Sarah Palin, Kandidatin der Republikaner für das Amt der Vizepräsidentin, zeigte in ihrem ersten großen TV-Interview nach ihrer Nominierung keine falsche Bescheidenheit. Doch ihre außenpolitische Unerfahrenheit wurde mehr als deutlich.
Noch drei Mal fragte Charlie Gibson, der Moderator der Abendnachrichten des US-Fernsehsenders ABC, nach. Offenbar hatte er auf seine Frage anderes von seinem Gegenüber erwartet. Dreimal gab er ihr die Chance, wenn schon nicht Selbstzweifel, so doch öffentlich eine gewisse Scheu ob der Herausforderung zu zeigen, vor der sie jetzt steht, Demut vor dem hohen Amt, dessen Inhaber nur einen Herzschlag vom Präsidentenposten entfernt ist, wie die Amerikaner gerne sagen.
"Das glaube ich, Charlie": Palin bei ihrem ersten großen TV-Interview (© Foto: Reuters)
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Doch Sarah Palin, die Vizepräsidentschaftskandidatin der Republikaner, zeigte in ihrem ersten großen politischen Interview nach ihrer Nominierung keine falsche Bescheidenheit. Ob sie glaube, ausreichend für das Amt qualifiziert zu sein? "Das glaube ich, Charlie", war ihre Antwort, ohne mit der Wimper zu zucken, "ich bin bereit."
In dem mit Spannung erwarteten Interview gab sich die 44-jährige Palin keine Blöße und leistete sich keine Antwort, die sie in den kommenden Wahlkampfwochen noch bereuen müsste. Dennoch wurden ihre Schwächen und ihre Unerfahrenheit bei außenpolitischen Themen mehr als deutlich.
So hatte die Gouverneurin von Alaska offenkundig nicht mit einer Frage zur sogenannten Bush-Doktrin gerechnet, dem von Präsident George W. Bush formulierten außenpolitischen Grundsatz, nachdem sich die USA das Recht auf einen militärischen Präventivschlag überall auf der Welt vorbehalten, wenn sie eine Bedrohung ihrer Sicherheit sehen. "In welcher Hinsicht", gab sie auf die Frage Gibsons zurück, was sie von der umstrittenen Doktrin halte.
Auch sonst neigte sie zu Allgemeinplätzen ("man muss Russland im Auge behalten") und räumte ein, dass sie noch nie ein ausländisches Regierungsoberhaupt getroffen habe. Fast lächerlich wirkte es, dass sie ihr Leben in Alaska als außenpolitische Qualifikation darstellte - schließlich könne man Russland von Alaska aus sehen.
Mitunter scharf schlitterte sie an politischen Pannen vorbei, etwa als sie die Nato-Mitgliedschaft für Georgien forderte und dann lapidar "ja vielleicht" sagte auf den Hinweis Gibsons, dass das Bündnis im Falle eines Angriffs auf Georgien Russland den Krieg erklären müsse.
Beim Klimaschutz räumte Palin Meinungsverschiedenheiten mit McCain ein. Sie ist im Gegensatz zu ihm für die Freigabe des Nationalparks am Polarmeer in Alaska für Ölbohrungen.
Palin hatte nur kurz nach ihrer Berufung der Illustrierten People Magazine ein Interview gegeben, in dem es um Themen wie die Vereinbarkeit von Mutterschaft und Karriere, aber nicht um spezifische politische Sachfragen gegangen war.
Seither hatte Palin sämtliche Interview-Anfragen abgelehnt, selbst von der heimischen Presse in Alaska. Das ist ungewöhnlich. Bisher hatten sich Vizepräsidentschaftskandidaten stets sofort den Medien gestellt. Offenkundig haben McCains Wahlkampfberater die fast zwei Wochen nach ihrer überraschenden Nominierung genutzt, Palins Kenntnisse in nationalen und internationalen Politikfragen aufzubessern.
Zurück nach Alaska, wo die Interviews mit Gibson aufgezeichnet wurden, begleiteten die Gouverneurin nicht weniger als vier Topberater McCains: sein Wirtschaftsexperte Douglas Holtz-Eakin, sein außenpolitischer Berater Randy Scheunemann, die Kommunikationsspezialistin Nicolle Wallace und Joe Donoghue aus McCains Senatsbüro.
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(sueddeutsche.de/woja)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Sie sollten nicht alles glauben was sie lesen.
Die Gruender von Google und Yahoo - da will mich einer zum Googeln bringen, aber was soll's, mit mir kann man's ja machen:
2 sind in den USA geboren und aufgewachsen und die anderen 2 kamen als Kinder mit 6 bzw 10 Jahren in die USA. Alle 4 haben einen US-Pass. Und jetzt?
Dass Detroit nicht rosig ist - geschenkt. Aber Duisburg, Bochum und Bremerhaven auch nicht - und ich habe noch nicht mal den Osten bemueht wie sie sehen.
Finanz- und Wirtschaftskrise - wuesste nicht was das mit dem Thema Amis dumm - Deutsche schlau zu tun haben sollte. Ein kleiner Tiefschlag trotzdem: Bei der IKB arbeiten offensichtlich die ganz schlauen Deutschen...
Esben: "Das ist systemimmanent. Wer seit Jahrzehnten so konsequent mit Werbung und Seifenoperunterhaltung geradezu zugeschüttet wird, wie der Durschnittsamerikaner, hat große Schwierigkeiten, politische Zusammenhänge, die über Schwarzweißmalerei hinausgehen, zu begreifen."
johnsonville: "Europa - so politisch weiterenetwickelt dass bspw in D bald wieder die Partei dran ist die schon damals in der DDR das Sagen hatte. Das nenne ich Fortschritt!"
Danke johnsonville, gutes Beispiel für die angesprochene Schwarzweißmalerei.
wenn ich Sie richtig verstanden, dann also so wie bei Elvis oder Johhy Cash ?
Ich werde jetzt Raumfahrer, denn von meinem Balkon aus kann ich in der nacht den Weltraum und ganz viele Sterne sehen.
ich habe mit Ihrem Einwand möglicherweise den Inhalt desselben immer noch nicht verstanden.
Erklären Sie mir doch bitte wie ich das zu verstehen habe, oder verstehen darf .-)
Danke vorab -
carlcomma ppa.
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