Papst Franziskus: Eine Zwischenbilanz Römisches Rätsel

Segnen, winken, Kinder tätscheln. Manches, was der argentinische Papst unternimmt, hat den Beigeschmack einer werbewirksamen Geste.

(Foto: Stefano Dal Pozzolo/contrasto/laif)

Franziskus führt seine Kirche seit drei Jahren - wohin, weiß keiner so genau. Ein Osterspaziergang rund um den Petersdom.

Von Matthias Drobinksi und Oliver Meiler, Fotos von Stefanno Dal Pozzolo

Da steht er, Jorge Mario Bergoglio. Ein leiser Wind bauscht das rote Messgewand. Er stützt sich auf das Kreuz in seiner Hand wie auf einen Wanderstab. Die Menschenmenge vor ihm füllt den Petersplatz; die letzten Verfrorenen tragen Schal, die ersten Lichtempfindlichen Sonnenbrille. Die Frommen schwenken Buchsbaumbüschel, Weidenkätzchensträuße, Oliven- und Stechpalmenzweige.

Palmsonntag, die Karwoche beginnt. Drei Diakone tragen die Leidensgeschichte Jesu vor: den Einzug in Jerusalem, das Abendmahl, die Todesangst am Ölberg, Verrat und Verhaftung; die Geschichte vom erniedrigten Gottessohn, ...