Annäherung im Streit um Bischof Williamson: Papst Benedikt XVI. hat die Leugnung des Holocaust scharf verurteilt und erfreut mit seinen Reiseplänen nach Israel jüdische Vertreter.
Benedikt XVI. wird trotz der Spannungen im katholisch-jüdischen Verhältnis in Kürze ins Heilige Land reisen. "Ich bereite mich darauf vor, Israel zu besuchen, ein Land, das für Christen wie Juden heilig ist", sagte der Papst am Donnerstag vor Vertretern der amerikanischen Juden.
Papst Benedikt XVI. wendet sich in starken Worten gegen jede Leugnung des Holocaust. (© Foto: dpa)
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In starken Worten wandte er sich gegen jede Leugnung oder Minimierung des Holocaust: "Der Hass und die Menschenverachtung, die in der Shoah deutlich wurden, waren ein Verbrechen gegen Gott und die Menschlichkeit."
Über eine Reise des Papstes nach Israel wird seit längerem spekuliert. Der Krieg im Gaza-Streifen und die antisemitischen Äußerungen des Bischofs Richard Williamson schienen den Besuch aber zu gefährden. Nachdem Benedikt am 24. Januar die Exkommunikation von vier ultrakonservativen Bischöfen, darunter Williamson, aufhob, verkündeten jüdische Organisationen den Abbruch des Dialogs mit der Kirche.
Hinter den Kulissen gingen die Reiseplanungen aber weiter. Nun hat Benedikt die Fahrt offiziell bestätigt. Ein Datum nannte er nicht. In Rom wird damit gerechnet, dass er vom 8. bis 15. Mai Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete bereist.
In Jordanien dürfte der Papst zum Moses-Berg Nebo und zum Taufort von Jesus im Jordan pilgern sowie eine Moschee besuchen. Anschließend wird er wohl in Jerusalem die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem, die Klagemauer und die Grabeskirche aufsuchen. Zudem sind Treffen mit Oberrabbinern, Politikern sowie Fahrten nach Nazareth und Bethlehem geplant.
Jad Vaschem begrüßte in einer Stellungnahme die "unmissverständliche Erklärung" des Papstes. Auch die Präsidenten der wichtigsten jüdischen Verbände der USA zeigten sich bei ihrer Begegnung mit dem Papst im Vatikan zufrieden mit der Ankündigung. "Das Gelobte Land erwartet Ihre Ankunft", sagte der Rabbiner Arthur Schneier.
Alan Solow, ein Vertrauter von US-Präsident Barack Obama, meinte: "Euere Heiligkeit kann mithelfen, die Stimmen von Extremisten zurückzudrängen, die zur Vernichtung Israels aufrufen." Auch in Berlin setzt man auf eine versöhnende Reise des deutschen Pontifex. Aus Regierungskreisen heißt es: "Es liegt im nationalen deutschen Interesse, dass die Reise des Papstes ins Heilige Land ein Erfolg wird."
Zwischen der Bundesregierung und der Kurie hatte es zuvor Streit wegen der Wiedereingliederung des antisemitischen Bischofs Williamson in die Kirchengemeinschaft gegeben. Kanzlerin Angela Merkel forderte den Papst auf, eindeutig gegen eine Leugnung des Holocaust Stellung zu beziehen. Dies wurde im Vatikan als ungerechte Einmischung empfunden, weil sich der Papst insoweit immer wieder klar geäußert habe.
Am Donnerstag erinnerte Benedikt nun an seinen Besuch im früheren Konzentrationslager Auschwitz. "Die ganze menschliche Rasse fühlt tiefe Scham angesichts der wüsten Brutalität, die sich damals an euerem Volk gütlich hielt", sagte der Papst. Er bat um Vergebung für die Leiden, die den Juden in der Geschichte zugefügt wurden.
Benedikt bekannte sich zur positiven Haltung des Zweiten Vatikanischen Konzils gegenüber dem Judentum und sagte: "Die Kirche ist zutiefst und unwiderrufbar darauf verpflichtet, allen Antisemitismus zurückzuweisen und weiter gute, dauerhafte Beziehungen zwischen unseren zwei Gemeinschaften aufzubauen." Die jüdischen Gäste applaudierten dem Papst. Sie betonten aber, wie sehr sie die Äußerungen Williamsons und dessen Wiederaufnahme in die Kirchengemeinschaft verstört hätten.
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(SZ vom 13.02.09/cag)
Wenn jeder Massenmörder Mitglied der katholischen Kirche sein kann, dann kann auch ein Holocaust-Leugner Mitglied der katholischen Kirche sein.
Die vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft waren exkommuniziert worden, weil sie sich von Bischof Lefebvre zum Bischof ernennen ließen, obwohl diese Amtshandlung Bischof Lefebvre verboten war.
Der Papst hätte bei der Rücknahme der Exkommunikation darauf bestehen müssen und es öffentlich klarstellen müssen, dass diese Leute bei der Rückkehr in den Schoß der Kirche keine Bischöfe mehr sind, sondern erst einmal nur einfache katholische Kirchenmitglieder. Es hätte auch den 4 betroffenen "Bischöfen" klar gemacht werden müssen. Das hat der Papst unterlassen. Auch wenn die Rücknahme einer Exkommunikation eigentlich nicht mehr bedeutet, so hätte man dies doch kommunizieren müssen. Dann dürften Hr. Williamson und seine 3 Mitstreiter auch nicht mehr Bischof genannt werden.
Hm, ja Pinochet, Somoza, Franco und Co. waren soweit ich weiß katholisch und die offizielle römisch-katholische Kirche hat diese Herren weidlich unterstützt. Diejenigen Priester, die sich gegen diese Diktatoren auflehnten, wurden diszipliniert. Soviel zum Thema Anpassungsfähigkeit der römisch-katholischen Kirche.
Im übrigen, immer wenn ich Ihre Texte lese, fällt mir Umberto Eco ein, der Name der Rose. In gewisser Weise habe ich dann so Gedankenverbindungen zu Bernard Gui und Jorge von Burgos und ich muss an die Worte denken, die William zu Jorge sagt:" . . . der Teufel, ist die Anmaßung des Geistes, der Glaube OHNE ein Lächeln, die Wahrheit die NIEMALS vom Zweifel erfaßt wird..." Umberto Eco: Der Name der Rose, München, 1986, S. 607.
Was hat beten jetzt gleich mit einer Zivilreligion zu tun, die Sie erpressen möchte ?
Nachdem ich Ihre Kommentare nun alle gelesen habe, werde ich für Sie beten.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende :-)
Sie haben Sich verschrieben bei meinem Namen.
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