, die muslimischen Gläubigen nun also um Entschuldigung bitten. Dies ist eine unglaubliche Tatsache. So etwas ist noch niemals zuvor geschehen, niemals zuvor hatte ein Bischof von Rom um Entschuldigung bitten müssen, wenn nicht, wie im Fall von Johannes Paul II. geschehen, für Vorfälle, die bereits vor vielen Jahrhunderten geschahen. (...) Benedikt hat aus Sicht seiner Kirche einen Fehler begangen."

Angst vor Anschlägen

Zugleich verstärkt der Vatikan nach Drohungen radikaler Islamisten seine Sicherheitsmaßnahmen. Beim päpstlichen Angelusgebet am Mittag in der Sommerresidenz Castel Gandolfo werde es verschärfte Kontrollen geben. Es heißt, der italienische Geheimdienst nehme die jüngsten Drohungen der "Armee der Mudschahedin" aus dem Irak ernst.

Die Gruppe habe bereits im Irak Attentate begangen. Jetzt habe sie im Internet gedroht, "Rom zu zerstören". Nach den Protesten in der islamischen Welt auf die strittigen Äußerungen des Papstes hatte sich der Vatikan am Samstag um Entspannung bemüht. In einer Erklärung heißt es, Benedikt "bedauert zutiefst, dass einige Passagen seiner Rede wie eine Verletzung der Gefühle der muslimischen Gläubigen geklungen haben könnten".

In seiner Rede an der Universität Regensburg hatte der Papst einen Dialog des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaeologos mit einem persischen Gelehrten aus dem Jahr 1391 zitiert. Darin heißt es aus dem Mund des Kaisers unter anderem: "Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat. Und da wirst Du nur Schlechtes und Inhumanes finden."

Benedikt lehnte in seiner Rede jede Gewalt im Namen der Religion ab und plädierte zugleich für einen Dialog der Religionen.

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(dpa)