Die Kondom-Debatte verdeckt, dass der Besuch von Benedikt XVI. in Afrika noch ganz andere Fragen aufwirft: Der Papst versäumt es, sich ernsthaft auf die Seite der Armen zu stellen.
Es fällt zunehmend schwer, Papst Benedikt XVI. zu verstehen. Und zwar nicht nur wegen seines Umgangs mit der Pius-Bruderschaft oder dem Holocaust-Leugner Richard Williamson.
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Der Papst gibt Kameruns Präsidenten Paul Biya die heilige Kommunion (© Foto: AFP)
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Nun ist er nach Afrika gereist und hat ausgerechnet dort die Verwendung von Kondomen gegeißelt. Diese dämmten Aids nicht ein, sagte er zu Beginn des Besuchs, sondern verschlimmerten das Problem. Und das auf dem Kontinent, wo die Pandemie so wütet wie sonst nirgendwo auf der Welt.
Über den Papst und das Thema Kondome regen sich viele zu Recht auf. Dennoch überdeckt die Empörung eine Reihe vielleicht noch wichtigerer Fragen, die Benedikts Besuch in Afrika aufwirft.
Das fängt schon bei der Auswahl der Reiseziele an. In Kamerun, einem der korruptesten Staaten der Welt, sagte der Papst: "Ein Christ kann niemals schweigen angesichts von Leiden und Gewalt, Armut, Hunger, Korruption und Machtmissbrauch."
Gleichzeitig aber gibt er dem Präsidenten des Landes, Paul Biya, durch seinen Besuch den Segen und nimmt gemeinsam mit ihm Ovationen entgegen. Ungeachtet der Tatsache, dass Biya Kamerun als Privatbesitz betrachtet und für den Papstbesuch in Jaunde Marktstände abreißen ließ, um das Stadtbild von Kleinhändlern zu säubern.
In Angola, wo Benedikt am Freitag eintrifft, wird es ähnliche Szenen geben. Denn auch dort ist der Präsident so raffgierig wie der in Kamerun. Die überwiegende Mehrheit der Angolaner lebt jedenfalls in Armut. Und das liegt nicht daran, dass das Land so arm wäre, im Gegenteil, der Öl- und Diamantenreichtum verschwindet seit langem in den Taschen der Herrschenden.
Benedikt XVI. wird kein Wort darüber verlieren, dass diese Kleptokraten für die Misere ihrer Länder verantwortlich sind. Er lässt sich vielmehr in deren Beisein von den Gläubigen bejubeln. Das mag schöne Bilder von fröhlichen Christen geben, die Herzen der Menschen aber erreicht der Papst damit nicht.
Dabei wäre es für ihn so einfach, die afrikanischen Katholiken zu begeistern und auch neue Anhänger zu finden. Wenn er sich nämlich darauf besinnen würde, wofür seine Kirche in Afrika steht. Es sind vor allem Geistliche, die den Menschen in Notlagen beistehen, die mit ihnen für die Unabhängigkeit und gegen die Ausbeutung gekämpft haben, die Schulen errichten und Krankenhäuser, weil sich viele Regierungen bis heute nicht darum kümmern. Und in Ländern wie dem Kongo war die katholische Kirche 1997 gar die einzige landesweite Institution, die nach dem Sturz des Diktators Mobutu überhaupt noch funktionierte.
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Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
oberflächlich betrachtet. Für diese Themen aber war die Kirche noch nie zuständig, Dafür sind Mediziner und Politiker oder auch Philosophen wie Marx zuständig. In der Tiefe aber ist sein- freilich in der Tat unerfüllbarerr - Apell zum Verzicht auf Sex, eben das Mysterium des Katholizismus schlechthin. Wenn er ausgerechnte den Aufruf zur Heiligkeit weggelassen hätte und gesagt hätte, ach ja ihr triebhaften Neger, ihr könnt nicht aufjörn zu schnackseln, dann macht es halt mit Gummi, dann wäre er wahrhaftig ein Rassist gewesen.
Jaja, und mit Bush hat er seinen Geburtstag gefeiert. Wirklich wahr, der Mann ist immer weniger zu verstehen. Wenn sich nicht bald was ändert, muss ich aus dieser Kirche austreten, da ich immer befürchte, dass sie nicht mehr für den Weg Christi steht.
Zu schade, da wikrlich in der Vergangenheit Katholiken bedeutendes geleistet haben, z.B. den friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie in Malawi zum großen Teil moderiert.
von den armen hat der past eh keine finanzielle zuwendungen zu erwarten, also was kümmerts Rom, wenn so ein paar minderbemittelte verjagt werden.
einzig und allein: Der Glanz Rom's soll Afrika im Lichte erhellen!!!
Die Erfolge der Kampagnen, die Kondome miteinbeziehen, sehen Sie z.B. am Rückgang der HIV-Infektionsrate in Uganda.
Nachdem Sie mich letztens als Lügner hingestellt haben, und behaupten, ein Beitrag im Deutschlandfunk würde die absolute, auf ganz Afrika zutreffende Wahrheit beinhalten, meine eigene Erfahrung wäre demnach frei erfunden, brauchen wir uns wohl nicht mehr zu unterhalten.
Es ist schade, dass diese Diskussion allmählich in Richtung Verfolgungswahn der Katholiken abdriftet. Ich bin selbst Katholik, aber sehr unglücklich über diese Auslassungen der Kirche, und die von anderen Katholiken.
(;-)) Äh, haben Sie etwa etwas gegen Frankfurter Würstchen ? Ja ? Dann ist die Sache für mich erledigt. (;-))
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