Auf amerikanischen Druck geht Pakistan mit mehr militärischer Entschlossenheit gegen die Taliban vor, die den Nordwesten des Landes kontrollieren. Zehntausende Zivilisten sind auf der Flucht.
Im Nordwesten Pakistans sind Zehntausende Zivilisten, mehrheitlich Frauen und Kinder, auf der Flucht vor den immer heftigeren Kämpfen zwischen dem Militär und den Taliban. Die pakistanische Armee, die zuletzt wegen ihrer angeblichen Passivität in die Kritik geraten war, setzte nach eigenen Angaben Kampfjets ein und kündigte an, Bodentruppen an nach Lower Dir zu entsenden, einem Verwaltungsbezirk in der Northwest Frontier Province an der Grenze zu Afghanistan.
Die Taliban breiten sich im Nordwesten Pakistans immer weiter aus. Das Foto vom 24. April zeigt Kämpfer der Taliban mit ihren Waffen auf einem Lastwagen in Buner. (© Foto: Reuters)
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70 Extremisten sollen laut dem Innenministerium am Dienstag bei den Angriffen getötet worden sein. Weiter hieß es, das Militär nehme sich nun alle Verstecke der Taliban an der Bezirksgrenze zum Swat-Tal vor.
Dort, in der früheren Urlaubsregion am Fuß des Himalayas, hatten die Koranschüler vor einigen Wochen de facto die Herrschaft übernommen: Die Regierung in Islamabad hatte nach einer erfolglosen Militärkampagne eingewilligt, die Hauptforderung der radikalen Islamisten nach der Einführung der Scharia, des islamischen Rechts, zu erfüllen.
Im Gegenzug sollten die Taliban die Waffen niederlegen. Doch das taten sie nicht und breiteten sich stattdessen weiter nach Süden aus, in den Bezirk Buner, nur etwa 100 Kilometer entfernt von der pakistanischen Hauptstadt. Diese Expansion löste im Westen große Besorgnis aus. Die USA warnten vor einem Zerfall Pakistans und erinnerten daran, dass das Land Atomwaffen habe.
Milliardenhilfe für die Wirtschaft und das Militär
Mit ihrer Offensive versucht die pakistanische Armee nun den Vorwurf zu kontern, sie sei entweder nicht willens oder nicht fähig, den Taliban die Stirn zu bieten, bei deren Aufbau sie einst geholfen hatte. In der Regel schickt sie für die Bekämpfung der Extremisten das paramilitärische, schlecht entlohnte und mangelhaft ausgerüstete Grenzwachkorps vor.
Den verbündeten Amerikanern aber reicht das nicht mehr aus. Sie wollen sicher sein, dass sich ihr großes finanzielles Engagement in Pakistan bezahlt macht. Im US-Kongress wird derzeit darüber debattiert, welche Bedingungen Washington künftig an seine Milliardenhilfe für die Wirtschaft und das Militär knüpfen soll.
Die pakistanische Regierung beteuert, dass sie den Kampf gegen die Taliban aus eigenem Antrieb intensiviert habe und nicht auf Druck der USA. Ein gegenteiliges Eingeständnis wäre in weiten Teilen der anti-amerikanischen pakistanischen Öffentlichkeit ohnehin höchst unpopulär.
- Pakistan Atommacht Talibanistan 28.04.2009
- Pakistan Offensive gegen die Taliban 27.04.2009
- Geberkonferenz in Tokio Fünf Milliarden Dollar für Pakistan 17.04.2009
(SZ vom 29.04.2009/woja)
Bundespräsident Gauck in Jerusalem
Zu den Flüchtlingen kann man nur sagen selbst Schuld. Es war die dort lebende Gesellschaft die den Taliban Rückhalt gegeben hat, und deshalb ist dieses Schicksal nur Gerecht. Denn unbeteiligte Opfer gibt es in diesem Gebiet nur sehr sehr wenige.
Und wie stellst du dir eine politische Lösung vor?
Man kann "die Taliban" nicht als eine homogene Verhandlungspartei betrachten - weil "die Taliban" sind viele einzelne Clans und Splittergruppen die unterschiedlichste Interessen verfolgen. Ich denke viele dieser Gruppen kann man mit einfachen Angeboten wie lokale Mitbestimmung, Land oder Geld "kaufen" da es denen auch um kaum etwas anderes geht und die Religion nur als "Katalysator" dient. Schwieriger wird es bei den wirklich verblendeten Fanatikern die glauben Allah würde wollen, dass sie sein Wort mit dem Schwert (AK47) verbreiten... ich wüsste nicht mit welchem politischen Angebot man diesen Menschen kommen kann um sie von ihrem Weg abzubringen.
Eine Mischung aus Angeboten an die "gemäßigten" Taliban, finanzieller Hilfe zur Selbsthilfe für die Bevölkerung sowie einer Null-Tolleranz-Politik gegenüber menschenverachtenden Hardlinern ist denke ich der beste Weg Afpak aus der Krise zu holen. Die "gemäßigten" legen die Waffen nieder, satte Bauern haben keine Lust zu kämpfen und sehen, dass Radikalisierte sowieso mit aller härte bekämpft werden und es glatter Selbstmord ist sich denen anzuschliessen...
Pakistan ist wie Afghanistan in Regionen aufgeteilt in denen alteingesessene Clans das Sagen haben. Die wirtschaftliche und politische Macht ist überwiegend in den Händen von zwei großen Familien, die, wenn sich das Militär nicht einmischt den Staat kontrollieren. Radikale Emigranten aus Indien haben dieses Machtgefüge langsam verschoben. Die einzige Kraft, die den Staat wirklich als solchen zusammenhält, ist das Militär. Und die Macht, hinter dem Militär ist der Geheimdienst ISI. Die ISI ist mittlerweile unkontrollierbar geworden. Die Erschaffung der Taliban ist nur eine Leistung der ISI. Auf die gleiche Art und Weise, wie die Taliban, wurden vorher schon die kashmirischen Rebellen erschaffen. Allerdings ist auch die ISI in rivalisierende Abteilungen aufgesplittert.
Für diese Art von Kriegführung braucht man eine große Zahl an Kämpfern, die fanatisch genug sind schwerste Opfer zu bringen, um ihre Ziele zu erreichen. Die Art von Kämpfern , die in den Koranschulen (Madrassa) herangebildet werden. Die ISI hat die Enstehung dieser Schulen intensiv unterstützt. Die ISI hat unterstützt islamische Guerilla wie die Abu Sayyaf überall im südostasiatischen Raum. Auch der Terrorangriff auf Mumbai geht auf das Konto der ISI. Das ist der eigentliche Grund, warum sich die pakistanische Armee so lange zurückgehalten hat.
Mit dem Vormarsch auf die pakistanische Haubtstadt, sind die Taliban zu weit gegangen. Die Herrschaftsgebiete der alten Clans sind bedroht. Die ISI, auch jene Teile, welche die Taliban unterstützen, kann es sich ein scheitern der Armee nicht leisten.
welt.de/politik/article3638104/Pakistans-Praesident-haelt-Osama-bin-Laden-fuer-tot.html
Die Kommentatoren hier schreiben das auch schon seit Jahren-
Der Witwer übernimmt nur die Aussagen seiner verblichenen Ehefrau?
youtube.com/watch?v=DGAOH_E3aQQ
de.wikipedia.org/wiki/Asif_Ali_Zardari