Pakistan Das Vermögen der Sharifs sei "zusammengerafft", hieß es in einem Untersuchungsbericht

Die Immobilien wurden nach Recherchen des Guardian bereits 1993 und 1996 erworben, als Sharif in der Opposition war. Dieses Investment machte Reyman Malik, ein politischer Widersacher von Sharif, 1998 öffentlich. Malik war Vorsitzender einer hohen pakistanischen Ermittlungsbehörde und stellte einen Bericht zusammen, demzufolge die Londoner Immobilien mit "unrechtmäßig erworbenem Vermögen" erworben worden seien, das die Familie Sharif "durch korrupte Methoden" zusammengerafft habe. Malik behauptete, die Immobilien wären steuerlich nicht deklariert worden. Einige Jahre später wiederholte der pakistanische Chef-Korruptionsermittler des Landes diese Vorwürfe.

Die Familie Sharif hat dies stets bestritten. In einer Stellungnahme zu den Recherchen für diese Geschichte erklärte die Familie Sharif, die Firmen gehörten Hussain Sharif, und er habe sie in seinen Steuererklärungen aufgeführt. Hussain habe auch die Herkunft des dafür verwendeten Geldes offengelegt, dieses stammte vor allem aus dem Verkauf eines Stahlwerks. "Keine der genannten Firmen gehören oder werden geführt von Herrn Nawaz Sharif, dem Premierminister von Pakistan." Auch dessen Tochter Mariam sei weder "wahre Eigentümerin noch Besitzerin einer dieser Firmen". Tatsächlich sei Mariam "lediglich Treuhänderin der Firmen von Hussain".

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Sharifs Tochter Mariam gilt in der Partei ihres Vaters als große Hoffnung, sie hat bei den jüngsten Wahlen ihre politische Karriere gestartet. Sie tritt innerhalb der Partei dafür ein, die Vorwürfe gegen ihre Familie nicht einfach zu schlucken, sondern mit allem Nachdruck zu kontern.

Der andere große pakistanische Name in den Panama Papers ist der von Benazir Bhutto. Im August 2001 wandte sich danach eine Londoner Anwaltskanzlei an Mossack Fonseca (Mossfon), um eine Briefkastenfirma gründen zu lassen. Wenig später ließ Mossfon im Namen der gegründeten Firma, Petroline International Inc., 17 000 Anteile für Bhutto ausstellen und je 16 500 für ihre beiden Geschäftspartner. Im Jahr zuvor hatte Bhutto eine Firma mit ähnlichem Namen gegründet, die Petroline FZC im Emirat Sharjah. Die Firma soll, wie 2005 durch einen unabhängigen Untersuchungsbericht bekannt wurde, in den Öl-für-Lebensmittel-Skandal der Vereinten Nationen verwickelt gewesen sein und zwei Millionen Dollar an das Regime des irakischen Diktators Saddam Hussein gezahlt haben - um Aufträge in Höhe von mehr als 100 Millionen Dollar zu erhalten. Bhutto bestritt alle Anschuldigungen.

Im Jahr 2001 waren die Vorwürfe noch nicht bekannt. Dennoch war man bei Mossfon skeptisch. Man forderte Referenzen, Passkopien und andere Dokumente an und wollte erfahren, zu welchem Zweck die Firma gegründet worden sei. Aber es kam wenig: Die Londoner Kanzlei schickte nur ein Schreiben, in dem Bhutto und ihre Partner als "respektabel und verantwortlich" beschrieben wurden.

Die Antwort der Kanzlei war Mossfon zu dünn. Das Schreiben wurde als "sehr ungenügend" markiert, und noch am selben Abend schickte Jürgen Mossack, der deutsche Gründer der Kanzlei, eine Mail mit der Auskunft, die Firma habe entschieden, Benazir Bhutto nicht als Kunden zu akzeptieren. Das war das Ende der Geschäftsbeziehung. Die bereits gegründete Firma wurde später an andere Kunden verkauft.