Pakistan leidet unter dem Kampf gegen den Terrorismus. Um gegen die Radikalen gewinnen zu können, braucht die Regierung die Hilfe des Westens.
Pakistan leidet unter dem Kampf gegen den Terrorismus. Die Taliban errichten an der Grenze zu Afghanistan ihre Machtzentren. Die Bevölkerung fühlt sich zermürbt, dabei braucht die Regierung ihre Unterstützung und die Hilfe des Westens, um gegen die Radikalen gewinnen zu können.
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Krisengebiet zwischen Pakistan und Afghanistan: Für die ganze Karte auf die Lupe klicken! (© SZ Grafik: Daniel Braun)
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Pakistan steht vor einer schweren, wenn nicht sogar existentiellen Bedrohung durch militante und dschihadistische Organisationen. Zu der Lage haben verschiedene Faktoren beigetragen: Pakistans aktive Rolle im afghanischen Dschihad gegen die Sowjetunion in den achtziger Jahren, die verfehlte Politik, in den neunziger Jahren die Taliban in Afghanistan zu unterstützen, die Nachwirkungen der US-Invasion in Afghanistan nach den Anschlägen des 11. September und die krasse Vernachlässigung der Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan.
Teile der Gesellschaft haben sich radikalisiert, durch den zwischen Indien und Pakistan schwelenden Konflikt um Kaschmir sind friedliche wie auch militante Widerstandsbewegungen im indischen Teil Kaschmirs entstanden. Pakistans Unterstützung für diese Bewegung hat dazu geführt, dass dschihadistische Organisationen wie der Lashkar-e-Taiba erstarkt sind.
Mehr als sieben Jahre sind vergangen, seit die Regierung von George W. Bush den "Krieg gegen den Terror" ausgerufen hat, aber der Aufstand wütet auf beiden Seiten der pakistanisch-afghanischen Grenze. Die Taliban sind als mächtige Kraft zurückgekehrt.
Sie beherrschen den Großteil der Provinzen im Süden und Osten Afghanistans und destabilisieren Pakistan. In den an Afghanistan grenzenden Stammesgebieten unter Bundesverwaltung (Fata) waren die Bemühungen der pakistanischen Regierung erfolglos, die Kontrolle zu übernehmen. Nach einigen Militäroperationen in Süd- und Nordwasiristan hat die Armee die Offensive wieder aufgegeben, und Baitullah Mehsud, der Anführer der lose zusammenhängenden pakistanischen Taliban, hat praktisch die Kontrolle über weite Teile des Gebiets übernommen.
In einer an Afghanistan angrenzenden Provinz war das Militär mit seinen Operationen teilweise erfolgreich und hat die Militanten aus zwei Bezirken vertrieben, aber die Taliban kontrollieren immer noch Täler und Rückzugsorte in den Bergen. In Swat, das Teil der Grenzprovinz ist, haben sich die Taliban ein autonomes Gebiet errichtet.
Die pakistanischen Taliban unterstützen zum Teil die afghanischen Taliban und auch al-Qaida. Durch eine genauere Abstimmung und den verbesserten Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen den Streitkräften der USA, Afghanistans und Pakistans ist es jüngst gelungen, die Aktivitäten dieser Gruppen ein Stück weit einzudämmen.
Pakistan hat mehr als 120.000 Soldaten an seiner Westgrenze stationiert, und auf der afghanischen Seite stehen beachtliche Einheiten der USA und der Nato. Pakistan hat mehr als 1600 Soldaten im Kampf gegen die Militanten verloren. Das straft die Anschuldigungen des Wes-tens Lügen, das pakistanische Militär gehe nicht mit genug Entschlossenheit gegen Aufständische vor.
Die durchlässige Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan erstreckt sich über 2200 Kilometer durch bergiges und unwegsames Gebiet. Familiäre Bande und Stammeszugehörigkeiten verbinden die Leute auf beiden Seiten der Grenze.
Mehr als 15.000 bis 20.000 Menschen überqueren jeden Tag die Grenze über die offiziellen Übergänge, mehrere Hundert aber schlüpfen an inoffiziellen Punkten über die Grenze, obwohl Pakistan mehr als 100 Kontrollposten eingerichtet hat. Taliban aus der Gegend haben die Hauptverbindungsstraße für den Nachschub der US- und Nato-Truppen behindert und zeitweise sogar unterbrochen. Die jüngsten Operationen, mit denen die Militanten aus ihren Verstecken verjagt werden sollten, waren einigermaßen erfolgreich. Die Route blieb erhalten.
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