Interview: Peter Fahrenholz, Nico Fried, Robert Roßmann

Linken-Chef Oskar Lafontaine präsentiert sich selbstbewusst - und hält gar ein Comeback als saarländischer Ministerpräsident für denkbar. Ein Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung über den Fall Zumwinkel, die Fehler des Finanzministers bei der IKB-Bank, Sektierer in seiner Partei und den Krieg in Afghanistan.

Oskar Lafontaine kann sich derzeit im Aufwind fühlen. Nach dem Einzug der Linken in die Landtage von Hessen und Niedersachsen ist er seinem Ziel näher gekommen, die Partei zu einer gesamtdeutschen Kraft zu machen.

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Oskar Lafontaine: "Die Saarländer kennen meine Arbeit" (© Foto: dpa (Archiv))

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SZ: Wollen Sie auch die Stasi zurück, so wie die niedersächsische Linken-Abgeordnete Christel Wegner?

Lafontaine: Das war eine spinnerte Äußerung. Unsere niedersächsische Linke und die Landtagsfraktion haben Wegner deshalb zur Niederlegung ihres Mandats aufgefordert. Damit ist für mich die Sache erledigt.

SZ: Selbst ihr Ko-Fraktionschef Gysi beklagt die vielen linken Sektierer im Westen. Gibt es bei Ihnen zu viele rote Schafe?

Lafontaine: Dieses Problem hat doch jede Partei, die neu entsteht. Das kennen Sie doch von den Grünen. Bei denen sind ja ehemalige K-Gruppen-Mitglieder sogar zu Ministerehren gekommen. Der Zulauf in unsere Partei wird dieses Wehwehchen heilen. Im Saarland sind aus 130 schon 2000 Mitglieder geworden.

SZ: Auf den Listen der Linken finden sich trotzdem reichlich eigenartige Gestalten.

Lafontaine: Mit dieser Einschätzung wäre ich vorsichtig. Ich kenne das Personal der anderen Parteien sehr gut. Es ist keineswegs so, dass unser Personal schlechter wäre als das der Konkurrenz.

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