Er würde zweitens die Hoffnungsvision von einer erneuerten Kirche, einer revitalisierten Ökumene, einer Verständigung mit den Juden, den Muslimen und den anderen Weltreligionen und einer positiven Wertung der modernen Wissenschaft verkünden. Er würde drittensdie fähigsten Mitarbeiter um sich versammeln, keine Jasager, sondern eigenständige Persönlichkeiten, unterstützt von kompetenten und furchtlosen Experten. Er würde viertens die dringendsten Reformmaßnahmen durch Dekret ("executive orders") sofort initiieren und fünftens ein ökumenisches Konzil zur Beförderung des Kurswechsels einberufen.
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Doch welch deprimierender Kontrast
Während Präsident Obama unter Zustimmung aus der ganzen Welt nach vorne blickt und sich den Menschen und der Zukunft öffnet, orientiert sich dieser Papst vor allem nach rückwärts, inspiriert vom Ideal der mittelalterlichen Kirche, skeptisch gegenüber der Reformation, zwiespältig gegenüber den Freiheitsrechten der Moderne.
Während Präsident Obama sich kooperativ neu um Partner und Bundesgenossen bemüht, ist Papst Benedikt wie George W. Bush im Freund-Feind-Denken befangen. Mitchristen in den evangelischen Kirchen stößt er vor den Kopf, indem er diese Gemeinschaften nicht als Kirchen anerkennt. Der Dialog mit Muslimen ist über Lippenbekenntnisse zum "Dialog" nicht hinausgekommen.
Das Verhältnis zum Judentum muss als tief gestört bezeichnet werden. Während Präsident Obama Hoffnung ausstrahlt, Bürgeraktivitäten fördert und eine "neue Ära der Verantwortlichkeit" fordert, ist Papst Benedikt in Angstvorstellungen befangen und will die Freiheit der Menschen möglichst einschränken, um eine "Ära der Restauration" durchzusetzen.
Keine Scheu vor der Zukunft
Während Präsident Obama in Washington offensiv die Verfassung und die große Tradition seines Landes zur Begründung kühner Reformschritte heranzieht, legt Papst Benedikt in Rom die Dekrete des Reformkonzils von 1962 bis 1965 restriktiv nach rückwärts aus: in Richtung auf das Restaurationskonzil von 1870.
Aber weil Papst Benedikt XVI. aller Wahrscheinlichkeit nach selber kein Obama wird, brauchen wir für die nächste Zeit erstens einen Episkopat, der die offenkundigen Probleme der Kirche nicht verschleiert, sondern offen benennt und auf Diözesanebene energisch angeht; zweitens Theologen, die aktiv an einer Zukunftsvision unserer Kirche mitarbeiten und keine Scheu haben, die Wahrheit zu sagen und zu schreiben; drittens Seelsorger, die sich wehren gegen die ständige Überbelastung durch Zusammenlegung von mehreren Pfarreien, und die ihre Eigenverantwortung als Seelsorger mutig wahrnehmen; viertens insbesondere Frauen, ohne die vielerorts die Seelsorge zusammenbrechen würde, die ihre Möglichkeiten des Einflusses selbstbewusst wahrnehmen.
Aber können wir das wirklich? Yes, we can.
Hans Küng, 80, ist emeritierter Professor für ökumenische Theologie in Uni Tübingen und Präsident der Stiftung Weltethos. 1980 ließ der Vatikan ihm die kirchliche Lehrerlaubnis entziehen.
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(SZ vom 31.01.2009/cag)
If one or two future popes continue the same intransigence practiced by Mr. Ratzinger, that will doubtless sound the death knell for the corporatist Roman Catholic Church. Frankly, given the RCC's history, I doubt many would shed a tear.
In fact, the policies of progressive scholars such as Hans Küng and politicians such as our President Obama could well save the RCC. Luckily for the progress of the world and Messiah-true Christianity, Mr. Ratzinger heads this worldwide Roman religious corporation and will thus hasten its demise affording its erstwhile followers the chance to find a more Jesus-like Christianity steeped in equality, concern for the poor and due suspicion of the powerful.
San Francisco - California
Dieser Herr Küng hat in der katholischen Kirche nichts zu sagen.
Und das ist gut so.
Ich verstehe nicht warum die Medien diesen Wichtiguer wieder so in den Vordergrund rücken.
Selten zuvor ist größerer Schwachsinn in so wenigen Zeilen geschrieben worden. Der Herr Küng hält sich offenbar für den Obama der Kirche, welch groteskes Verständnis von Katholizismus. Es geht auch nicht um Stimmung Versprechungen und Anbiederungen hin zum vermeintlich populären sondern um die Vermittlung ewiger Werte die höheren Erkenntnissen als tagespolitischen Moden folgt. So verstaubt machem das System Vatikan vorkommen mag, es lebt aus seiner Tradition und Unbeugsamkeit, welche andere Institution hat nun seit 2.000 Jahren Bestand. Das erreicht man nicht mit Defätismus und Anpassung oder allzu nachgiebigem Gutmenschentum sondern mit Standfestigkeit Treue zur Sache und notfalls auch Härte in der Umsetzung. Gerade dieser heilige Vater, Papst Bendikt XVI - Josef Ratzinger weiss um diese historischen Zusammenhänge. Die hat er im Auge, nicht kurzfristige Legislaturperioden von 4 Jahren - auch wenn er im Gegensatz zu Herrn Obama nicht glaubt übers Wasser laufen zu können, wird er am Ende erfolgreich sein, während das Scheitern des Versprechungskünstlers Obama demnächst von der Realität eingeholt werden wird.
... würde er als erstes die Abtreibung kirchenrechtlich legalisierien.
Ob dann die Welt glücklicher und friedlicher wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln.
"Dann wissen Sie aber nunmal nicht, dass alles was keine "natürliche Empfängnisregelung" ist aus theologischer Sicht Abtreibung ist."
Das weiß ich sehr wohl und genau aus diesem Grund habe ich geschrieben:
"auch wenn es leider so manche Kirchenobere gibt, die zwischen dem Überstreifen eines Kondoms und der Durchführung einer Abtreibung keinen moralischen Unterschied sehen."
Worin wir uns aber nicht einig sind ist, daß das die einzig wahre und richtige theologische Sicht wäre. Ich halte sie im Gegenteil für eine abstruse und bösartige Theologie.
Paging