Sie fliegt nur im Learjet und hält ohne gebogene Strohhalme keine Rede: Peinliche Enthüllungen gefährden die politische Karriere von Sarah Palin. Doch vielleicht stört sie das gar nicht.
Über Sarah Palins Ambitionen auf das Weiße Haus wird viel spekuliert. Sie selbst sagte dazu kürzlich, sie erwäge, bei der nächsten Wahl anzutreten, wenn sie der Ansicht sei, dass dies das Richtige für ihr Land und ihre Familie sei. Auch dass sie ihre Biographie und ihr Weltbild als Buch veröffentlicht hat, gilt als Indiz, dass sie die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2012 anstrebt.
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Die nächste Oprah Winfrey: Sarah Palin (© Foto: AFP)
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Going Rogue hat sich inzwischen mehr als zwei Millionen Mal verkauft und Palin hat schon als Vorschuss 1,25 Millionen Dollar für das Werk kassiert. Als Gouverneurin von Alaska hatte sie ein jährliches Einkommen von 125.000 Dollar.
Ihre Kandidatur als Vizepräsidentin von John McCain katapultierte sie 2008 ins Rampenlicht - und sie hatte nach der Wahlniederlage anscheinend nicht die geringste Lust, in Alaskas Hauptstadt Juneau zurückzukehren und die wenig glamouröse Aufgabe, für die sie gewählt wurde, zu Ende zu bringen.
Sie schmiss den Gouverneursjob hin, was viele für einen Riesenfehler hielten. Ein Präsident, der unmittelbar zuvor kein politisches Amt innehatte? Unvorstellbar. Doch die New York Times glaubt, eine Antwort für Palins unlogisches Verhalten gefunden haben: Sie wolle gar nicht Präsidentin werden, sondern lieber die nächste Oprah Winfrey.
Das scheint zu funktionieren. Palin ist heute ein nationales "Ein-Frau-Medien-Unternehmen" (New York Times) mit lukrativen Buchverträgen, absurd hohen Vortragsgagen und einem Vertrag als Moderatorin beim konservativen TV-Sender Fox.
Wie groß Palins Starstatus tatsächlich ist, haben nun zwei Studenten an der Stanislaus University in Kalifornien aufgedeckt, indem sie im Müll wühlten. Die Universität hatte die konservative Kultfigur als Rednerin eingeladen und schon im Vorfeld wollten Lokalpolitiker der Demokraten mehr über die Bedingungen ihres Engagements wissen. Ihre Agentur gab nichts heraus - doch ein unachtsamer Angestellter der Universität warf eine Kopie des Vertrages in den Papierkorb.
So sind nun zahlreiche Details bekanntgeworden, wie zum Beispiel, dass Sarah Palin neben ihrem Rednerpult jederzeit zwei Gläser stilles Wasser mit umgebogenen Strohhalmen haben will. Auf dem Weg zum Veranstaltungsort möchte die Ex-Politikerin mit SUVs chauffiert werden und für den Flug von Alaska aus kommen nur Plätze in der ersten Klasse in Frage - oder ein Privatflugzeug von mindestens der Größe eines Learjets. Außerdem nächtigt Palin ausschließlich in Hotels der Deluxe-Klasse, wo sie zwei Einzelzimmer und eine Suite benötigt, in der Laptop und Drucker voll funktionsfähig zur Verfügung stehen.
Das erinnert an die Extrawünsche von Hollywood-Diven und Popsängerinnen. Christina Aguilera verlangt zum Beispiel immer, dass ausreichend Sojamilch in all ihren zwölf Garderoben zur Verfügung steht, Nicole Kidman möchte ausschließlich von Glühbirnen mit 40 Watt bestrahlt werden und Mariah Carey betritt nur rote Teppiche - über andere Bodenbeläge schreitet das Goldkehlchen nicht.
Um in dieser Liga mitzuspielen, muss sich La Palin noch ein paar Extravaganzen zulegen. Wie wäre es mit einem Montblanc-Tintenroller für die Stichworte auf dem Handballen, eine diamantenbesetzte Magnum im Nachtkästchen und ein Fernglas, um von jedem Hotelbalkon der Welt Russland suchen zu können?
Einer Politikerin werden solche Sperenzchen jedoch selten verziehen, vor allem, wenn sie sich bisher als bodenständige Hockey-Mom inszeniert haben. Mit mehr als zwölf Millionen Dollar auf dem Konto und lukrativen Medienverträgen hat sich Sarah Palin Lichtjahre von ihrer Wählerschaft entfernt - und damit vom Weißen Haus.
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(sueddeutsche.de/woja)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
"Peinliche Enthüllungen gefährden die politische Karriere von Sarah Palin"?
Die Autorin des Artikels hat da irgend etwas missverstanden. Die reichlich peinlichen Enthüllungen, die es bisher über Frau Palin gab, haben nur dazu geführt, dass allen Ernstes diskutiert wird, ob sie für die US-Präsidentschaft kandidieren wird.
Ihre Kernanhängerschaft liebt sie für ihre D**fheit, da wäre zu viel Wissen über die Welt oder zu seriöses Auftreten eher hinderlich.
Vielleicht in Europa, aber nicht in den USA. Dort ist Ahnungslosigkeit eine Qualifikation!
Sarah Palin for US President 2012!!
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