Opel wird geholfen, und der politische Streit geht erst richtig los: Die SPD schmäht Wirtschaftsminister Guttenberg von der CSU.
Das Rettungspaket für den Autobauer Opel ist geschnürt - und der Streit geht erst richtig los. Nicht nur zwischen den Berliner Koalitionspartnern SPD und CDU/CSU sind grelle Töne zu vernehmen - auch innerhalb der Union gibt es Knatsch.
Im Mittelpunkt der Kritik: Wirtschaftsminister Guttenberg. (© Foto: ddp)
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Im Zentrum der Auseinandersetzung: Bundeswirtschaftminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er hat am Pfingstwochenende wiederholt geäußert, eine Plan-Insolvenz des Rüsselsheimer Autoherstellers sei erfolgversprechender als der Einstieg eines Investors wie Magna. Der kanadisch-österreichische Zulieferer arbeitet mit dem russischen Staat zusammen, der eine Hauptrolle übernimmt.
Immer mehr Fragen tauchen über die Moskau-Connection auf - doch die SPD widmet sich ihrer gegenwärtigen Lieblingsbeschäftigung, den Wirtschaftsminister als eine Art "Paul Kirchhof des Wahljahres 2009" zu diskreditieren.
SPD-Fraktionsvize Joachim Poß nennt Guttenbergs Äußerungen beispielsweise "dummes Gerede von einer Insolvenz". Dieses sei "fast geschäftsschädigend" für ein solches Unternehmen, so der Politiker im Bayerischen Rundfunk. Guttenberg habe bei der Sitzung des Bundestags-Haushaltsausschusses seine Risikoabwägung nicht nachvollziehbar machen können.
"Es reicht nicht aus, in einer solchen Situation, in der es darauf ankommt, eine Perspektive zu schaffen, die eigenen ideologischen Blähungen zum Gegenstand der Debatte zu machen", sagt Poß.
Gerne greift Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier den Wirtschaftminister Guttenberg an. Wenn die Bundesregierung eine Entscheidung treffe, müssten alle Beteiligten dazu stehen, sagte Steinmeier im Gespräch mit der Neuen Presse aus Hannover. "Wir haben Samstagnacht eine verantwortliche und richtige Entscheidung getroffen. Dieser Kurs muss gegenüber dem Parlament vertreten und umgesetzt werden - und zwar gemeinsam", so der Außenminister.
Ziel sei es gewesen, die Opel-Standorte in Deutschland und die größtmögliche Zahl von Arbeitsplätzen zu erhalten. Das sei mit dem vereinbarten Konzept gewährleistet. Guttenberg habe die Entscheidung mitgetragen. "Ich erwarte, dass er als zuständiger Wirtschaftsminister nun sicherstellt, dass der weitere Prozess störungsfrei läuft", sagte Steinmeier.
Auch Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) kritisiert: "Die Bundesregierung ist einschließlich Herrn Guttenberg in einer Gesamtbetrachtung zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Lösung, die wir jetzt haben, ehrgeizig und konstruktiv verfolgt werden sollte". Wenn Guttenberg nun Kritik an dieser Bewertung äußere, so sei darauf hinzuweisen, dass er beteiligt gewesen sei an "dieser Gesamtbetrachtung, Gesamtabwägung", erklärt Steinbrück im Deutschlandfunk.
Daher erwarte er von Guttenberg, "dass er seine Zusagen gegenüber der Bundeskanzlerin und auch gegenüber dem Vizekanzler und auch gegenüber mir einhält und in seiner Verantwortung konstruktiv jetzt diese betreibt".
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) verteidigt die Staatshilfe ebenfalls - ohne jedoch Guttenberg direkt anzugreifen. Die Insolvenz für Opel hätte unkalkulierbare Folgen für die Arbeitsplätze in Deutschland und in Europa gehabt, so der Standortpolitiker, in dessen Bundesland das Opel-Werk in Eisenach liegt..
Isoliert aber ist der vielfach attackierte Wirtschaftsminister nicht. Der CDU-Haushaltsexperte Georg Schirmbeck unterstützt ihn in seiner Position. Schirmbeck kritisierte, es gebe nach wie vor kein tragfähiges Geschäftskonzept. Mit dem Rettungskonzept für Opel habe die Politik "keine Lösung gefunden, sondern bestenfalls sechs Monate Zeit gewonnen".
Auf zentrale Fragen fehlten die Antworten: "Wo will Opel hin? Mit welchem Geschäftsmodell? Mit welchem Management? Ich bezweifele, dass Magna und die Russen hier besser agieren können als die bisherige Führung", sagte er.
Ähnlich sieht das Schirmbecks Parteifreund Michael Fuchs. Der Chef des Unions-Parlamentskreises Mittelstand nannte die Pläne Magnas "abenteuerlich". Fuchs nahm Guttenberg ausdrücklich in Schutz: "Niemand, der zu Recht vor einem Milliardenrisiko für den Steuerzahler warnt, ist ein Verlierer", sagte Fuchs.
Das hat sich zu Steinmeier und seiner SPD noch nicht herumgesprochen.
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/AFP/AP/woja/gba)
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...und Sie glauben das wirklich?
Hier gehts um Wahlkampf und um Wählerstimmen und sonst nichts! Steinmeir ist es völlig egal was nach der Wahl mit Opel passiert - jetzt erstmal öffentlichkeitswirksam "retten" - das bringt Prozente bei der Wahl - hat er ja von seinem Kumpel Gas-Gerd bei Holzmann gelernt...
um Opel, hier geht es wenigstens um Arbeitsplätze und konkrete Menschen, dafür sind einige hundert Millionen gut angelegt, selbst wenn ein Risiko nicht ausgeschlossen werden kann. Aber, bei der Rettung der HRE geht es nur um das Geld der Reichen, die Anlagen, z..B. der deutschen Bank. Dafür werden 100 Milliarden!!! verpulvert ohne jedes Stirnrunzeln des CSU Medienstars Gutenberg o.A. (ohne Ahnung). Das ist ein gigantisches Ablenkungsmanöver. Damit könnten wir GM übernehmen!
Der Titel ist zu Recht mit " " gesetzt, liegt doch das ideologische Problem nicht in der Gegen-
wart, sondern wohl eher in der Vergangenheit.
Wer etwas älter ist, wird sich auf jeden Fall noch daran erinnern, dass mindestens bis
1989 "DER RUSSE" durch die Bundesrepublik geisterte, der vor jeder Tür stand, um etwas
abzuholen, am besten gleich die ganze Republik. Und da genügte ein einziger, um das
ganze Land in Atem zu halten.
Nun geht es Opel schlecht. Und wer steht wieder vor unserer Tür?
"DER RUSSE".
Nur, diesmal ist es ein anderer, denn er will nichts abholen(Vielleicht zunächst nicht?), sondern er bringt etwas mit, das wir im Moment ganz gut gebrauchen können.
Und er scheint uns auch nicht zu verübeln, was wir ihn bei seiner Verabschiedung angetan haben.
Also sollten wir ihn diesmal etwas pfleglicher behandeln. Wer weiss, ob er uns dann
nicht öfter hilft, wenn wir seiner Hilfe bedürfen
Wir wollen uns doch in der letzten 20 Jahren geändert haben. Warum er nicht auch?
wegen der paar arbeitslosen? wer kümmert sich um die 100.000 arbeitslosen Architekten in Deutschland, neimand, da die keine Lobby haben, mit der man Wahlkampf machen kann.
Laßt Opel insolvent werden! Wir brauchen Opel nicht, wir haben genug andere Automobilhersteller... und ich wette das Opel nächstes Jahr pleite ist!
Die obige Überschrift gilt sowohl für CDU/CSU als auch für die SPD! Es ist schon eine Unverschämtheit besonderer Art, zig Tausende Mitarbeiter von Opel und den Zulieferern und reihenweisen Handwerksbetrieben und Dienstleistern zum Wahlkampf zu missbrauchen. Wenn Guttenberg Zweifel an der Richtigkeit der jetzt gefunden Lösung hat, dann stammt diese - wenn überhaupt - nicht nur von ihm, sondern aus seinem Ministerium. Und es ist sein gutes Recht, eine andere Meinung zu haben und diese auch zu formulieren. Politisch schlechter Stil ist es aber von beiden Seiten, wenn jetzt nachgekartet wird. Ob eine Insolvenz wirklich "besser" wäre, ist und bleibt umstritten. Indes wissen wir nicht, welche Hintergründe zu der jetzt gefundenen Lösung geführt haben. Schröder hat ohne jeden Zweifel mit Putin heftigst die Fäden gezogen und damit die SPD unter Zug - und Entscheidungszwang gesetzt. Wessen Interessen Schröder als Exkanzler dabei vertritt, ist reine Spekulation. Möglich ist auch, dass er im Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft sitzen wird.
Allerdings ist es geradezu abenteuerlich, wie der Vorsitzende der CDU - Mittelstandsvereinigung bei seinen zahlreichen Interview und Profilierungsorgien die Wahrheit so verbiegt, wie er es gerade braucht. Jedenfalls hat er bisher mit keinem Wort erwähnt, wie viel mittelständische Unternehmen vom Bund und von den Ländern unterstützt worden. Er gefällt sich eher in der Mahnerrolle, um von Ungerechtigkeit der Großunternehmen gegenüber dem Mittelstand zu schwadronieren.
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