Die USA haben amerikanischen Fernsehberichten zufolge ein mutmaßliches Al-Qaida-Versteck in einem pakistanischen Dorf bombardiert. Der Angriff habe sich gegen den Stellvertreter Osama bin Ladens gerichtet, Aiman al Sawahri. Ob er unter den mindestens 17 Toten ist, ist noch unklar.
Das meldeten am Samstag mehrere Sender unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise.
Osama bin Laden (rechts) und Aiman al Sawahiri auf einem Fernsehbild von 2001. (© Foto: AP)
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Al Sawahri habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs in der Nacht zum Freitag möglicherweise in dem Dorf Damadola aufgehalten. Laut dem Sender NBC, der sich auf Angaben aus US-Militärkreisen stützte, setzte der US-Auslandsgeheimdienst CIA Drohnen bei dem Angriff ein. Die CIA wollte keine Stellungnahme zu den Berichten abgeben.
Ein pakistanischer Geheimdienstbeamter sagte, die Identität mehrerer Leichen aus dem Dorf werde per DNA-Analyse untersucht. Offiziell bestätigten weder die amerikanische noch die pakistanische Regierung, dass der Angriff mit mindestens 17 Toten mit der Fahndung nach Al-Qaida-Kämpfern zusammenhänge oder dass US-Kampfflugzeuge beteiligt gewesen seien.
Islamabad sprach offiziell nur von einer Serie schwerer Explosionen, die sich in einem entlegenen Dorf ereignet habe. Ein pakistanischer Lokalpolitiker hatte jedoch bereits am Freitag die USA für den Luftangriff mit mindestens 17 Toten verantwortlich gemacht.
Untersuchungen seien im Gange, sagte der Sprecher des pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf, Generalmajor Shaukat Sultan. "Wir können jetzt weder Ja noch Nein sagen", erwiderte Sultan auf die Frage, ob Sawahiri getötet wurde.
Das US-Verteidigungsministerium in Washington widersprach Berichten, wonach die US-Armee in dem Gebiet im Einsatz gewesen sei. "Es gibt keinen Grund zu glauben, dass das US-Militär einen Angriff in diesem Gebiet ausgeführt hat", sagte ein Armeesprecher. Es ist allerdings bekannt, dass die CIA in der Region Jagd auf Al-Qaida-Mitglieder und Talibankämpfer macht.
Die USA haben auf Sawahiri ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Der Ägypter ist die Nummer zwei im Netzwerk der Terrororganisation. Washington sieht in dem Arzt den Chefideologen und -strategen von Al-Qaida. Der hatte sich erst im Dezember in einem Video an US-Präsident George W. Bush gewandt und ihn aufgefordert, seine Niederlage im Irak" zuzugeben.
Gemeinsam mit Osama bin Laden soll der 55-Jährige der intellektuelle Wegbereiter der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001, aber auch auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania sein.
(AP/AFP)
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