In Iran wird den ersten Demonstranten der Prozess gemacht. Der Vorwurf: Mitgliedschaft in Terrorgruppen und illegaler Besitz von Waffen.
Nach den Protesten gegen das amtliche Ergebnis der Präsidentenwahl im Iran sollen rund 20 festgenommene Demonstranten vor Gericht gestellt werden. Der Prozess gegen diese erste Gruppe werde am kommenden Sonntag beginnen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Den Betroffenen werde Mitgliedschaft in Terrorgruppen und illegaler Besitz von Waffen und Granaten vorgeworfen sowie die Weitergabe von Bildern "an die Medien des Feindes". Damit sind westliche Publikationen gemeint.
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Zahlreiche Demonstranten sind in Iran festgenommen worden. (© Foto: AP (Archiv))
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Laut Irna sollen "diejenigen, die die Unruhen nach der Wahl angeordnet haben", später vor Gericht gestellt werden. Beobachter werteten dies als Zeichen, dass mehrere reformorientierte Politiker mit einem Verfahren rechnen müssen.
Bei den Protesten nach der offiziell verkündeten Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 12. Juni kamen nach amtlichen Angaben mindestens 20 Menschen ums Leben, hunderte wurden zumindest vorübergehend festgenommen. Am Dienstag wurden 140 Regierungsgegner aus dem Gefängnis entlassen, etwa 150 befinden sich aber weiter in Haft.
Frei gegen Kaution
Unter den gegen Kaution freigelassenen Gefangenen ist auch die Frauenrechtlerin Schadi Sadr - reformorientierte Politiker sind jedoch nicht darunter. Sie seien in die zentraliranische Stadt Isfahan verlegt worden, hieß es.
Die Frauenrechtlerin Schadi Sadr musste eine Kaution von umgerechnet fast 50.000 Dollar (rund 35.000 Euro) zahlen, wie ihr Anwalt bestätigte. Die Anwältin war am 17. Juli auf offener Straße verschleppt worden und saß im berüchtigten Ewin-Gefängnis im Norden Teherans. Ihre Festnahme hatte auch international Empörung ausgelöst. Die Bundesregierung verlangte von Teheran ihre Freilassung.
Nach offiziellen Angaben waren insgesamt mehr als 1000 Menschen im Zuge der zum Teil gewaltsam niedergeschlagenen Proteste nach der umstrittenen Wahl vom 12. Juni verhaftet worden. Rund 300 sind demnach noch in Haft. Mindestens 20 Menschen wurden getötet. Der Parlamentsabgeordnete Farhad Tadschari sprach allerdings erstmals von 30 Toten.
Die Anhänger der Opposition werfen der Regierung Wahlmanipulation vor und erkennen den Sieg von Mahmud Ahmadinedschad nicht an. Neben Demonstranten waren auch Journalisten und Dissidenten sowie ein Reihe ehemaliger reformorientierter Minister und Abgeordneter eingesperrt worden.
Gefängnis geschlossen
Der oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, hatte am Dienstag die Schließung des als "Teherans Guantanamo" berüchtigten Gefängnisses Kahrisak verfügt. Die Einrichtung entspreche nicht den "Standards für die Achtung der Rechte der Gefangenen", hieß es zur Begründung. In der Haftanstalt saßen die meisten der festgenommenen Demonstranten ein. Einige sollen dort unter rätselhaften Umständen ums Leben gekommen sein.
Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi will am Donnerstag auf einem Friedhof im Süden Teherans eine Trauerfeier für die getöteten Demonstranten abhalten. Auch der Führer der oppositionellen Etemad Melli-Partei, Mehdi Karrubi, wird bei der Gedenkfeier sein, verlautete am Mittwoch auf der Website der Partei. Die Zeremonie werde auf dem Friedhof abgehalten, da die Behörden eine zentrale Gedenkfeier in der Stadtmitte von Teheran abgelehnt hätten.
Druck auf Ahmadinedschad wächst
Indes wächst auch in konservativen iranischen Kreisen die Kritik an Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad. "Ahmadinedschad muss sich beim Volk entschuldigen", titelte die ultrakonservative Zeitung Ja Lessarat . Er sei wegen seiner Treue zum geistlichen Führer Ayatollah Ali Chamenei gewählt worden, an dieser werde aber nach den jüngsten Entscheidungen des Präsidenten gezweifelt, schrieb das Blatt.
Die Konservativen hatten die Entscheidung Ahmadinedschads, Esfandiar Rahim Maschaie zum Vizepräsidenten zu ernennen, scharf kritisiert. Maschaie, der 2008 gesagt hatte, der Iran sei ein Freund des israelischen Volkes, musste später auf Druck Chameneis zurücktreten. Falls sich Ahmadinedschad weiter so verhalte, "fordern wir von Ihnen unsere Stimmen zurück, denn wir haben nicht für eine Person gestimmt, sondern für die Prinzipien der islamischen Revolution und die Treue zum Obersten Geistlichen Führer", hieß es in dem Leitartikel.
Eine andere Zeitung veröffentlichte einen Brief der konservativen Gesellschaft der islamischen Ingenieure, die Ahmadinedschad vor "Illusionen" über seinen Wahlsieg warnte. Sein Verhalten werde unter zwei Aspekten streng beobachtet - "der totalen Unterwerfung unter den obersten geistlichen Führer und seine Effizienz".
Auch das Staatsfernsehen habe sich in den beiden vergangenen Tagen dem Protest gegen "die Ernennungen und die bizarren Freundschaften Ahmadinedschads mit Leuten wie Maschaie" angeschlossen, berichtete die Zeitung "Sarmajeh". Ahmadinedschad, der nach offiziellen Angaben als Sieger aus den umstrittenen Präsidentschaftswahlen am 12. Juni hervorgegangen war, soll am 5. August vereidigt werden. Anschließend muss sich sein neues Kabinett einer Vertrauensabstimmung im Parlament stellen.
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(dpa/AP/AFP/vw/woja)
Was soll man dazu noch sagen? Herrn A. ist, soweit man das erkennen kann, nur an seinem Machterhalt gelegen, und der von Israel und den USA gesteuerte Herr Mussawi würde im Zweifel lügen, bis sich die Balken biegen, um mit seiner drittklassigen Empörungsshow ein paar "Dumme" auf seine Seite zu bekommen.
Jemand, der wirklich die Interessen des iranischen Volkes im Blick hat, ist weit und breit nicht in Sicht.
.....aber nicht nur dank Mahmud A. Die inneriranischen "Geflogenheiten" drangen nur nicht nach draussen. Jede Diktatur fordert die "Opferungen" ihrer Gegner. Unter dem Schah war es so. Und es war umgehend unter der Ayatollah-Diktaktur so. Hinrichtungen über Hinrichtungen. Es wurden nicht von ungefähr die mobilen Hinrichtungs-LKW's, in Form von Kranfahrzeugen, so gefürchtet. Es gibt Leute, die ausgewandert sind und sich beim Anblick eines solchen Fahrzeugs immer noch fürchten. Auch dieses Regime war vom ersten Tag eine grausame Diktaktur, auch wenn sich dieses Regime als "gottgewollt" bezeichnet, oder gerade deshalb. Es hat sich sich unter dem bösartigen Mahmud A. insofern etwas geändert, dass er sich von Ayatollahs immer mehr distanzieren möchte und auf's Militär setzt und die noch bösartigeren Garden.
Das iranische Volk hat noch eine schlimme Zeit vor sich, mit oder ohne dem ehrenwerten M.A., leider.
In einer religiösen Gesellschaft eine Diktaktur aufzubauen, die sich darauf beruft, Gottes Wille durchzuführen, hat sich auf perfide Art und Weise eine "Existenzberechtigung" geschaffen und hat dadurch auch "alle Vollmachten", zu walten und richten, wie es ihnen gefällt, denn: es ist Gottes Wille. Perfekt.
Der Iran ist leider wieder da wo er unter dem Schah-Regime schon einmal war.
Dank Herrn Ahmadinedschad herrscht wieder Folter, Mord und Unterdrückung im Iran.
Ich hoffe die momnetane Regierung entgeht ihrer gerechten Strafe nicht.