Eher nebenbei äußert sich Papst Benedikt zum Missbrauchsskandal. Der Vatikan will unterdessen Hunderttausende Priester in Rom für ihr Oberhaupt demonstrieren lassen.
Fast nebenbei hat am Donnerstag Papst Benedikt XVI. zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Bezug genommen. "Wir Christen haben auch in jüngster Zeit oft das Wort Reue vermieden, weil es uns als zu hart erschienen ist", sagte Papst Benedikt XVI. am Donnerstag. "Aber "jetzt, unter den Angriffen der Welt, die von unseren Sünden spricht, sehen wir, dass es eine Gnade ist, Buße tun zu können. Und wir sehen, wie notwendig es ist, Buße zu tun und zu erkennen, was falsch ist in unserem Leben." Das Kirchenoberhaupt fuhr fort: "Der Schmerz der Reue bedeutet Reinigung und Veränderung."
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Für die Worte zu den Missbrauchsfällen wählte der Papst einen unspektakulären Ansatz. (© Foto: AP)
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Der Papst hat keinen spektakulären Anlass gesucht, um zumindest im Ansatz die Worte zu finden, auf die so viele seit Wochen gewartet haben. Benedikt XVI. sprach sie in einer Predigt während einer Messe in der Paolinischen Kapelle des Vatikan vor Mitgliedern der Päpstlichen Bibelkommission aus. Diese Mahnung zu Reue und Buße des Papstes stand in Zusammenhang mit einer Ausführung zum Thema "Primat des Gehorsams vor Gott".
Der Text wurde von der italienischen Agentur Ansa verbreitet, Radio Vatikan veröffentlichte ihn unter der Überschrift: "Der Gehorsam gegenüber Gott macht den Menschen wirklich frei, auch, um sich der Diktatur des Konformismus zu widersetzen." Die Passage, in der Papst Benedikt XVI. offenkundig Bezug nimmt auf die Angriffe, unter denen die Kirche wegen der zahlreichen Missbrauchsfälle durch Priester und andere Kirchenbedienstete in vielen Ländern steht, taucht dort jedoch erst gegen Schluss des Beitrages auf.
Demonstration für den Papst
Das Kirchenoberhaupt sagte am Donnerstag weiter, es gehe darum, sich dem Vergeben zu öffnen, sich auf die Vergebung vorzubereiten, sich verändern zu lassen. Deutlicher hat sich der Papst bisher nur in seinem Hirtenbrief an die Gläubigen in Irland vom 20. März. geäußert. Am Wochenende fliegt Benedikt XVI. nach Malta, es ist seine erste Auslandsreise seit Bekanntwerden der Missbrauchsskandale. Auch dort gibt es mehrere Dutzend Opfer. Einige von ihnen haben gebeten, dass der Papst sich mit ihnen treffen soll.
Unterdessen hat wegen der Vorwürfe gegen den Papst die vatikanische Kleruskongregation die Priester weltweit zu einer Solidaritätsdemonstration für das Kirchenoberhaupt aufgerufen. Die Kundgebung soll am 11.Juni auf dem Petersplatz in Rom stattfinden.
Kardinal Claudio Hummes, rief in einem Brief an 400.000 Geistliche aus aller Welt zu der Aktion auf. "Es geht darum, unserem geliebten Papst Benedikt XVI. unsere Solidarität, unsere Unterstützung, unser Vertrauen zu zeigen", schrieb er in dem Brief, den die Glaubenskongregation am Donnerstag im Internet veröffentlichte. Eine ähnliche Aktion plant das italienische Bündnis laizistischer Gruppen für Mitte Mai.
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(SZ vom 16.04.2010/jab)
Die Ärzte in München
Eine echte Entschuldigung bleibt aus - und nur das zählt.
Sehr geehrter "Herr der Kommentare",
ich habe heute morgen folgenden Beitrag zu dem Thema geschickt:
"Mangelnde Objektivität
Die Überschrift Ein bisschen Reue ist eine Frechheit. Es handelt sich um einen Kommentar, der in Widerspruch zu dem steht, was im Bericht selbst ausgesagt wird. Wieder einmal wird Papst Benedikt von der Süddeutschen bewusst in ein schiefes Licht gerückt. Scham und Einsicht erwarten die verantwortlichen Redakteure, die solche Überschriften fabrizieren, anscheinend nur von anderen. Für kritische Leser/innen ist die mangelnde Objektivität der Süddeutschen gegenüber dem Papst und der kath. Kirche schon lange geradezu mit Händen zu greifen."
Dieser Kommentar ist nicht mehr vorhanden. Fühlen Sie sich beleidigt? Habe ich die "Ehre" der Süddeutschen Zeitung verletzt?
auch hier im Forum. Mit dem Rotstift!
kamen diese worte wirklich von herzen oder war es war es auf anraten seines PR-beraters?
so etwas ist auch auf gerichten gang und gebe, denn wie oft rät ein anwalt seinem mandanten reue zu zeigen, damit sowohl der richter als auch der staatsanwalt milde walten lassen!
einerseits eine sehr späte herumeierei mit worten und andererseits keine direkten worte!!
Mit Blick auf die Überschrift sei Frau Bachstein gefragt, ob sie auch eine Formulierung wie "Ein bisschen schwanger" für gutes Deutsch hält.
Ich vermute, dass Frau Bachstein nicht für die Überschrift verantwortlich ist. Sie hat ihre Arbeit als Korrespondentin getan und bekommt dann von irgendeinem Anonymus eine Überschrift "verpasst". Das Üble daran ist, dass in den Artikelübersichten diese falsche (!) Überschrift stehen bleibt und die Pseudo-Information gegeben wird:
Papst Benedikt zum Missbrauchsskandal Ein bisschen Reue
Gibt es bei der Süddeutschen eigentlich keinen verantwortlichen Chefredakteur, der gegen diese plumpe Meinungsmache vorgeht? Oder ist das der neue Stil der Süddeutschen?
Paging