Olympische Winterspiele in Sotschi Erzürnte Menschenrechtsgruppen

Umweltschutzorganisationen wie der WWF beklagen zudem die heftige Verschandelung der Natur. Viele Hektar Bäume sind wegen der Bauarbeiten gefällt worden, das Ökosystem vieler Flüsse ist nachhaltig gestört. Die Gefahr von Erdrutschen ist deutlich gestiegen. Zudem müssen die Bewohner mit vielen Einschränkungen leben. Manche mussten ihre Häuser oder Wohnungen verlassen und fühlen sich nicht oder nur unzureichend entschädigt.

Andere leiden gerade unter den Folgen des Bauwahns. Als ein paar Aktivisten einmal einen Hungerstreik organisierten, wurden sie von Sotschis Bürgermeister Anatolij Pachomow als "raffgierige Gauner" beschimpft. Und während Russlands Staat Dutzende Milliarden Euro für die teuren Bauten und Straßen ausgibt, verfügt Sotschi nicht einmal über eine funktionierende Müllabfuhr.

Vertreter vom Volksstamm der Tscherkessen kritisieren, dass die Skiwettbewerbe in Krasnaja Poljana stattfinden - in der Gegend wurden Hunderttausende ihrer Vorfahren am Ende des Kaukasus-Krieges im 19. Jahrhundert in blutigen Auseinandersetzungen getötet oder vertrieben. Zuletzt erzürnten sich viele Menschenrechtsgruppierungen, aber auch viele Sportler über das umstrittene russische Gesetz gegen "homosexuelle Propaganda", das auch während der Spiele gültig ist.

Doch als kürzlich Vertreter des Internationalen Olympische Komitees in Sotschi waren, fiel zu alldem erwartungsgemäß kein Wort. Ihre Botschaft lautete lediglich: "Alles ist praktisch fertig", die Spiele können beginnen.