Nach einem Medien-Bericht steht der zusammen mit Osthoff entführte irakische Fahrer im Verdacht, möglicherweise ein Komplize der Kidnapper gewesen zu sein.
Nach Informationen des Magazins Stern wurde Osthoff von Männern aus dem Duleimi-Stamm entführt, dessen Angehörige vor allem im Westirak leben.
Anzeige
Die deutschen Unterhändler hätten über Vermittler aus dem Stamm der Duleimi offenbar bereits seit zwei Wochen Kontakt zu den Entführern gehabt.
Nach einem Bericht des ARD-Hauptstadtstudios schließen deutsche Sicherheitsbehörden nicht aus, dass der gemeinsam mit Osthoff am 25. November entführte Fahrer Chalid al Schimani ein Komplize der Kidnapper war.
Den Angaben zufolge soll ein Scheich des Duleimi-Stammes der Archäologin den Fahrer zur Verfügung gestellt haben. Der Scheich sei deshalb ins Visier der deutschen Ermittler geraten. Der Fahrer meldete sich bislang noch nicht bei der deutschen Botschaft in Bagdad.
Susanne Osthoff nahm nach ihrer Freilassung noch keinen Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf, sagte Anja Osthoff dem Bayerischen Rundfunk. "Toll wäre natürlich, wenn wir sie sehen könnten. Dann könnten wir das auch alles besser verarbeiten", sagte sie. "Ich würde sie schon gerne sehen oder hören."
Anja Osthoff zeigte aber auch Verständnis für ihre Schwester, weil diese wohl auch das Wohl ihrer Tochter im Blick habe: "Wenn sie jetzt beide zurückkommen, wird die Presse über sie herfallen, und das ist für so ein Kind schon sehr schwierig."
Die Gesellschaft für bedrohte Völker verwies unterdessen darauf, dass das Sicherheitsrisiko für ausländische Helfer in den drei von der kurdischen Regionalregierung verwalteten Provinzen Dohuk, Arbil und Suleimania im nordöstlichen Irak gering sei.
Die Organisation appellierte deshalb an die Bundesregierung, die dort lebenden und arbeitenden deutschen Staatsbürger ausdrücklich von der Ausreiseaufforderung für den Irak auszunehmen.
Die kurdische Mehrheitsbevölkerung und die christliche Minderheit seien ausgesprochen ausländerfreundlich. Deutsche könnten sich dort sicher fühlen.
(dpa)
UN-Tourismusorganisation