Der designierte US-Präsident Obama will mit allen Mitteln die Konjunktur beleben - auch mit einem Steuergeschenk über 1000 Dollar.
Ein Antrittsgeschenk macht der künftige US-Präsident Barack Obama den Amerikanern: Um den Konsum anzukurbeln, solle 95 Prozent der Arbeitnehmerfamilien in den USA ein Steuernachlass von 1000 Dollar (730 Euro) gewährt werden.
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Muss eines schwindelerregenden Haushaltsdefizits Herr werden: der designierte US-Präsident Barack Obama (© Foto: AP)
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Das sagte er in einer wirtschaftspolitischen Grundsatzrede an einer Universität in Fairfax bei Washington. Die Maßnahme solle dazu beitragen, dass die Leute wieder Geld ausgeben" und damit die Binnennachfrage in Gang bringen. Die Steuersenkung werde nur "der erste Schritt" einer größeren Steuerreform sein, so Obama weiter.
Der designierte Präsident kündigte außerdem an, die Erzeugung alternativer Energien in den USA innerhalb der kommenden drei Jahre mit staatlicher Hilfe zu verdoppeln. Als weitere Maßnahme zur Konjunkturbelebung sollten 75 Prozent aller Gebäude der US-Bundesverwaltung nach ökologischen Maßstäben modernisiert werden, darüber hinaus solle die Energieeffizienz von mindestens zwei Millionen privaten Häusern verbessert werden.
Die Vorstellung seines Plans verband Obama mit einer dramatischen Warnung vor einer jahrelangen Rezession. Diese sei nur durch ein massives staatliches Ausgabenprogramm abzuwenden. Die Verabschiedung eines auf mindestens 775 Milliarden Dollar geschätzten Konjunkturpakets ist Obamas erste Priorität nach seiner Amtsübernahme am 20. Januar.
Zugleich zeichnete Obama ein dramatisches Bild vom Zustand der amerikanischen Wirtschaft. Er rief zu einem entschlossenen staatlichen Gegensteuern auf, auch wenn dies ein weiteres Anwachsen des Rekorddefizits von 1,2 Billion Dollar (880 Milliarden Euro) für dieses Jahr bedeute.
Wenn der Staat jetzt nicht handele, drohe sich die Lage weiter zu verschärfen. "Falls nichts geschieht, könnte die Rezession über Jahre andauern", erklärte er weiter. Die Situation könnte sich "dramatisch verschlimmern". Die Arbeitslosigkeit drohe dann über zehn Prozent anzuwachsen.
Aber dagegen gibt es jetzt ja 1000 Dollar - vom Staat geschenkt.
Zugleich kündigte Obama - der am 20. Januar das Präsidentenamt übernimmt - in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC an, das geplante Konjunkturprogramm könne größer ausfallen als geplant. Obama sprach von einem Volumen von bis zu 1,3 Billionen Dollar (955 Milliarden Euro). Bisher war offiziell eher von 800 Milliarden Dollar die Rede gewesen.
Im Kongress regt sich Widerstand gegen eine weitere Ausweitung des Defizits. Nach einem Bericht der Washington Post handelt es sich bei dem vorausgesagten Haushaltsloch in diesem Jahr um das größte Defizit seit 1945. Führende Kongresspolitiker hätten vor weiteren Ausgaben gewarnt.
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(dpa/bosw/woja)
je weniger man verdient und je weniger Steuern man zahlt, desto mehr Gehalt ist quasi Steuerfrei. Ein einheitlicher Steuerfreibetrag von z.B. 4000 Euro würde Gutverdienern mehr helfen als Normalos. Mit 25% Spitzensteuer eines 30.000 p.a. Normalos und 4000 Freibetrag würde dieser 1000 Steuern sparen, der Topverdiener mit fast 50% Steuerquote (45% plus Soli, ggf. Kirche) jedoch 2000. Der Kleinverdiener würde bei 15% Eingangssteuersatz etwas über 600 herausbekommen.
Da ist ein einheitlicher Steuerrabatt gar nicht mal so eine schlechte Idee. Weitaus besser wäre es, endlich das Urteil des Bundesverfassungsgerichts endlich umzusetzen und die Krankenkassenbeiträge SOFORT von der Steuer absetzbar zu machen. Weiterhin ist es nicht einzusehen, dass ALG-II in höhe des steuerlichen Existenzminimums ausbezahlt wird, aber Arbeitnehmer auf ein Einkommen in Höhe des Existenzminimums bereits 20% Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen haben. Zudem gestatten die Freibetragsregelungen über §30 SGB-II einem Sozialfall höhere Nettoeinkommen als diese dem Arbeitnehmer vom Finanzamt zugebilligt werden. Hier ist das Sozialsystem witzigerweise sozialer als das Finanzamt.
bekommen Sie aber nicht mit Investitionen in neue Verwaltungspaläste in den Griff. Jede Verwaltung bläht sich im Laufe der Zeit auf. Die einzige Chance ist Verwaltungsvorschriften in der Geschwindigkeit zu entsorgen wie neue erlassen werden oder bestehende nach Prüfung stark zu vereinfachen. Es verwundert z.B. sehr, dass die Berechnungsprogramme der Argen zur Ermittlung des ALG-II Anspruchs anfänglich fehlerhafter waren als die Java-Scripte diverser Web-Rechner. Neue Gesetze sind so kompliziert, dass diese vom Bürger kaum durchschaut und in Summe kaum korrekt angewendet werden können. Also maximaler Aufwand und Ärger mit minimalem Nutzen. Wer kann heute noch seine Steuererklärung ohne PC so ausfüllen, dass er ne Chance hat alle Frei- und Pauschbeträge nebst Absetzbarkeiten von Riester und Rürup zu nutzen? Steuerberater. Aber kein Arbeitnehmer.
Übrigens sind wir Dank des EEG Weltmarktführer bei regenerativen Energien. 3 Mrd Subventionen jedes Jahr, die allerdings so nicht genannt werden dürfen wie die Bundesregierung sich durch die EU hat bestätigen lassen. 180.000 Arbeitsplätze im Bereich regenerativer Energien und 3 Mrd Subvention macht lediglich 16.000 Euro Subvention je Arbeitsplatz, die steuerlichen Kosten durch Abschreibungsmodelle nebst Verlustzuweisungen nicht berücksichtigt. Macht je Arbeitnehmer etwa 75 Euro im Jahr. Anfänglich waren die Subventionen je Arbeitsplatz weitaus höher und lagen über 100.000. Geben Sie mir 100.000 pro Nase und ich schaffe Ihnen gerne neue Jobs.
Ich hab übrigens auch wenig gegen eine Neuverschuldung. Ich hab nur ein Problem in guten Zeiten nicht zu sparen bzw. Verschuldung abzubauen und in schlechten das Geld unreflektiert mit beiden Händen für Unfug aus dem Fenster zu werfen. Bei 1500 Mrd Staatsschulden und 2% Inflation wären +30 Mrd neue Schulden aller öffentlichen Haushalte gerade so eben tolerabel, denn dann ändert sich wenigstens der Wert des Schuldenbergs nicht. Allerdings find ich es nicht witzig, dass wir für Zinsen unserer Schulden (="Investitionen" vergangener Jahrzehnte) mittlerweile mehr ausgeben als fürs ALG-II. So lange sich unser Staat hauptsächlich über Steuereinnahmen der Arbeitnehmerhaushalte(!) finanziert, will ich auch diese als Profiteure staatlicher Ausgaben sehen. Und nicht Subventionsritter, Banken, Lobbygruppen wie Ärzte/Pharma und Gebührensatzhelden wie Rechtsanwälte, Notare & Co.
"bei Verwaltungsgebäuden oder Schwimmbädern wird es Ihnen schwer fallen eine Wirkung überhaupt nachzuweisen"
Nun ja, eine effektivere Verwaltung wird doch ständig beschrien, die Auswirkungen der langsamen Bürokratie kostet ja angeblich Milliarden...
Schwimmbäder tragen zum persönlichen Wohlbefinden bei und machen eine Umgebung mit lebenswert. Sie tragen zum sozialen frieden bei. Unbezahlbar.
"Die Kunst ist nicht Geld auszugeben, sondern es so auszugeben, dass es außer dem Bauunternehmen noch einen Nutznießer gibt."
So, und jetzt bin ich völlig bei Ihnen. Nicht ob sondern wie! Und hier ist Kritik immer bedenkenswert. Unsere Auguren jedenfalls fahren mal wieder den Autobahn Zug, den hatten wir schon mal. Aber wir hatten unter rot/grün auch schon das gegenteil. Erfolg? Weltmarktführer bei regenerativen Energien und Techniken. Scharf bekämpft von Guido Westerwelle und Madame Hosenanzug. Erinnern Sie sich?
Schließlich zahlen wir alle die Zinsen dieser "Investitionen" und dann finde ich es gerechtfertigt nach einem Nutzen zu fragen.
Völlig d accord. Wir zahlen die Zinsen, keine Frage, aber wir schaffen auch Werte, die diesem Land auch weiterhin eine Spitzenstellung in der Welt garantieren werden. Außerdem bin ich nicht der Meinung, dass nachfolgende Generationen vom Produktivitäts und Wohlstandszuwachs den auch ich erarbeite völlig gratis profitieren sollten (warum auch?)
Und weil wir jährliche Zuwächse im BIP verzeichnen und beim Thema Neuverschuldung auch immer schön die Inflation vergessen, halte ich die Neuverschuldung für absolut vertretbar. Das Geheul über die armen nächsten Generationen ist irrational und großteils heuchlerisch. Oder können Sie erkennen, dass der Bürger gewillt wäre, die wirklichen Probleme der nächsten Generationen zu mindern? Ich nicht. Ab ins Auto und Vollgas, oder doch lieber ne 104cm LCD Glotze? Am besten beides.
Zeigen Sie mir bitte eine fundierte Recherche zur Wirkung von Konjunkturprogrammen. Die Wirkung ist bestenfalls(!) umstritten.
Ich finds klasse dass Sie auf die konjunkturbelebende Wirkung öffentlicher Bauten aus den 70er Jahren verweisen. Bei Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen gebe ich ihnen halbwegs recht, bei Verwaltungsgebäuden oder Schwimmbädern wird es Ihnen schwer fallen eine Wirkung überhaupt nachzuweisen. Die Kunst ist nicht Geld auszugeben, sondern es so auszugeben, dass es außer dem Bauunternehmen noch einen Nutznießer gibt. Schließlich zahlen wir alle die Zinsen dieser "Investitionen" und dann finde ich es gerechtfertigt nach einem Nutzen zu fragen.
"1!000 Dollar für jeden Amerikaner" wirkt doch wirklich ziemlich hilflos. Das scheinen die letzten Wölkchen zu sein, welche die ehemaige Konjunktur-Lok der Welt gerade verpuffen läßt.
Finito!
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