Benedikt XVI. treibt die Seligsprechung seines Vorgängers Pius voran - gegen alle Bedenken. Das zeigt erneut, wie wenig der Papst die Wirkungen seiner Entscheidungen bedenkt.
Nein, Papst Pius XII., den sein Nachfolger Benedikt XVI. nun selig sprechen will, war nicht Hitlers Helfer. Er war auch nicht jener "Stellvertreter", den Rolf Hochhuth 1963 auf die Bühne brachte.
Soll nach Willen seines Nachfolgers Benedikt bald selig gesprochen werden: Papst Pius XII., hier auf einer Aufnahme von 1945 (© Foto: AP)
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Eugenio Pacelli war gegen die Nazis, gegen ihre Lehre von den höher- und minderwertige Rassen. Er bemühte sich mit den Mitteln der Diplomatie, die Deportation von Juden zu verhindern - in der Slowakei mit, in Rom ohne Erfolg.
Ein Fall für die Forschung
Der Papst war der letzte Monarch auf dem Stuhl Petri, ein Kind seiner Zeit, mit seinen Stärken und Schwächen.
Er war deshalb aber auch nicht der heldenhafte Widerstandskämpfer, zu dem ihn der Vatikan nun stilisieren will, um ihn erst selig- und dann heiligsprechen zu können.
Pius XII. ließ die weitgehend fertige Enzyklika gegen Rassismus und Judenverfolgung im Archiv verschwinden, weil er fürchtete, sie würde mehr schaden als nutzen.
Er sympathisierte mit den faschistischen Regimen in Spanien und Kroatien, er wollte vor allem den Binnenraum seiner Kirche schützen.
Entscheiden statt Nachdenken
Dieser Papst sollte ein Fall für die historische Forschung sein und nicht Gegenstand eines Seligsprechungsverfahrens.
Dass Papst Benedikt nun gegen alle Bedenken dieses Verfahren vorantreibt, gegen die eigene Zusage, eine Zeit des Nachdenkens einzuhalten, schadet der nüchternen Bewertung des Eugenio Pacelli.
Wieder einmal zeigt sich, wie wenig Benedikt die politischen Wirkungen seiner Entscheidungen bedenkt.
Erst die Karfreitagsbitte für die Bekehrung der Juden, dann die Wiederaufnahme des Holocaustleugners Williamson, nun die Ehrung von Papst Pius XII. - was Johannes Paul II. an gutem Verhältnis zu den Juden in der Welt aufgebaut hat, droht nun zerstört zu werden.
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(SZ vom 21. 12. 2009 /odg)
Debatte um Militärintervention in Syrien
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Die Aussage "... speziell Kollege Faulhaber aus München ein großer Hitlerverehrer und Freund." ist eine Unverschämtheit der Sonderklasse.
Kardinal Faulhaber ist u.a der Hauptautor der berühmten Enzyklika "Mit brennender Sorge", in der Pius XI. 1937 gegenüber dem NS Regime glasklare Kante gezeigt hat. Im Januar 1934 verübten die Nazis ein Attentat auf Faulhaber, da er in Augen Hitlers eine der treibenden Kräfte bei der Niederschlagung der Putsches 1923 war. In den Kriegsjahren hat immer wieder in Hirtenbriefen offen gegen die Nazis Stelluing bezogen (u.a. zur Euthanasie 1940, den Völkermord aufgrund von Rasse und Abstammung 1943).
Der Kommentar von rick.sander ist ein Fall für den Staatsanwalt (§189 StGB)
aber bei weitem nicht so reaktionär wie "unser" Benedikt. Heute ist wohl der Vatikan ein Hort der Reaktion, kirchen- aber auch weltpolitisch streng rückwärtsgewandt. Wo es der Kirche nichts kostet, stellt man wohlfeile Forderungen, die aber, immer zu Lasten anderer (Dritter) gehen.
Pius hat mit den faschistischen Regimes in Deutschland und Italien viele faule Kompromisse praktiziert, sicher in Einzelfällen hier und da auch bremsend gewirkt, manchmal hinter den Kulissen sicher Einzelnen auch geholfen.In der Slowakei, in Ungarn und auch Kroatien haben klerikal-faschistische Regierungen mit den Nazis paktiert. Auch die Vorgängerpartei der österreichischen Christdemokraten (ÖVP) hatte in den 20er und Anfang 30er Jahren stark kleriakl-faschistische Tendenzen. Also: Was man heute Austrofaschismus nennt, war sehr stark kirchlich unterfüttert. Leider gibt es gut wie keine Anzeichen, dass die Kirche aus ihren abgrundtiefen politischen Irrungen und Wirrungen irgendwelche Konsequenzen zöge. Ein Mann wie Döpfner hatte höchstes Ansehen, auch bei Protestanten. Papst Benedikt macht es Angehörigen anderer christlicher Destinationen sehr schwer, weil er alles, was trennt, geradezu gierig und besessen aufgreift. Christus hatte für fast alles Verständnis, sogar für Sünder. Der Papast hat nur Verständnis für diejenigen Katholiken, die sein verengtes und rückwärtsgewandtes Glaubenssystem befolgen oder rechtfertigen.So macht man möglicherweise aus 100%-igen 200%-ige. Aber die Übrigen stösst man mit diesen unerträglichen, nicht nachvollziehbaren Rechthabereien ab
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mit den Herrschenden gehalten. Jahrhunderte mit den Fürsten mit denen sie ja als Fürstbischöfe regiert hatten und gelebt wie Gott in Frankreich. Auch heute soll es ihnen nicht schlecht gehen.
der einzig wahre Hitler-Gegner im damaligen deutschen Episkopat war Bischof von Preysing, Eichstätt und später Berlin, ein enger persönliche r Freund Pius XII schon zu seiner Münchner Zeit. Durch ihn war er auch als Papst ständig informiert, was in D vorging. Preyssing selbst, wollte nicht öffentlich gegen Hitler Stellung nehmen, weil er den Doyen der deutschen Bischöfe Kardinal Bertram aus Breslau nicht desauvuieren wollte. denn der war, so wie seine anderen Mitbrüder im Bischofsamt speziell Kollege Faulhaber aus München ein großer Hitlerverehrer und Freund.
Es war dann seinem Cousin Bischof von Galen aus Münster vorbehalten sich massiv, allerdings nur gegen die Euthanasie, sonst nichts, an den Nazis einzusetzen.
Bis heute ist ungeklärt, was eine Interventionen des Klerus bei Hitler bewirkt hätte. möglicherweise gar nichts, oder Holländische Verhältnisse gar. daran hängt auch die Beantwortung der Frage, ob das Schweigen des Papstes richtige oder falsch war.
ganz falsch war auf jeden Fall die Fluchthilfe des Vaticans für die Mörder des dritten Reiches.
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