Angehörige des früheren österreichischen Herrscherhauses Habsburg dürfen nicht für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren - ein Adelssproß klagt dagegen.
Nachdem der Erste Weltkrieg die großen Monarchien des Kontinents zu Fall gebracht hatte, hat kein Land mit seinem Adel gesetzlich so aufgeräumt wie Österreich. Das bringt nun die Republik in Verlegenheit: Ein weitsichtiges Mitglied des einstigen Kaiserhauses Habsburg ficht die Bestimmungen für die 2010 geplante Wahl des Bundespräsidenten an.
Bild vergrößern
Er darf das, was seine Verwandten in Österreich nicht dürften: Otto von Habsburg, deutscher Staatsbürger, könnte hierzulande Bundespräsident werden. (© Foto: dpa)
Anzeige
Denn bei der Beseitigung von Titeln und der Regelung von Eigentumsfragen wurde Mitgliedern "regierender und auch ehemals regierender Häuser" auch verboten, für das Amt des Staatsoberhauptes zu kandidieren, das in Österreich vom Volk gewählt wird. Man wollte so verhindern, dass sich die alten Potentaten gleichsam als Wahlkaiser neu installieren könnten.
Heute widerspreche diese Wahlordnung allen Menschenrechts- und Gleichheitsgrundsätzen, monieren Ulrich Habsburg-Lothringen, Gemeinderat der Grünen in der Kärntner Bezirksstadt Wolfsberg, und seine Schwiegertochter, Gabriele Habsburg-Lothringen.
Vor dem Verfassungsgerichtshof in Wien wollen sie Gleichheit vor dem Gesetz und das Recht auf freie und demokratische Wahlen einklagen. Die Beschwerde der Verwandten des letzten Kaisersohnes Otto von Habsburg beschäftigt auch schon Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ).
Eine Prinzipienfrage
Die klagende Schwiegertochter sei, so die Argumente, erst durch Heirat Mitglied der Dynastie geworden, was sie in besonderer Weise benachteilige.
Diverse Adelsgesetze, darunter auch die direkt auf die Kaiserfamilie bezogenen Habsburgergesetze, die der Familie zeitweilig sogar die Einreise nach Österreich verboten, werden regelmäßig als unzeitgemäß kritisiert.
Dass übrigens Kaisersohn Otto ein "von" führt, sein Verwandter Ulrich oder sein Sohn Karl aber nicht, liegt daran, dass Österreich die Adelpräfixe abgeschafft hat, während sie in Deutschland als Bestandteil in den bürgerlichen Namen übernommen wurden.
Otto von Habsburg ist deutscher Staatsbürger, die Verwandtschaft überwiegend nicht. Ulrich Habsburg-Lothringen will übrigens dem Vernehmen nach nicht Bundespräsident werden. Ihm gehe es ums demokratische Prinzip, sagt er.
- Thema
- Otto von Habsburg RSS
- Schatzsucher Schicksalsstein der Habsburger 19.09.2009
(SZ vom 17.09.2009/maz/odg)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
Sie haben das HRRDN in den vergangenen Jahrhunderten systematisch zu Grunde gerichtet. Sie waren immer nur darauf aus ihren Besitz zu vermehren (ausgenommen zu Beginn ihrer "Regentschaft"!). Vergleichbar nur noch die Wittelsbacher! Die haben auch ihr Fähnlein immer danach ausgerichtet wer gerade der Stärkere war u. gings mit dem abwärts haben sie prompt die Seiten gewechselt.
Man sollte sich halt von den offiziellen Bezugsquellen lösen können. Man sieht ja, wohin wir nun geraten sind: im Jahre 2009.
Der Globus ist durch das System nachhaltig ramponiert.
So was hätte der Adel nicht fertig gebracht.
cc.
Dabei hätte Kaiser Franz in Deutschland sogar alle Chancen, Präsident, Kanzler oder sonstwas zu werden.
LOL!!!
Diese Menschen sind nicht besser und nicht schlechter, nicht weniger und nicht mehr wert als andere Menschen. Daher sollten sie die gleichen Rechte und Pflichten haben. Das müsste auch Österreichs Demokratie aushalten. Warum bei uns allerdings immer noch so viele Druckerpatronen für "von" verschwendet werden müssen, bleibt mir wohl immer ein Rätsel.
Nochmals:
Der europäische Adel wurde entweder beseitigt oder dekadent gemacht, um den Weg freizumachen für Weltkriege und ein gigantisches Geschäft.
Da sind offenbar einige nicht gut informiert.
Freimaurerkreise hatten den Adel unterwandert, um ihre Herrschaft an seine Stelle zu setzen.
Die USA sind ein Ergebnis dieses Tricks von weltgeschichtlicher Dimension.
cc. fm-tv.net
Paging