Rund um das Leck der "Deepwater Horizon" sickert aus fünf weiteren Stellen Öl ins Meer. Die Menge sei gering, beruhigt die Regierung - und übersieht, dass allein im Golf von Mexiko 27.000 verlassene Ölquellen liegen, die niemand kontrolliert.
Die Verlautbarung des Ölkonzerns BP sollte die Weltöffentlichkeit beruhigen. Das neue Leck in der Nähe der bis auf weiteres erfolgreich gedeckelten Ölquelle im Macondo-Feld habe nichts mit der ursprünglichen Katastrophe zu tun. Der Sonderbeauftragte der US-Regierung für die Umweltkatastrophe, Küstenwachen-Admiral Thad Allen, präzisierte: Im Umkreis von drei Kilometern rund um die Unglücksstelle seien sogar fünf Lecks entdeckt worden. Alle fünf seien jedoch Aussickerungen aus anderen Quellen. Die Größenordnung müsse man sich vorstellen, wie einen Ölaustritt bei einem alten Auto.
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Schiffe versammeln sich um die Unglücksstelle der Deepwater Horizon. Doch die ist nur eine Parzelle einer Matrix aus Tausenden, jede ein potentielles Fördergebiet. (© ap)
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Hinter Thad Allens Anmerkung verbirgt sich allerdings ein Problem, das von der amerikanischen Regierung bisher vernachlässigt, wenn nicht sogar verdrängt wurde. Allein im Golf von Mexiko gibt es etwa 27.000 verlassene Ölquellen, die in den vergangenen 60 Jahren geschlossen, seither aber nicht mehr überprüft wurden. Die amerikanische Nachrichtenagentur Associated Press fand diese Zahl im Zuge einer Untersuchung heraus.
Betrachtet man eine Karte des Golfs, welche die Fachzeitschrift für Meeresbohrungen Offshore auf ihrer Webseite anbietet, dann präsentiert sich der neuntgrößte Meereskörper der Welt als Matrix aus Tausenden rechteckigen, durchnummerierten Parzellen. Jede Parzelle steht für ein potentielles Fördergebiet. Hinzu kommen Pipelines, Öl- und Gasfelder.
Weil das Ölgeschäft bis heute in erster Linie Männersache ist, haben die Ölfelder markige Namen wie Brutus, Devil's Island (Teufelsinsel), Great White (Weißer Hai), Goldfinger oder Spiderman. Auch das Ölfeld, über dem die Bohrinsel Deepwater Horizon am 20. April explodierte hat einen Namen: Macondo. Das könnte man als böses Omen auffassen, denn Macondo ist der Name des verfluchten Dorfes in Gabriel García Márquez' Roman Hundert Jahre Einsamkeit, das erst Schauplatz eines Massakers ist und schließlich vom Verfall zerstört wird.
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Oder der USA, die eine Strafe in Höhe von 40.000 US-Dollar für alle Journalisten und Fotografen aussetzt, die unmittelbar von der Ölkatastrophe berichten wollen?
Und der Menschheit gleich noch dazu, denn das Meer ist die mit Abstand wichtigste Nahrungsquelle so ziemlich aller Lebewesen!
WIR alle, die wir im "Goldenen Westen" leben, haben es entweder so gewollt, oder aus anerzogener Trägheit und Dummheit einfach zugelassen, gefordert und genossen!
Also dürfen wir uns auch nicht darüber allzu sehr beschweren oder immer nur "Andere" dafür alleine verantwortlich machen.
BP jedenfalls ist nicht nur (Mit-)Täter, sondern zugleich auch Opfer, nämlich UNSERER Gier nach "noch mehr" von dieser Art "Lebensqualität" und unserer Ignoranz gegenüber allen Warnungen!
verwahrloste Gesellschaft die weder die Schöpfung achtet noch sich selbst, ersäuft
zuletzt am eigenen Öl. Dollarzeichen sind entlarvende Symbole einer miesen Ethik,
die bereits Nikolaus Lenau festgestellt hat und der die ganze Welt hinterherläuft bis
in ihren sicheren Untergang.
Ein US-Amerikaner sagte am Tag des Fußballspiels „England gegen Deutschland“ (ist ja auch völlig egal wann und wo) der fm-tv in die Kamera, dass die Meereskruste im Golf von Mexiko mit Auswirkungen für die tektonischen Platten in nordamerikanischen Raum aufbrechen könnte, dass es in den USA zu Unruhen kommen wird und warum die Kennedys durch ein politisches Komplott hinweggerafft wurden und dass es überhaupt eines war.
Es ist uns ja schon fast egal, ob Öl aus den Wasserhähnen fließt, ob es Öl abregnet, ob der Planet hinüber geht. Ist doch egal, dass diese Konzernherren wahnsinnig sind. Aber wahnsinnig ist auch der größte Teil der „Zivilisation“.
ca-canaris cc.
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