Orden aus Sowjet-Zeit Putin will wieder "Helden der Arbeit" auszeichnen

Schon im vergagenen Dezember hatte sich Putin dafür ausgesprochen, Leistungen und Beiträge zur Entwicklung des Landes mit einem Ehrentitel zu würdigen.

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Mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion hat Putin den Ehrentitel "Held der Arbeit" per Dekret wieder eingeführt. Damit sollen "besondere Arbeitsleistungen vor dem Staat und dem Volk" gewürdigt werden. Seine Kritiker dürfte diese Entscheidung erneut alarmieren.

In Russland soll es wieder "Helden der Arbeit" geben. Präsident Wladimir Putin habe ein Dekret unterzeichnet, laut dem die aus Sowjetzeiten bekannte Auszeichnung wieder eingeführt werde, teilte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow mit.

"Besondere Arbeitsleistungen vor dem Staat und dem Volk" würden künftig gewürdigt, wenn sie auf die "Sicherung von Russlands Wohlstand und Gedeihen" gerichtet seien, hieß es in dem am Freitag unterzeichneten Schriftstück. Der Kreml veröffentlichte die Anordnung, wonach die "Helden" außer einer Urkunde auch eine Medaille aus Gold mit einem Gewicht von 15,25 Gramm erhielten.

"Bei uns in der Sowjetunion existierte der Titel 'Held der sozialistischen Arbeit'", hatte Putin zuvor auf einer Parteiveranstaltung in Rostow am Don gesagt. "Und meiner Meinung nach war sie gerechtfertigt." Kritiker werfen dem Präsidenten seit Langem vor, er wolle einen Staat nach dem Vorbild der Sowjetunion errichten.

Er hatte die Wiedereinführung der Auszeichnung bereits im Dezember als beschlossene Sache bezeichnet. Erst jetzt kam die schriftliche Anordnung. Der Titel "Held der Arbeit" stammt aus der Zeit des kommunistischen Gewaltherrschers Josef Stalin. Nach der Einführung 1928 hieß die Auszeichnung von 1938 an "Held der sozialistischen Arbeit". 1991 war der Titel abgeschafft worden. Bis dahin wurde er etwa 19.000 mal verliehen.