Mit Hilfe eines hochkarätig besetzten Expertenrats will der künftige US-Präsident Obama sein Land aus der Wirtschaftsmisere führen.
Der künftige US-Präsident Barack Obama setzt im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftsmisere auf ein neues hochkarätiges Expertenteam. Der Rat, dem Geschäftsleute, Gewerkschaftsvertreter und Akademiker angehören sollen, werde von dem früheren US-Notenbankchef Paul Volcker (81) geführt. Er verspreche sich von diesem Schritt "frische Ideen", um die angeschlagene US-Konjunktur auf den Pfad der Erholung zu führen, sagte Obama bei einer Pressekonferenz in Chicago.
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Obama hofft auf "frische Ideen" (© Foto: AFP)
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Das Gremium werde direkt und regelmäßig dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten Bericht erstatten. "In diesem entscheidenden Moment sind die bisherigen Wege, zu denken und zu handeln, nicht mehr genug", sagte der designierte Präsident. Er erwarte von den Mitgliedern des Gremiums eine "offene und schonungslose" Bewertung der Wirtschaftslage.
Obama unterstrich seine Einschätzung, dass die USA mit "einer Wirtschaftskrise von historischen Ausmaßen" konfrontiert seien. Es war bereits seine dritte Pressekonferenz in dieser Woche zu Wirtschaftsthemen.
Volcker war von 1979 bis 1987 Chef der US-Notenbank. Er erwarb sich in dieser Zeit den Ruf eines entschlossenen Kämpfers gegen die damals ausufernde Inflation. Allerdings war der Preis, dass die USA Anfang der achziger Jahre in die Rezession rutschten.
Die künftige Regierungsmannschaft nimmt indes immer konkretere Gestalt an. US-Verteidigungsminister Robert Gates, einer der wichtigsten Männer im Kabinett von George W. Bush, soll nach Medienberichten auch unter Obama vorerst im Amt bleiben. Der 65-jährige Gates solle das Pentagon mindestens ein weiteres Jahr führen, meldeten amerikanische Medien.
"Das ist mit Blick auf Kontinuität und Stabilität eine gute Sache", zitierte die New York Times einen Berater Obamas. Ideologische Probleme sehe man nicht. Gates war 2006 von Präsident Bush als Nachfolger des umstrittenen Donald Rumsfeld berufen worden. Der neue Pentagon-Chef änderte die Strategie im Irakkrieg und sorgte mit einer Truppenaufstockung für deutlich stabilere Verhältnisse.
Obama werde seine Entscheidung über die Besetzung des Spitzenpostens im Pentagon offiziell kurz nach Thanksgiving (Erntedankfest) an diesem Donnerstag bekanntgeben, berichtete der US-Fernsehsender ABC. Es wurde erwartet, dass er dabei weitere Mitglieder seines Teams für den Bereich der nationalen Sicherheit präsentiert.
Gut drei Wochen nach dem überwältigenden Sieg Obamas bei der Präsidentschaftswahl gilt es auch als zunehmend wahrscheinlich, dass der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber Jim Jones, 64, nationaler Sicherheitsberater wird.
Der US-Zeitung Politico zufolge könnte der designierte Präsident bei diesem Anlass auch die frühere First Lady Hillary Clinton als neue Außenministerin nominieren. Laut New York Times übernahm noch nie ein neuer US-Präsident einen amtierenden Verteidigungsminister einer anderen Partei in sein Kabinett.
Obama hatte bereits in den vergangenen Tagen wichtige Personalentscheidungen getroffen. So soll der Chef der Notenbank von New York, Timothy Geithner, Finanzminister werden. Chef des Handelsministeriums soll der Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, werden. Das Gesundheitsressort geht an den ehemaligen Senator Tom Daschle. An die Spitze des Ministerium für Heimatschutz soll die Gouverneurin von Arizona, Janet Napolitano, rücken. Obama wird am 20. Januar zum 44. US-Präsidenten vereidigt.
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(dpa/ihe/beu)