sueddeutsche.de: Das wird kaum die horrenden Milliardensummen in die Kasse bringen, die Sie brauchen, um sämtliche Ihrer Wahlversprechen bezahlen zu können.
"Jetzt geht es darum, Menschen mit sehr niedrigem Einkommen die Mobilität zu erhalten." (© Foto: dpa)
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Lafontaine: Das ist falsch. Würden wir die deutsche Vermögens- und Gewinnbesteuerung auf den OECD-Durchschnitt anheben, den Spitzensteuersatz der Regierung Kohl wieder einführen und die Börsenumsatzsteuer erheben, dann ist genug Geld da.
sueddeutsche.de: Die Pendlerpauschale, die Sie auch zurückwollen, ist ja nicht nur eine Geldfrage. Umweltverbände verurteilen sie seit Jahren als Zersiedlungssubvention, die den Flächenverbrauch unnötig fördert. Zählen solche Umweltargumente nicht?
Lafontaine: Das Argument gilt, tritt aber mit der gegenwärtigen Preisentwicklung beim Benzin in den Hintergrund. Jetzt geht es darum, Menschen mit sehr niedrigem Einkommen die Mobilität zu erhalten. Besser wäre es natürlich, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ordentlich zu bezahlen und die Lohnquote wieder auf das Jahr 2000 anzuheben. Dann hätten die Arbeitnehmer 135 Milliarden mehr Lohn.
sueddeutsche.de: Die Pendlerpauschale ist für Mini-Jobber doch ein Nullsummenspiel. Sie zahlen keine Steuern, darum haben sie auch nichts von einer steuerfreien Pendlerpauschale.
Lafontaine: Darum plädieren wir für einen Umbau der Pendlerpauschale. Keinen Steuernachlass mehr, stattdessen muss es hier zu direkten Zuschüssen kommen.
sueddeutsche.de: Dennoch würden viele profitieren, die dank hoher Einkommen gar nicht auf die Pendlerpauschale angewiesen wären. Denen finanziert der Staat den Weg von der Arbeit ins schmucke Häuschen auf dem Land.
Lafontaine: Die Pendlerpauschale kommt vor allem den Beziehern mittlerer Einkommen zugute. Wenn man sich daran stört, dass auch sehr gut Verdienende davon profitieren, dann hilft da ein ordentlicher Spitzensteuersatz, wie die Linke ihn fordert.
sueddeutsche.de: Sie wurden in der Vergangenheit oft als Napoleon von der Saar karikiert. Jetzt haben Sie sich faktisch eine eigene Partei zugelegt. Braucht die Linke diese One-Man-Show, um erfolgreich zu sein?
Lafontaine: Die Linke wird ebenso repräsentiert durch Lothar Bisky, durch Gregor Gysi und durch eine ganze Reihe prominenter Politikerinnen und Politiker.
sueddeutsche.de: Das würde FDP-Chef Guido Westerwelle jetzt auch machen, auf die zweiten Geigen verweisen.
Lafontaine: Mag sein, aber Herr Westerwelle ist Partei- und Fraktionsvorsitzender in einer Person. Gregor Gysi und ich, wir teilen uns den Fraktionsvorsitz und Lothar Bisky und ich teilen uns den Parteivorsitz.
sueddeutsche.de: In der SPD regt sich Wiederstand gegen die von der großen Koalition angestrebte Diätenerhöhung. Auch da: Sie geben die Linie vor, die SPD folgt. Sie gönnen der SPD auch gar nichts.
Lafontaine: Wenn man den Rentnern noch nicht einmal einen Inflationsausgleich gewährt und die Arbeitnehmer seit Jahren einen Kaufkraftverlust hinnehmen müssen, ist die vorgesehene Diätenerhöhung schlicht ein Verstoß gegen den menschlichen Anstand.
sueddeutsche.de: Was machen Sie mit dem Geld, wenn sich die Kritiker in der SPD nicht durchsetzen können?
Lafontaine: Wir haben schon die letzte Diätenerhöhung für soziale Zwecke gespendet. Das würden wir auch im Falle einer weiteren Diätenerhöhung so halten.
sueddeutsche.de: Sozialer Zweck, das heißt in Ihrem Fall, Sie spenden es wieder an den wohltätigen Verein Ihrer Frau Christa Müller?
Lafontaine: Die Kritik daran ist schlicht kleinkariert. Wenn ein Verein gegen die Beschneidung afrikanischer Mädchen kämpft und damit umfassenden Erfolg hat, ist es kein Makel, wenn meine Frau dort mitwirkt.
sueddeutsche.de: Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass Sie etwas sehr mit Kurt Beck gemeinsam haben?
Lafontaine: Sicher nicht den Bart.
sueddeutsche.de: Nein. Sie sind genauso unbeliebt wie Kurt Beck.
Lafontaine: Angesichts der Tatsache, dass alle anderen Parteien und die meisten Medien uns bekämpfen, bin ich mit meinem Beliebtheitsgrad und unseren Wahlaussichten mehr als zufrieden.
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- Reaktionen auf Armutsbericht "Eine Schande für Deutschland" 19.05.2008
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- Die Linke und der Verfassungsschutz Oskars Extremistentruppe 14.05.2008
- Geplante Diätenerhöhung Heftige Kritik an Koalitionsplänen 07.05.2008
- Reden wir über Geld (14): Sahra Wagenknecht "Ich habe schon öfter mal Hummer gegessen" 25.04.2008
(sueddeutsche.de/lala/bica/gdo/odg)
"Undercover" bei Paketzusteller GLS
Sie wollen ab schon ernst genommen werden?
Es sind die Sozialbeiträge und die indirekten Steuern wie MWSt, Stromsteuer und Mineralölsteuer (um nur mal die stärksten zu nennen), die das Portemonnaie schrumpfen lassen. Die Politiker fressen unser Geld auf und wir fallen auf Neiddebatten herein einmal sind es die Rentner, dann die so genannten Reichen. Man kann gar nicht so viel (Hummer) essen, wie man k***** möchte.
Umverteilung! Dass ich nicht lache. Das, was da ist nicht weiter zweckentfremden, darum geht es doch in Wirklichkeit. Und wenn die unverbesserlichen Linkspopulisten noch so schöne Träume von Enteignung haben, die Kosten tragen wir, die Steuerzahler mit der ständigen Erhöhung oder Einführung abstruser indirekter Steuern, während Oskar, Gregor und Sarah den Einheitsstaat herauskrakeelen und sich mit Minimum 7000 krisensicheren Beamtensold bei Rotwein und Hummer die Hände reiben ob ihres gelungenen Schildbürgerstreiches.
Also, seit meinem 8 .Lebensjahr arbeite ich. Zuerst habe ich meiner Mutter beim Zeitungsaustragen geholfen, die mir dadurch ein kleines Taschengeld ermöglichte.
Später habe ich div. andere geldwerte Tätigkeiten neben der Schule gehabt um mir Bücher zu erlauben die ich für mein schulisches Weiterkommen benötigte. Während des Studiums habe ich auch nebenbei gearbeitet um meinen Lebensunterhalt zu sichern.
Als ich fertig war und ins Berufsleben eintrat, zahlte ich wie selbstverständlich Steuern, die über die Jahre immer höher wurden.
Und manchmal zahle ich diese Steuern nur mit den Fäusten in der Tasche. Und wissen Sie wann? Wenn ich nach Berlin oder nach Düsseldorf (Landtag NRW ) sehe, wo Politiker aller Couleur für eine Leistung entlohnt werden, die nur mit Wut zu ertragen ist. Wenn ich sehe wie nur noch mittels Privatinitiative, die Ärmsten der Armen ernährt werden. In unserer Stadt gibt es die Tafelorganisation und ich beobachte, das die Schlange der Bedürftigen immer länger wird, und das, verdammt noch mal, das macht mich wütend.
sie glauben doch selbst nicht, dass sie ihr Geld dadurch verdienen, dass sie 80-100 die Woche arbeiten, wenn sie das tun ihr Privatvergnügen. Und wenn sie dann soviel bekommen, dass sie den Spitzensteuersatz zahlen müssen, dann gratuliere ich Ihnen. Ich gratuliere jedem der diesen Satz zahlt, da weiß man nämlich, dass das Einkommen stimmt...
Ich habe keine Ahnung, was sie wo studiert haben, in den Semesterferien arbeiten auch andere, und wissen am Ende trotzdem nicht wie sie Gebühren und Bafög abzahlen sollen. Es ist ein Fehler den eigenen Einsatz an der Gesamtgesellschaft zu messen, jedenfalls halte ich das für einen Fehler. Und auch bei Ihnen gehört Glück dazu, und auch sie haben vom gesamtgesellschaftlichen erheblich profitiert (oder wer hat die Schulen gebaut die sie besucht, die Schwimmbäder in denen sie Schwimmen gelernt haben etc. etc.) Ist es da zu viel verlangt, dass auch sie der Gesellschaft etwas zurückgeben? Jammern Sie nicht über zu hohe Steuern. Wenn es Ihnen gut geht, freuen sie sich wenigstens darüber.
mir geht es in erster linie um gerechtigkeit !
es gibt mit sicherheit genug leute in diesem land die verdammt hart für wenig geld arbeiten müssen. aber die frage ist doch, wie verdient man mehr geld und eine wenn nicht sogar die beste ist, mehr arbeiten, härter arbeiten mehr einsatz zeigen !
ich bin 28 jahre alt, arbeite seit meinem 16 lebensjahr. habe mir dadurch mein studium an einer privatuni finanziert und zusätzlich einen kredit aufgenommen. wenn andere semesterferien hatten habe ich gearbeitet. wenn ich heute einen von denen treffe und die mir erzählen, dass sie ja so wenig geld verdienen und gar nicht über die runden kommen und die reichen ruhig was abgeben können, sage ich du kannst auch härter arbeiten. ich arbeite mein 80 - 100 stunden in der woche, hatte noch nie mehr als 2. wochen am stück urlaub und soll jetzt noch mehr steuern bezahlen ? das soll gerecht sein ?
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