Einen Monat nach Beginn der militärischen Offensive gegen islamische Extremisten in Pakistan weiten sich die Kämpfe auf eine weitere Region aus.

Pakistanische Sicherheitskräfte haben bei schweren Gefechten im unruhigen Grenzgebiet zu Afghanistan mindestens 25 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban getötet. Wie die Armee am Sonntag mitteilte, brachen die Kämpfe am Vorabend in der halbautonomen Stammesregion Süd-Waziristan aus, nachdem Aufständische zunächst ein Camp und wenig später einen Konvoi der Regierungstruppen angegriffen hatten.

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Soldaten der pakistanischen Armee kontrollieren Straßen in Mingora: Die wichtigste Stadt im Swat-Tal war am Samstag von den Taliban zurückerobert worden. (© Foto: dpa)

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Bei den mehrstündigen Feuergefechten seien auch drei Soldaten ums Leben gekommen. Geheimdienstkreise hatten die Zahl der getöteten Aufständischen zunächst mit "mehr als 40" angegeben.

Offensive gegen die Taliban fortgesetzt

In der Nordwest-Grenzprovinz, die an die Stammesgebiete grenzt, setzte das Militär unterdessen die seit Wochen andauernde Offensive gegen die Taliban fort. Nach Armeeangaben sicherten Truppen die wichtigste Stadt im Swat-Tal, Mingora, die am Samstag von den Taliban zurückerobert worden war. Bei Gefechten im Distrikt Dir wurden den Angaben zufolge zwei Aufständische getötet.

"Die Taliban sind auf dem Rückzug", erklärte Armeesprecher Athar Abbas am Sonntag. Allerdings werde es "noch eine Zeit lang" dauern, bis die Militäroperation in Swat und den angrenzenden Distrikten Buner und Dir beendet sei. Damit widersprach Abbas dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Syed Athar Ali, der zuvor bei einer Sicherheitskonferenz in Singapur erklärt hatte, die Offensive könne bereits in "zwei oder drei Tagen" beendet sein.

Seit Anfang Mai kamen in Swat mehr als 1100 Aufständische und etwa 90 Soldaten ums Leben. Im Zuge der Militäroperation hatten die Taliban am Mittwoch und Donnerstag in zwei pakistanischen Großstädten mehrere blutige Bombenanschläge verübt. Dabei waren in Lahore sowie in der unweit von Swat gelegenen Stadt Peshawar fast 40 Menschen getötet worden.

Drahtzieher soll der Extremisten-Führer Baitullah Mehsud sein, der aus dem fast vollständig unter Taliban-Kontrollen stehenden Süd-Waziristan operiert.

Laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR flohen knapp 2,4 Millionen Menschen aus den Gebieten im Nordwesten Pakistans. Unklar ist, wie viele Zivilisten ums Leben kamen und wie viele noch in den Kampfgebieten eingeschlossen sind.

Am Freitag hatte Pakistan das Kopfgeld auf den Taliban-Führer Maulan Fazlullah verzehnfacht, der den seit November 2007 andauernden Taliban-Aufstand im Swat-Tal anführt. Auf Fazlullahs Ergreifung, tot oder lebendig, stehen jetzt umgerechnet 425.000 Euro Belohnung.

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(AP/AFP/dpa/gdo/woja)