Mittlerweile sind schon sieben Reaktoren abgeschaltet - und es zeigt sich: Die Lichter gehen dadurch noch lange nicht aus. Die Anti-Atom-Bewegung frohlockt schon einmal.
Nie war die Anti-Atom-Bewegung den deutschen Stromkonzernen so dankbar wie heute. "Wenn die in dem Tempo weitermachen", frohlockt Jochen Stay von der Anti-Castor-Gruppe "x-tausendmal quer", "dann sind bis zur Bundestagswahl sämtliche Atomkraftwerke abgeschaltet."
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Für die Gegner der Kernkraft ist die Sieben eine magische Zahl. So viele Kraftwerke sollen in der kommenden Legislaturperiode abgeschaltet werden. (© Archiv-Foto: dpa)
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Erst war es nur der Geesthachter Reaktor Krümmel, abgeschaltet nach einem Kurzschluss im Transformator. Der gibt den Strom ans Netz weiter, versorgt aber auch den Reaktor selbst.
Jetzt sind noch die Kernkraftwerke Emsland (Problem am Transformator) und Philippsburg 2 (dito) vom Netz. Und das ist lange nicht alles.
Biblis A, der älteste deutsche Reaktor, steht schon seit Monaten für eine Revision still - anfahren will Betreiber RWE ihn vorsichtshalber erst ein paar Tage nach der Bundestagswahl, am 30. September.
Der Nachbarreaktor Biblis B, der ursprünglich am vorvergangenen Wochenende wieder angeworfen werden sollte, wird kurzfristig nachgerüstet, um möglicher Kritik der Atomaufseher im Bundesumweltministerium zu entgehen. Das kann Monate dauern.
Das Vattenfall-Kraftwerk Brunsbüttel steht seit einer Panne im Sommer 2007 still, auf unbestimmte Zeit, die Arbeiten laufen noch. Damit nicht genug; Eon hat vor gut einer Woche seinen bayerischen Reaktor Isar 2 vom Netz getrennt, zur planmäßigen Revision.
Mehr als 9000 Megawatt Kapazität liegen brach, fast die Hälfte der Leistung aller deutschen Atomkraftwerke. Sieben von 17 deutschen Reaktoren liefern keinen Strom. So viel Stillstand war selten.
Für die Gegner der Kernkraft ist die Sieben eine Art magische Zahl. So viele Kraftwerke sollen in der kommenden Legislaturperiode abgeschaltet werden, - zumindest dann, wenn es beim vereinbarten Ausstieg bleibt. In Neckarwestheim, Biblis A und B reicht die restliche Strommenge gerade mal bis Ende kommenden Jahres.
Der fröhliche Minister
Gelingt es, auf sieben Kraftwerke problemlos zu verzichten, wäre zumindest ein erster Beweis erbracht: Die Lichter gehen dadurch noch lange nicht aus.
"Das zeigt: Wir brauchen die Atomkraft nicht", sagt fröhlich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der doch mit dem Thema so gerne Wählerstimmen gewinnen möchte.
"Angesichts dieser Pannenserie sollte endlich auch die Kanzlerin ihre Position zur Hochrisiko-Technologie Atomkraft überdenken." Aus Gabriels Sicht schickt der Himmel die Stillstände.
Die Aufräumarbeit wird anderswo gemacht: in den Leitwarten der vier deutschen Übertragungsnetze. Sie müssen nun das Defizit ausgleichen - und sind doch bisher entspannt.
"Die Kollegen in Brauweiler sehen keine Gefahr im Verzug", sagt ein Sprecher der RWE-Netztochter, die in der Nähe von Köln die größte deutsche Netzwarte betreibt.
Auch bei Vattenfall hält sich die Nervosität in Grenzen. Engpässe? "Das Problem stellt sich nicht heute und nicht morgen", sagt eine Sprecherin. Im Zweifelsfall würden solche Lücken über das europäische Netz ausgeglichen.
Aus dem baden-württembergischen EnBW-Netz floss am Samstag zur Spitzenzeit sogar mehr Strom nach Frankreich als umgekehrt. Der Import-Bedarf Frankreichs dürfte angesichts großer Hitze noch steigen. Werden die Flüsse wärmer, müssen auch Akws gedrosselt werden, die sich nicht mehr ausreichend kühlen lassen.
Zumindest in Norddeutschland weht derweil eine frische Brise. Bis zu 5000 Megawatt Strom könnte sie Prognosen zufolge kommende Woche liefern - per Windkraft.
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(SZ vom 27.07.2009/dmo/odg)
Sie haben es nur nicht richtig gelesen gehabt!
@ Balldieb 08.09.2009 11:53:25
""""Wenn wir das mal nur mit der Atomkraft genauso gemacht hätten! Da dürften wir ja heute noch keine AKW´s bauen weil wir die Endlagerung noch gar nicht richtig ausprobiert haben. Projektierte Lebensdauer 1 Mio. Jahre, da hätten wir dann in 500 000 Jahren erst anfangen dürfen... """"
Nach dem Versuchsreaktor von Garching hat es 17 Jahre gedauert, bis der erste der großen 1 GW AKW-Blöcke ans Netz ging, die jetzt dann abgeschaltet werden sollen ohne echten Ersatz dafür.
Und das Desertec-Projekt soll ja 100 GW liefern!
Das sind die entsprechenden Bezüge.
Zitat 08.09.2009 11:06:14
"""Dies ist ein klarer Widerspruch in Ihrer ganzen Argumentation: Entweder ist die Technik der Solarthermie zu konkurenzfähigen Preisen umsetzbar und dann wären wir als Exportweltmeister aber ziemliche Nieten, wenn wir uns von den Chinesen die Butter vom Brot klauen lassen, oder es lohnt sich eben nicht, was sie hier ja ständig behaupten. """
Das Solargeschäft wird hier hoch subventioniert und anderswo enstehen dann die Arbeitsplätze dafür, wie in China dann, denn die sind eben billiger in diesen insgesamt doch relativ anspruchslosen Techniken, die nicht vergleichbar sind mit der Kerntechnik und in der Deutschland seine Kapazität weitgehend verloren hat durch zu frühe Festlegungen.
Und die Probleme von Desertec hatte ich Ihnen ja bereits aufgezeigt gehabt hier:
http://www.sueddeutsche.de/politik/948/486365/text/
selbstaendig
"Habe ich doch nichts dagegen, ruhig eines mal bauen lassen und nach der Hälfte seiner projektierten Lebensdauer von 40 Jahren, das ist dann in 20 Jahren, kann man sich die echten Meßwerte dann mal genauer und in Ruhe ansehen. "
Wenn wir das mal nur mit der Atomkraft genauso gemacht hätten! Da dürften wir ja heute noch keine AKW´s bauen weil wir die Endlagerung noch gar nicht richtig ausprobiert haben. Projektierte Lebensdauer 1 Mio. Jahre, da hätten wir dann in 500 000 Jahren erst anfangen dürfen...
Gruß Balldieb
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"Warum sollte es da mit der Solarthermie Probleme geben, die weitaus geringeren Schwankungen unterliegt, die noch dazu sehr gut vorhersehbar sind? "
Ich stimme Ihren Ausführungen vollumfänglich zu! Ganz im Gegensatz zu AKW´s sind Parabolrinnenkraftwerke tasächli8ch sehr einfach auszuregeln ;-)
Gruß Balldieb
"Und für das DESERTEC-Projekt wird das dann ähnlich werden, auch wenn die Technik anders ist, China paßt sich schnell an den Markt an. "
Dies ist ein klarer Widerspruch in Ihrer ganzen Argumentation: Entweder ist die Technik der Solarthermie zu konkurenzfähigen Preisen umsetzbar und dann wären wir als Exportweltmeister aber ziemliche Nieten, wenn wir uns von den Chinesen die Butter vom Brot klauen lassen, oder es lohnt sich eben nicht, was sie hier ja ständig behaupten.
Gruß Balldieb
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