Ölkonzern Russischer Ölkonzern Rosneft will Gerhard Schröder anheuern

Russlands Ministerpräsident Dmitrij Medwedew (links) und Gerhard Schröder bei Baubeginn der Ostsee-Pipeline (Archivbild von 2010).

(Foto: dpa)

Ein neuer Job für den Altkanzler? Sein Name steht auf einer Liste möglicher "unabhängiger Direktoren", unterschrieben von Ministerpräsident Medwedjew.

Altkanzler Gerhard Schröder könnte bald einen Sitz im Vorstand des russischen Ölkonzerns Rosneft innehaben. Auf der Webseite der russischen Regierung erschien am Freitag eine von Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew unterzeichnete Liste mit sieben Namen, denen eine Funktion als "unabhängige Direktoren" angetragen werden soll - darunter auch der frühere SPD-Politiker. Die Partei wollte die Nominierung auf SZ-Anfrage nicht kommentieren.

Bei den anderen Kandidaten handelt es sich um Oleg Wjugin, Donald Humphrey und Matthias Warnig, die diese Funktion bereits im bisherigen Vorstand ausüben. Als Vertreter des Staates außerdem nominiert sind Rosneft-Chef Igor Setschin, der Kreml-Berater Andrej Belussow und der russische Energieminister Alexander Nowak.

Das Direktorengremium soll in einer unregelmäßigen Aktionärsversammlung am 29. September gewählt werden, berichtet die Wirtschaftszeitung RBC. Der Rosneft-Vorstand soll für die personelle Umgestaltung eigens von neun auf elf Mitglieder erweitert werden.

Der 73-jährige Schröder, der zu Amtszeiten als Bundeskanzler gute Beziehungen zum Kreml pflegte, ist schon länger in der russischen Energiewirtschaft tätig. Er hat seit 2005 einen Posten als Vorsitzender des Aktionärsausschusses von Nord Stream inne. Der Betreiber einer Gas-Pipeline von Russland nach Deutschland durch die Ostsee gehört zu 51% dem russischen Energieriesen Gazprom.

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