Die Atommacht Pakistan unter einem Taliban-Regime? Eine Horrorvorstellung im Westen. Nicht jedoch in Islamabad: Denn dort steht der Feind nach wie vor ganz woanders.
Die Angst geht um im Westen. Die Angst vor einem Nuklearstaat Pakistan, der in die Hände von Terroristen fällt, vor einer neuen Taliban-Herrschaft, die wie im Nachbarland Afghanistan in den neunziger Jahren ein Regime hervorbringt, das als Brutstätte für Anschläge wie am 11. September dient.
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Die pakistanische Gesellschaft steht vor einer Zerreißprobe. Hier wird gegen die Taliban demonstriert, dabei ist deren Gedankengut auch schon in den großen Städten angekommen. (© Foto: AFP)
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Die Regierung in Washington befürchtet ein Scheitern am Hindukusch - vor allem wegen der instabilen Lage in Pakistan und den dortigen Rückzugsgebieten der Extremisten. Bis auf 100 Kilometer sind die Taliban jüngst an die Hauptstadt Islamabad herangerückt. Sie wettern gegen die moderate muslimische Verfassung des Landes, sie nennen ihre radikale Version des Islam die beste Rache gegen die Demokratie, sie ermorden jeden, der sich ihnen widersetzt.
Die selbsternannten Gotteskrieger sind trotz ihres Vormarsches noch weit davon entfernt, den Sitz des Präsidenten im Herzen der Hauptstadt zu belagern, die Regierung in Islamabad zu stürzen und an die Nuklearwaffen zu gelangen. Aber das brauchen sie gar nicht, um ihre Macht zu beweisen.
Gesellschaft vor der Zerreißprobe
Schon jetzt stellen sie die pakistanische Gesellschaft vor eine Zerreißprobe. Ihre Ideologie haben sie tief im Bewusstsein des Landes verankert: Die Taliban bestimmen den gesellschaftlichen Diskurs. Sie lähmen die Entwicklung, ihr Gedankengut ist selbst in den großen Städten angekommen. In vorauseilendem Gehorsam erhalten Sänger wegen angeblich obszöner Texte Auftrittsverbote. Mädchen dürfen nicht mehr in Jeans in die Schule kommen, Frauen in manchen Gebieten sich gar nicht mehr allein auf der Straße blicken lassen.
Glaube, Einheit, Disziplin. In diesem Dreiklang hat der in Pakistan noch immer verehrte Staatsgründer Mohammed Ali Jinnah Pakistan einst erschaffen. All dies gerät ins Wanken. Der wahre, friedliche Glaube - weil die Taliban ihre pervertierte Form ungestört verbreiten können. Die Einheit - weil die Regierung den Extremisten ganze Landstriche überlässt. Die Disziplin - weil das mächtige Militärestablishment die Pakistaner nicht auf den Kampf gegen die Taliban als überwölbende Staatsräson einstimmt.
Die Armee spielt ein Doppelspiel. Im Moment verkündet sie jeden Tag ihre Erfolge im Kampf gegen die Extremisten, aber wirklich besiegen will sie diese nicht. Die ideologische Nähe zu den Taliban, die der pakistanische Geheimdienst unter kräftiger Mithilfe der USA in den Achtzigern für den Kampf gegen die Sowjetunion in Afghanistan päppelte, ist zum Teil noch immer vorhanden. Genau wie der dringende Wunsch, eine "strategische Reserve" zu behalten, um dem als übermächtig empfundenen Indien noch schaden zu können, wenn der Westen sich einmal aus Afghanistan zurückziehen sollte.
In weiten Teilen Pakistans gilt der große, demokratische Nachbar als zentraler Feind, nicht die Taliban. Diese Haltung geht zurück auf den überstürzten Rückzug der britischen Kolonialherren vom Subkontinent im Jahr 1947. Sogleich entstand damals auch Pakistan als eigener Staat für die Muslime. Mord und Vertreibung überschatteten die Geburtswehen.
Diese Wunde klafft mehr als 60 Jahre später in Pakistan noch so tief, dass es das Denken vieler Entscheidungsträger lenkt. Das von Misstrauen geprägte Verhältnis zu Indien ist der zentrale Grund dafür, dass Islamabad dem Drängen aus Washington, sich dem Feind im Inneren intensiver entgegenzustemmen, nicht immer entschieden nachgeht.
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Debatte über Militäreinsatz in Syrien
"Sie wettern gegen die *** Verfassung des Landes, ***, sie ermorden jeden, der sich ihnen widersetzt."
Klingt wie der Westen im Kampf gegen ungeliebte Regimes.
Flächenbombardements von Hochzeiten. Massenhafte Folter. Gezieltes Töten. So kämpfen die Recken der Freiheit unter dem Banner von Jesus Christus.
Aber sich dann die Frage zu stellen warum man von jungen Menschen gehasst wird, wenn man seinen "Grundsätzen" ins Gesicht spuckt, das ist nur noch dämlich.
ich sehe nicht fern und habe kein bedarf nach märchen
so bin kein kino besucherund überlasse das wissen über sternenkriege ihnen.
es ist der traum jeder manipoulators und demagogen
dass das "volk" oder was aus einem "bürger" übriggeblieben ist,
die lügen als wahrheit versteht
und die warheit als klare lüge
Das man Ideen nicht mit Waffengewalt erfolgreich bekämpfen kann sollten die Amerikaner eigentlich in Vietnam gelernt haben.
Sollten, haben sie aber nicht!
Die Regierungszeit von Bush war geprägt von einer eklatanten Abwesenheit jeglichen Intellektuellen Ansatzes Den aufstrebenden religiösen Fanatismus in seiner gewalttätigen Ausprägung mit Waffengewalt und Folter bekämpfen zu wollen war und ist zum Scheitern verurteilt
So lang wie den Regierungen der Staaten der nördlichen Halbkugel bei der Bekämpfungen von religösem Fanatismus nichts anderes einfällt als die Freiheitsrechte der eigenen Bürger einzuschränken werden wir uns langfristig auf einen Krieg der Nato+Russlands+China gegen die islamisch geprägten Staaten einrichten müssen.
Gerade diese Freiheitsrechte sind ein Pfund mit dem man wuchern könnte!
Die USA haben den Irak "befreit", bei der Behandlung von einheimischen Gefangenen haben sie sich aber nicht besser als die Schergen Von Saddam Hussein aufgeführt.
Was soll ein Iraker denken?
Ganz einfach: Die Amerikaner werden ziemlich schnell das Land wieder verlassen.
Der Iraker wird aber dort weiterleben müssen, also wird er nicht mit den Amerikanern kooperieren sondern mit denen die nach den Amerikanern die Macht haben werden.
Die Amerikaner haben im Irakkrieg einen wichtigen Grundsatz ausser acht gelassen, das man zum Besetzen und Regieren eines Landes Leute benötigt. Militärisch bedeutet das jede Menge Infanterie überall im Land!
Mit einer Armee von 3 Mio Soldaten habe ich effektiv nur 0,3 Mio. Soldaten an der "Front", der Rest ist Nachschub und Instandhaltung!
150.000 Soldaten plus eine nicht geringe Zahl von Privaten Kämpfern waren einfach zu wenig!
Analog wird das in Pakistan laufen Die Taliban haben eine Idee. wer eine Idee hat ist militärisch nicht zu besiegen!
Ich glaube, Sie haben den Krieg der Sterne einfach ein paar mal zu häufig gesehen, so rein imperatorisch.
"Es gibt nur eine Version des Islam. Die des Propheten Mohammed. Was hier zutrifft, ist die radikale Version eines Menschen."
Soweit kann ich Ihnen sicherlich zustimmen. Und ich wünschte es wäre in der Tat so. Jedoch frage ich mich folgendes:
Wenn diese radikale Auslegung (begleitet durch terroristische Aktionen Weltweit) nur die Handschrift von radikale Menschen ist, dann muss ich mich fragen, weshalb alle vernünftig denkenden muslimischen Mitmenschen (die Zahlenmäßig weit überlegen sein müssten), diese radikale Auslegung so ohne weiteres dulden und sich nicht geschlossen dagegen anheben?
Zum Beispiel in Form von offenen Bekenntnissen zur korrekten Auslegung mittels den breiten Medien?!
Das würde mich interessieren.
Paging