Papst Benedikt will in Jordanien alles richtig machen - die Strapazen der Reise sind dem 82-Jährigen schon jetzt anzusehen.
Für kurze Zeit sah es am Samstag so aus, als sollte die Morgenland-Reise von Benedikt XVI. mit dem beginnen, was er unbedingt vermeiden wollte - mit einem Fehltritt. Blitzschnell sprach es sich unter den arabischen Beobachtern herum: Der Papst läuft mit Schuhen durch die Moschee. Dabei gebieten es Tradition, Respekt und Reinheit, die Schuhe abzustellen, bevor man ein islamisches Gotteshaus betritt.
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Benedikt XVI. auf dem Berg Nebo. (© Foto: Reuters)
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War dies bereits der gefürchtete Fauxpas des Pontifex, der seine ganze Friedensreise ins Heilige Land überschatten könnte? Padre Federico Lombardi, sein Sprecher, konnte Entwarnung geben. Benedikt habe sehr wohl die Schuhe vor der El-Hussein-bin-Talal-Moschee in Amman ausziehen wollen. Aber das Protokoll habe das nicht gestattet.
Vielmehr seien Läufer durch die Moschee gelegt worden, über die Benedikt mit seinen roten Zeremonienschuhen schreiten konnte. Das sei eine "Geste des guten Willens", sagte Prinz Ghasi bin Mohammed bin Talal, der Cousin und Berater von König Abdullah II., ein Zeichen des "Respekts zwischen Muslimen und Christen".
Der Vorfall ist typisch für die Herzlichkeit, mit der die Jordanier und ihr haschemitisches Herrscherhaus den Kirchenführer aus Rom bei sich aufnahmen. Ein wenig einschüchternd wirkte allenfalls der Empfang am Freitag, als die Papstmaschine von zwei Jagdbombern so dicht begleitet wurde, dass Benedikt in die Gesichter der Piloten blicken konnte.
In dem Begrüßungszelt auf dem Flugplatz von Amman versicherte König Abdullah dann, Jordanien wolle den Dialog zwischen den Religionen vorantreiben. "Unser Haus ist auch Ihr Haus."
Der Islam wird oft missverstanden - aber auch der Pontifex
Benedikt begann die Reise durchs Heilige Land mit Beteuerungen seines guten Willens. Nach seiner Regensburger Rede vor knapp drei Jahren und den Verwerfungen, die ein von ihm gebrauchtes islamfeindliches Zitat auslöste, wollte er jetzt allen Ballast beiseite räumen und den Muslimen demonstrieren: Ich komme nicht als Kreuzzügler, sondern als sanfter, bescheidener Pilger.
Noch auf dem Flughafen beteuerte er seinen "besonderen Respekt vor der muslimischen Gemeinschaft" und lobte Jordanien als Kraft des Friedens.
Zum Höhepunkt in Amman wurde sein Besuch in der El-Hussein-bin-Talal-Moschee. Das Gotteshaus liegt auf einem Hügel über der Hauptstadt und wirkt mit seinen Mauern und Ecktürmen fast wie eine päpstliche Trutzburg in Mittelitalien. Die Höfe aber sind licht und heiter, mit ihren Ahornbäumen und Pilastern aus weißgelbem Kalkstein.
Während der Papst in der Moschee vor dem Mihrab, der Gebetsnische, verweilt, haben sich in einem der Höfe Bischöfe und Patriarchen eingefunden. Auch der Patriarch von Bagdad ist gekommen. Neben den Hirten sitzen muslimische Geistliche mit hohen Turbanen, Islamgelehrte, Diplomaten. Die Sonne schimmert durch die Segel aus Tuch hindurch, Amseln zwitschern, Muslime und Christen finden ins Gespräch. So friedlich kann es zugehen im Nahen Osten.
Auch Dr. Omar, wie er sich vorstellt, wartet im Hof, ein Beamter des Religionsministeriums. Warum er gekommen ist? "Wegen Baba", antwortet er. Baba, so nennen sie auf Arabisch den Papst. Was er sich von ihm erwartet? "Er soll davon sprechen, dass wir keine Feinde, sondern Freunde sind. Allah ist für uns alle da."
Eine Reihe hinter ihm sitzt Jereis Swies, der Bürgermeister von Fuheis, einer von Christen bewohnten Stadt bei Amman. "Der Islam wird oft missverstanden", sagt Swies. "In Jordanien leben wir gut zusammen." Aber auch der Papst werde missverstanden in der islamischen Welt. "Es ist Zeit, dass die Muslime ein anderes Bild von ihm erhalten."
Mittlerweile hat Benedikt auf einem Sesselchen Platz genommen. Bevor er spricht, kommt Bin Talal zu Wort. Der Prinz aus der Haschemiten-Familie, die sich als Verwandte des Propheten verstehen, hat nach der Regensburger Rede den Dialog muslimischer Gelehrter mit dem Vatikan eingeleitet. Nun begrüßt er den Papst auf Lateinisch mit "Pax Vobiscum".
Der Prinz spricht Regensburg an, doch er bedankt sich zugleich bei Benedikt, weil er den Schmerz der Muslime bedauert habe. Dann preist er den Papst, er sei vom "Mut geprägt, nach seinem Gewissen zu sprechen und zu handeln, egal, ob das den Moden des Tages entspricht". Solches Lob tut gut nach den Wochen, in denen Benedikt viel gescholten wurde.
Der Papst könnte jetzt den Prinzen auf Arabisch mit "Salam aleikum" begrüßen und die Herzen seiner Gastgeber im Sturm nehmen. Doch zu dieser Geste wird er erst am Sonntag bei der Messe im Stadion finden. In der Moschee warnt Benedikt, die Menschen dürften sich nicht einreden lassen, Religion sei etwas Trennendes.
Muslime und Christen sollten sich wehren, wenn ihr Glaube politisch missbraucht werde. Während der Papst spricht, ruft der Muezzin zum Gebet. Die islamischen Würdenträger applaudieren dem Pontifex. Das alles verheißt mehr als nur friedliche Koexistenz - an diesem Frühlingstag in Amman.
Die Orientreise lässt sich gut an für den Papst. Doch die Anstrengungen sind dem 82-jährigen Pilger anzusehen. Er wirkt müde, beim Verlassen des Hofes geht er gebeugter als sonst. Die Affäre um den reaktionären Bischof Williamson und die Afrikareise vor wenigen Wochen haben ihm zugesetzt; und sein Programm im Nahen Osten wäre selbst für einen jungen Mann zu voll. Mehr als zwei Dutzend Reden und Predigten hat der Papst zu halten, unzählige Besuche bei Religionsführern, Politikern, karitativen Einrichtungen und an biblischen Stätten abzuhalten.
Und dann sind da noch die Massenmessen. Schließlich will Benedikt die Christen im Nahen Osten zum Bleiben ermutigen. Als er am Sonntag mit seinem Papamobil im Stadion von Amman vorfährt, jubeln 30.000 Menschen. Der Wind lässt jordanische und vatikanische Fahnen durch die Luft fliegen. Poster zeigen Benedikt und den jordanischen König im Zwiegespräch. Während der Papst Richtung Altar fährt, singen Chöre: "Benedetto! Benvenuto! In Giordania!" Menschen stehen auf und brüllen: "Viva il Papa!" Was für eine Szene in einem arabischen Land.
Die nächste Etappe führt den Papst nach Israel und in die Palästinensergebiete, hinein ins Herz des zerstrittenen heiligen Landes. Aus der Ferne konnte er am Wochenende schon Ausschau halten. Er kam als Pilger zum Berg Nebo, einem zugigen Höhenrücken über Jordantal und Totem Meer. Hier soll Gott Moses das gelobte Land gezeigt haben, hier steht Benedikt und blickt über wüste Felshänge zu den Oasen von Jericho hinab.
Bei guter Sicht könnte er Jerusalem und Bethlehem ausmachen. Doch an diesem Tag verhüllt Dunst, was ihn dort erwartet. Der Papst richtet eine Botschaft an die Juden. Ein "unzertrennbares Band" verknüpfe seine Kirche mit ihnen. Es gelte, "Hindernisse auf dem Weg der Versöhnung zwischen Christen und Juden zu überwinden".
Am Abend, der Papst ist wieder in Amman, sitzt Pater Hartwig in seiner braunen Kutte unter einer Pinie. Er gehört zu den Franziskanern, die das Moses-Heiligtum bewachen. Er sagt, in Jordanien sei Benedikt als Diplomat aufgetreten. "Aber da drüben" - er deutet Richtung Israel - "muss er klare Worte finden. Da darf er nicht nur diplomatisch sein."
Benedikt müsse das Schicksal der Palästinenser ansprechen, deren Menschenwürde von der israelischen Regierung missachtet werden. Wie Vieh würden die Araber teilweise behandelt, wenn sie durch die Kontrollstellen zur Arbeit gingen. Der Pontifex solle über Brücken reden, und über die Mauer, die die Palästinenser aussperre.
Ob Benedikt, ein Papst mit deutscher Vergangenheit, so klar sprechen wird? Die Erwartungen beider Seiten sind groß. Fehltritte sind schnell begangen im Land zu Füßen des Berges Nebo. Jordanien war ein harmonischer Auftakt. Nun beginnt der harte Teil der Reise für den Papst.
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(Süddeutsche Zeitung vom 11.5.09/gdo)
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wegen vorsätzlicher und notorischer Diffamierungen hart angegangen wird, gehört dazu, wenn man herabsetzende Meinungen äußert. Es ist dann auch angebracht, dass die Angegriffenen und Diffamierten persönlich werden, wenn der Fall gegeben ist, dass sich die gegnerische Meiinung abseits aller Sachlichkeit nur noch als Ressentiment kundtut.
Es ist auch Katholiken in diesem Staat nicht auferlegt, den Mund zu halten, wenn ihnen Unverschämtheiten nachgesagt werden, wie bspw. die Behauptung, Katholiken seien in ihrer Kirche zur Hörigkeit gezwungen und sozusagen gleichgeschaltete Wesen ohne eigenen Kopf.
Gerade auf dieser Reise spricht der Papst viel von der Toleranz, die im Hl. Land herrschen müsse. Die Toleranz gegenüber Katholiken ist im Heimatland des Papstes - wie die letzten Monate zeigten - inzwischen auf dem Rückzug. Ich hoffe deshalb, dass auch in Deutschland die Worte des Papstes gehört werden. Wir hier in Deutschland haben keinerlei Anlass, uns bequem zurückzulehnen und dem Papst auf seiner Reise bloß zuzuschauen. Er redet offensichtlich mehr auch über unsere westliche Gesellschaft, als das viele im Moment noch wahrhaben wollen.
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Sie haben meine Kommentare nicht richtig gelesen: Ich schrieb, dass ich viele katholische Freunde habe - abgesehen davon arbeite ich innerhalb meiner Kirche in ökumenischen Kreisen mit, kenne daher einige Priester, zu denen ich sehr guten Kontakt habe und auch weibliche Angestellte der katholischen Kirche! Katholische Gottesdienste besuche ich übrigens auch ab und an!
Ich will jetzt - ehrlich gesagt - nicht vom Regen in die Traufe kommen: Ich habe auch keine Lust mehr, ständig Dinge klarzustellen, da ich sich im Kreise drehende Wiederholungen als zu zeitaufwändig und energieraubend betrachte, die sind irgendwann so zäh, dass andere Foristen auch irgendwann keine Lust mehr haben, sich ins Forum einzuloggen, was ich schade finde.
Ich will hier meine Meinung schreiben, die meine Meinung ist, und ich akzeptiere jede andere Meinung, so sie mir eben ohne persönliche Beschimpfungen und Angriffe übermittelt wird. Kein Mensch muss sich wegen seiner Meinung rechtfertigen, da wir - Gott sei Dank - in einer Demokratie leben.
Nichts für ungut, aber ich werde mit Ihnen bestimmt nicht eine derartig öde Diskussion fortsetzen, die ich gerade - auch dank der Moderation - mit einem anderen Foristen beenden konnte. Leben und leben lassen - aber im wahrsten Sinne des Wortes!!!!!
Bei manchen Menschen ist der Ha.ss auf die Katholische Kirche wirklich grenzenlos.
Um ihr Weltbild mal ein bischen zu überfordern: Ich bin gläubige Katholikin und deshalb (!) Mitglied der Linkspartei. Ich nehme das Evangelium sehr ernst und daher bleibt mir nur diese Partei (obwohl ich die familienpolitischen Vorstellungen ablehne - aber die sind bei anderen Parteien ja auch nicht christlicher). Gehen Sie doch sonntags mal in eine katholische Messe. In aller Regel ist die Predigt - wenn man sie denn ernst nimmt - im Grunde ein Aufruf zur Wahl der Linken. Sie schlagen generell auf eine Institution ein, obwohl Sie keine Ahnung haben, wie die viele Katholiken "ticken". Von der Toleranz der Katholischen Kirche könnten sich manche eine Scheibe abschneiden. In einer so großen Organisation bleibt es nun einmal nicht aus, dass es auch Extr.emisten und Spin.ner gibt - das ist doch völlig normal. Etwas anderes zu erwarten ist entweder naiv oder bö.sartig.
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