Beim Beschuss einer Religionsschule im pakistanischen Grenzgebiet sind mehrere Menschen getötet worden. Die Opfer sollen Jugendliche sein. Vermutlich handelt es sich um einen weiteren Angriff des US-Militärs.

Bei einem Raketenangriff auf eine Religionsschule in Pakistan sind mindestens acht Menschen getötet worden. Sechs weitere wurden verletzt. Der Angriff wurde vermutlich von den US-Streitkräften in Afghanistan ausgeführt. Er habe offenbar einem ranghohen Taliban-Extremisten gegolten.

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Ein Stammesälterer sagte, die Opfer seien Koranschüler im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren gewesen. Die Schule in Nord-Waziristan soll von einem den Taliban nahestehenden Geistlichen aufgebaut worden sein.

Wenige Stunden vor dem Angriff verabschiedete das Parlament eine Resolution zum Kampf gegen den Terrorismus und forderte mit Blick auf mehrere Angriffe der US-Streitkräfte in der jüngeren Vergangenheit eine eigenständige Außenpolitik. Die US-Regierung soll für mehr als zehn derartige Angriffe in Pakistan seit August verantwortlich sein.

Das Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Hochburg der Taliban, dort wird auch Al-Qaida-Anführer Osama bin Laden vermutet. Die Angriffe sorgen für Unmut bei pakistanischen Abgeordneten, die die Souveränität ihres Landes verletzt sehen.

Dialog mit Aufständischen geplant

Die Regierung nannte die nach zweiwöchiger Debatte im Parlament verabschiedete Resolution am Donnerstag einen historischen Moment für Pakistan. Das 14 Punkte umfassende Dokument werde helfen, "das Land von der Plage des Terrorismus zu befreien", sagte Informationsminister Sherry Rehman.

In der Resolution wird eine "unabhängige Außenpolitik" Islamabads gefordert und in Anspielung auf die mutmaßlichen US-Angriffe betont, Pakistan lehne jegliches Eindringen in sein Staatsgebiet ab. Ein Dialog mit den Aufständischen müsse "höchste Priorität haben", allerdings mit den "Elementen", die sich an die Verfassung und die Gesetze halten wollten, heißt es weiter.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sind die USA und Pakistan eigentlich Verbündete im Kampf gegen den Terror. Pakistan wurde jedoch schon oft kritisiert, nicht entschieden genug gegen Extremisten vorzugehen.

Die Streitkräfte verfolgen derzeit zwei Offensiven im Nordwesten des Landes, im Swat-Tal und in dem Stammesgebiet von Bajur. Dort sind nach offiziellen Angaben mehr als 1000 Extremisten getötet worden.

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(dpa/AP/Reuters/gal/odg)