Während im Nordwesten Pakistans 15.000 Soldaten gegen die Taliban vorrücken, spricht Präsident Zardari von Krieg. In Afghanistan planen die militanten Islamisten offenbar massive Angriffe gegen die Bundeswehr.

Der Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan und Pakistan wird immer blutiger. Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari kündigte den Taliban im eigenen Land einen unerbittlichen Kampf an. "Das ist eine Offensive, das ist Krieg", sagte Zardari in einem Interview mit dem Fernsehsender PBS.

Pakistan, Swat-Tal, Reuters

Pakistanische Soldaten in dem Ort Dargai nahe dem Swat-Tal. (© Foto: Reuters)

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Mit Blick auf die Ziele der Offensive seiner Truppen im Nordwesten des Landes sagte Zardari, es gehe darum, die Extremisten zu töten. "Eliminieren heißt genau das, was es bedeutet", sagte der Präsident. Zardari hält sich derzeit zu einem USA-Besuch in Washington auf.

Rund 15.000 Soldaten und Sicherheitskräfte rücken in der Nordwestprovinz des Landes gegen die Aufständischen vor. Kampfjets bombardierten am Freitag wieder Stellungen der Rebellen im Swat-Tal. Nach Militärangaben wurden binnen 24 Stunden mehr als 140 Aufständische getötet. Bislang flohen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 150.000 Menschen aus der Region.

Im Norden Afghanistans wird die Bundeswehr immer stärker in die kriegerischen Auseinandersetzungen hineingezogen. Nahe Kundus lieferten sich deutsche Soldaten gemeinsam mit afghanischen Sicherheitskräften ein Feuergefecht mit Aufständischen. Auch im Süden riss die Gewalt nicht ab. Alleine am Freitag starben vier britische Soldaten.

Nach Informationen des Magazins Der Spiegel planen die Taliban in Afghanistan massive Angriffe auf deutsche Isaf-Truppen. Die Extremisten wollten vor der Bundestagswahl blutige Gefechte provozieren - und so die Mehrheit im Parlament für den Afghanistan-Einsatz kippen.

Das Magazin beruft sich, wie Spiegel Online berichtete, auf Erkenntnisse der amerikanischen Isaf-Führung in Kabul. Der Bundeswehr und ihren Verbündeten drohe in den kommenden Monaten eine Offensive der Taliban.

Die militanten Islamisten wichen bereits dem militärischen Druck der Amerikaner im Süden und Osten des Landes aus und planten, in Regionen zuzuschlagen, in denen sie weniger Widerstand erwarten, vor allem im nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr, erklärte ein hoher US-Offizier laut Spiegel.

Die Taliban haben demnach ihre Kommandostruktur der neuen Lage bereits angepasst. Seit kurzem folgten die örtlichen Kommandeure im Norden auch zentralen Weisungen der Führung in Peshawar und Quetta in Pakistan und operierten gemeinsam mit Kämpfern der al-Qaida.

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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/woja/ihe)